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Nur Aktiengeschäft überzeugt: Commerzbank rettet sich in schwarze Zahlen

Commerzbank-Chef Martin Zielke.

Commerzbank-Chef Martin Zielke.

Von den einstmals stolzen deutschen Großbanken ist wenig übrig geblieben. Während die Deutsche Bank 2017 einen Verlust von rund 500 Mio. Euro verkraften musste, rettete sich die Commerzbank zumindest in die schwarzen Zahlen. Der Jahresüberschuss fiel mit 156 Mio. um 44 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Auch das operative Ergebnis purzelte um 7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Die Bank führt dies u.a. auf die um 274 Mio. geringeren Einmalerträge und Bewertungseffekte zurück.

Die Bank hat zwar allein im Privatkundengeschäft 502.000 Neukunden hinzugewonnen, aber offenbar Schwierigkeiten hieraus Erträge zu generieren. Denn trotz der Neukundenakquise gingen die Erträge um 2,5 Prozent auf knapp 9,2 Mrd. Euro zurück. Im Filialgeschäft generierte der Konzern mit 4,8 Mrd. Euro nur marginal mehr als im Vorjahr. Im Firmenkundengeschäft erlitt die Commerzbank sogar einen Einbruch von 10 Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro.

Selbst das Mittelstandsgeschäft schwächelt

Selbst in ihrem einstiegen Paradesegment, dem Mittelstandsgeschäft, verminderten sich die Erträge um 6,5 Prozent auf gut 1,8 Mrd. Euro. Im Geschäft mit internationalen Konzern gingen die Erträge um 3 Prozent auf 929 Mio. und in demjenigen mit Finanzdienstleistern um 22 Prozent auf 446 Mio. Euro zurück. Lediglich das Aktiengeschäft stellt mit einem Plus von 16 Prozent auf 381 Mio. Euro einen Lichtblick dar.

Unterdessen schlägt der beschlossene Personalabbau kaum auf die Kosten durch. Der Verwaltungsaufwand verminderte sich gegenüber dem Vorjahr gerade einmal um 21 Mio. Euro auf knapp 7,1 Mrd. Euro. Dennoch entfiel der Hauptteil der Einsparungen auf die Mitarbeiter. Die Personalkosten fielen um 124 Mio. auf 3,6 Mrd. Euro. Den erhöhten Sachaufwand führte der Konzern auf Investitionen in die Digitalisierung und abermals höhere Regulierungskosten zurück.

Eigenkapitalrendite halbiert: Dennoch stellt Zielke Dividende in Aussicht

Die Aufwandsertragsquote verschlechterte sich binnen Jahresfrist von 75,5 auf 77,5 Prozent. Die Commerzbank musste also im operativen Geschäft für jeden Euro Ertrag knapp 78 Cent auf den Tisch legen. Vor welchen gewaltigen Aufgaben die Commerzbank weiterhin steht, zeigt sich an der Eigenkapitalrendite. Sie halbierte sich von 1 auf 0,5 Prozent

Konzernchef Martin Zielke bemühte sich denn auch, die Ergebnisse in positivem Licht erscheinen zu lassen: „Wir haben die Digitalisierung der Bank vorangetrieben und sind kräftig gewachsen. Das versetzt uns jetzt in die Lage, für das Geschäftsjahr 2018 wieder eine Dividende anzustreben.” Zumindest die Aktionäre können sich also Hoffnungen machen.


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