GASTBEITRAG: Wieso Sie das Banking niemals für Corporate Development aufgeben sollten

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Wer als Junior in der Investment Banking Division (IBD) beschäftigt ist, dem gilt meine Sympathie. Ich habe ebenfalls dort gearbeitet und zwar endlose Arbeitszeiten bis zur Erschöpfung. Wahrscheinlich wollen Sie ebenso wie ich damals nichts als weg. Allerdings warne ich Sie davor, meinem Weg zu folgen. Denn Corporate Development (Corp Dev) stellt keine großartige Alternative dar.

So bin ich sein zwei Jahren im Corporate Development-Team einer großen Aktiengesellschaft beschäftigt. Sicherlich fallen die Arbeitszeiten kürzer als im Investment Banking aus, aber es gibt auch Nachteile.

Zunächst gibt es einen riesigen Altersunterschied zwischen den Juniors in meinem Team und den restlichen Mitarbeitern. Es gibt nur wenige, die wie ich Mitte 20 sind und einige Jahre Banking auf dem Buckel haben. Stattdessen gibt es eine Menge von älteren Mitarbeitern Mitte 40. Diese Leute arbeiten dort schon seit vielen Jahren – eher sogar Jahrzehnten. Dazwischen gibt es nichts.

Dies stellt schon einen gewaltigen Unterschied zum Banking dar, wo Sie die gesamte Hierarchie vom Analysten bis zum Managing Director sehen und daher eine gute Vorstellung davon haben, wo Ihre Karriere hingeht. Hier habe ich davon keine Vorstellung. Vielmehr scheinen sie lediglich Juniors einzustellen, um die Bewertungen zu erstellen und die Ausführung der Deals vorzubereiten. Daher weiß ich auch nicht, wo mich meine Karriere als nächstes hinführt, was schon ein wenig beunruhigend ist. Wie ich höre, scheint eine Karriere in größeren Corporate Development-Teams leichter zu fallen. Vielleicht ist das Unternehmen, bei dem ich arbeite, einfach zu klein. Darüber sollten Sie in jedem Fall nachdenken, bevor Sie einen ähnlichen Schritt wie ich wagen.

Zweitens geht es in Corporate Development formeller zu. Wiederum scheint dies für mein Unternehmen spezifisch zu sein. Dagegen hat das Banking Spaß gemacht. Es gab eine ganze Reihe von uns Analysten, wir haben viel Zeit miteinander verbracht und Späße übereinander gemacht. Dagegen herrscht hier eine spaßfreie Zone. Alles ist tot ernst und Sie müssen sich mit Mitte 20 wie jemand mit Mitte 50 benehmen, nur um dazu zu passen.

Vermisse ich das Banking? Ja. Würde ich zurückgehen? Vielleicht. Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Chance dazu hätte: Schließlich ist der Dealflow derzeit recht gering und ich würde die Wertschöpfungskette nicht hinaufklettern. Ich würde riskieren, der ewige Analyst zu bleiben. Falls ich ins Banking zurückkehren wollte, müsste ich wohl zunächst einen MBA absolvieren. Dies könnte allerdings auch auf einen sehr teuren Fehler hinauslaufen.

Bei Sam Jones handelt es sich um ein Pseudonym. Jones ist ein ehemaliger Investment Banking Analyst, der für einen Konzern auf dem englischen Aktienindex FTSE in London arbeitet.

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