Erste Hinweise: Wie die Boni für 2017 ausfallen

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Sicher ist es noch ein wenig früh. Bislang haben nur wenige Banken ihre Boni für 2017 verkündet und was bekannt geworden ist, zeigt ein gemischtes Bild. Doch so viel scheint sicher: Die US-Banken werden sich gegenüber ihren Mitarbeitern großzügiger zeigen als ihre europäischen Konkurrenten. Diese geben ihre Boni später bekannt. Erste Informationen werden beispielsweise bei der Deutschen Bank bei der Veröffentlichung ihrer Jahresergebnisse am 2. Februar erwartet.

Bislang ist nur einiges über die variablen Vergütungen bei Morgan Stanley und Citi bekannt geworden. Bei JP Morgan sollen die ersten Informationen heute vorliegen und bei Goldman Sachs steht der „Day of long faces“ in den kommenden Tagen an. Die Bank of America wird endlich Anfang kommender Woche folgen.

Generell wird für die Investment Banking Divisions mit guten Nachrichten gerechnet. Bei Morgan Stanley und Citi sollen die Bonuspools um 8 und 9 Prozent gewachsen sein. Keine große Überraschung, denn bei City haben die Erträge in der Investment Banking Division (M&A, ECM, DCM) um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Im Bereich der Aktienemissionen (Equity Capital Markets) schnellten die Erträge sogar um 68 Prozent in die Höhe. „Die M&A-Mitarbeiter sind sehr zufrieden. Die Boni entsprachen den Erwartungen und wir haben nicht die üblichen Anrufe von enttäuschten Mitarbeitern erhalten“, erzählt ein M&A-Headhunter, der anonym bleiben möchte. „Das sieht alles sehr positiv aus“, bestätigt ein auf Kapitalmärkte spezialisierter Headhunter. Obgleich der Trend bei den Boni nach oben zeige, gebe es Leute, die Einschnitte von 30 bis 40 Prozent verkraften müssten. „Es dreht sich alles immer mehr um die Performance“, sagt er. „Ich habe einen Managing Director bei Morgan Stanley mit 2 Mio. Dollar und einen anderen aus dem gleichen Geschäftsbereich mit 800.000 Dollar gesehen. Und wir beobachten immer noch, wie Boni von den Managing Directors zu den Vice Presidents und Associates verschoben werden, wo die meisten Neueinstellungen stattfinden.“

Während die Banker aus der Investment Banking Division meist recht zufrieden dreinschauen, kann man dies von ihren Kollegen aus dem Fixed Income-Geschäft nicht behaupten. Hier fallen die Ergebnisse durchmischt aus. Morgan Stanley hat bislang noch nicht ihre Ergebnisse für 2017 vorgelegt. Das soll erst am morgigen Donnerstag (18. Januar) geschehen. Doch die Erträge aus dem Fixed Income-Geschäft der ersten neun Monate lagen in etwa auf Vorjahresniveau, während sie bei den übrigen US-Banken nach Süden tendierten. Nach vielen Jahren dürftiger Boni habe dies die Erwartung genährt, Morgan Stanley werde die Boni anheben. Doch so ganz scheint das nicht zuzutreffen.

„Die Leute bei Morgan Stanley sind gut gelaunt. Dennoch zahlen sie immer noch deutlich weniger als andere Banken – besonders wenn sie es mit der Citi vergleichen“, erzählt ein Macro-Headhunter, der ebenfalls anonym bleiben möchte. „Viele Mitarbeiter von Morgan Stanley haben bei den Erträgen gut abschnitten und erwarten nun auch besser bezahlt zu werden, aber sie bekommen nur das Gleiche“, meint ein anderer auf Fixed Income spezialisierter Headhunter. „An den Credit Desks lag die Bezahlung bei Morgan Stanley etwas höher, aber es war immer noch relativ wenig“, sagt ein auf Credit spezialisierter Headhunter. Laut dem Chef einer auf Fixed Income-Personalvermittlung hätten die Leute aus dem Fixed Income-Geschäft von Morgan Stanley gut abgeschnitten, „aber nur wegen der relativ schlechten Vergütung im vergangenen und den vorhergehenden Jahren.“ Laut einem weiteren Headhunter hätten einige Vertriebsmitarbeiter von Morgan Stanley sogar gar keinen Bonus erhalten.

Dagegen scheinen die Boni im Fixed Income-Bereich der Citi bislang am besten ausgefallen zu sein – namentlich im Trading. „Die Trader von Citi scheinen gut bezahlt worden zu sein“, sagt der Fixed Income-Headhunter. „Bei den Vertriebsleuten war das weniger der Fall.“ Doch was heißt das genau? „Bei der Citi gibt es Leute, die 7 Prozent ihres Gewinnes erhalten haben“, ergänzt er.

Laut Headhuntern habe Citi auch die Mitarbeiter in ihrem Aktiengeschäft besser als im Vorjahr bezahlt, obgleich die Bank bei einem einzigen Kundenvorfall die Kleinigkeit von 130 Mio. Euro verloren hat. „Die besten Leute haben 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr erhalten“, berichtet ein aufs Aktiengeschäft spezialisierter Headhunter. „Die Führungskräfte von Citis Aktiengeschäft sind sich bewusst, dass die Mitarbeiter zu Morgan Stanley oder JP Morgan gehen könnten.“ Vom Aktiengeschäft Morgan Stanleys wird berichtet, dass die Boni um 0 bis 10 Prozent steigen. Einige sollen sogar einen Aufschlag von 20 Prozent erhalten haben.

Die große Frage lautet jetzt, wie die Boni bei JP Morgan und Goldman Sachs ausfallen werden. Von JP Morgan heißt es, sie habe „die Erwartungen sorgfältig gemanagt“. Bei Goldman Sachs wiederum grassieren Befürchtungen, die Neueinstellungen im vergangenen Jahr könnten zu Lasten des Bonuspools gehen.

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