„One Bank Leadership“-Programm der Deutschen Bank: Systematische Vorbereitung auf verantwortungsvolle Führungsaufgaben

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One Bank Leadership

 Mit dem „One Bank Leaderhip“-Programm für MBA-Absolventen will die Deutsche Bank ganz gezielt ihren Pool an talentierten Nachwuchsführungskräften erweitern. Laura Präger ist im Graduate Recruiting-Team der Deutschen Bank für das Programm zuständig. Im Interview erläutert sie, welche Voraussetzungen Kandidaten mitbringen sollten und welche Karriereperspektiven das Programm bietet. Für den Start im Juli 2018 können Interessenten sich hier noch bis 31. Januar 2018 bewerben.

Die Deutsche Bank bietet mit One Bank Leadership“(OBL) ein Einstiegsprogramm speziell für MBA-Absolventen an. Worin unterscheidet sich dieses OBL-Programm von einem klassischen Traineeprogramm? Was macht das Programm so besonders?

Zunächst einmal richten wir uns mit dem „One Bank Leadership“-Programm an eine andere Zielgruppe. Das Traineeprogramm ist perfekt für Bachelor- oder Masterabsolventen, die direkt nach dem Studienabschluss bei uns in ihre Karriere starten. Für das „One Bank Leadership“- Programm suchen wir Kandidaten, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben und eine Führungsposition anstreben. Auf diese Aufgabe werden sie mit dem Programm gezielt vorbereitet. Entsprechend anspruchsvoll und herausfordernd ist der Ablauf. Während unsere Trainees sich für einen bestimmten Geschäftsbereich – wie z.B. das Privat- und Firmenkundengeschäft oder das Asset Management - bewerben und dort die verschiedenen Aufgabenfelder kennenlernen, ist das OBL-Programm bereichsübergreifend ausgerichtet. Die Teilnehmer rotieren quer durch die Bank und gewinnen so einen ganzheitlichen Blick auf Prozesse und Abläufe, eine Qualität, die speziell für Führungsaufgaben entscheidende Bedeutung hat.

Ebenso wie die OBLer sind bei uns auch die Trainees von Beginn an Teil des Teams und übernehmen verantwortungsvolle Teilaufgaben. Da die OBLer bereits Berufserfahrungen mitbringen, erwarten wir hier aber von Anfang an mehr Selbstständigkeit.  OBL-Teilnehmer werden überwiegend bei Projekten eingesetzt. Dort können sie ihr fachliches und bankspezifisches Wissen erweitern und gleichzeitig ihre Führungsfähigkeiten anwenden und unter Beweis stellen.

Wie viele Rotationsstationen gibt es und können die Teilnehmer ihre Stationen frei wählen?

Die Teilnehmer durchlaufen in 18 Monaten drei Stationen. Je eine Praxis-Stage im Corporate & Investment Banking sowie in einem unserer Infrastrukturbereiche ist dabei obligatorisch. Für die dritte Rotation haben die Teilnehmer die Wahl zwischen dem Privat- und Firmenkundengeschäft oder dem Asset Management. Jeder Teilnehmer kann vor dem Programmstart seine Wunschrotationen angeben. Wenn ein Kandidat unbedingt eine Rotation in Mergers & Acquisitions absolvieren möchte, dann versuchen wir das zu realisieren.

Welche Ziele verfolgt die Deutsche Bank mit dem OBL-Programm?

Für uns ist es wichtig, talentierte Nachwuchsführungskräfte frühzeitig zu sichten und an die Bank zu binden. Wir suchen engagierte, motivierte Akademiker, die Lust darauf haben, Führungsverantwortung zu übernehmen und in diese Aufgabe hineinwachsen wollen und die wir dann ganz gezielt fordern und fördern. Dabei sind uns cross-divisionales Denken und das holistische Betrachten der Bank besonders wichtig.

Wie viele Plätze gibt es insgesamt?

Für dieses exklusive Programm gibt es maximal 15 Plätze, die aber nicht unbedingt gefüllt werden müssen. Wir rekrutieren nach Qualität und nicht nach Quantität. Das Programm gibt es seit 2013 und jeweils etwa die Hälfte der Teilnehmer wird mit internen und externen Kandidaten besetzt.

Was verdienen die Teilnehmer?

Je nach Berufserfahrung ordnen wir die Teilnehmer in unsere Gehaltsstruktur ein. In den meisten Fällen starten die Teilnehmer als Assistent Vice President. Dahinter verbirgt sich ein bestimmtes Gehaltsband; der Rest ist Verhandlungssache. Jeder Teilnehmer erhält übrigens einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Gehören zum Programm auch Auslandseinsätze und Fortbildungen?

Auslandseinsätze sind kein integraler Bestandteil des Programms, wenn sich aber während einer Rotation die Möglichkeit ergibt, unterstützen wir das. Generell bieten wir für die OBL-Teilnehmer viele Veranstaltungen an, bei denen sie ihr Netzwerk erweitern können. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Schulungen und Trainingsangebote, die exklusiv für OBL-Teilnehmer angeboten werden und Führungskompetenzen sowie spezifische Einblicke in Kultur und Werte unserer Bank vermitteln. Zum Start des Programms erhalten die Teilnehmer einen umfassenden Überblick über die Bank, ihre Struktur und ihre Produkte. So stellen wir sicher, dass alle einen gemeinsamen Wissensstand haben. Insgesamt bietet das Programm einen vielfältigen Mix aus Weiterbildungs- und Netzwerkangeboten, um die Teilnehmer in ihrer fachlichen, aber auch persönlichen Entwicklung voranzubringen. Dazu gehört auch die Unterstützung durch einen Mentor aus dem Senior Management, der die Entwicklung begleitet und als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Werden interne Kandidaten bevorzugt?

Nein, externe Kandidaten haben die gleichen Chancen wie interne. Wir haben klare Auswahlkriterien und die gelten bei internen Bewerbungen ebenso wie bei externen.

Welche Kriterien sind das? Was ist Ihnen besonders wichtig?

Grundvoraussetzung ist, wie bereits gesagt,  eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren. Das Auswahlverfahren ist kompetenzbasiert. Dabei achten wir besonders auf Kommunikationsstärke, Teamorientierung, Verantwortungsbewusstsein. Bei externen Kandidaten ebenfalls wichtig, ist ausgeprägtes Interesse am Finanzmarkt und Offenheit für unsere Bank. Wer am OBL-Programm teilnimmt, muss neugierig sein, neue Erfahrungen zu machen und offen auf Bereiche zugehen, die bisher vielleicht noch nicht unbedingt im Fokus des eigenen Interesses gestanden haben. Es ist wichtig, sich in neue Zusammenhänge hineindenken zu können und sich darauf einzulassen.

Noch kurz zu den harten Kriterien: Sie setzen einen MBA-Abschluss voraus. Mittlerweile gibt es davon sehr viele und recht unterschiedliche. Welchen schätzen Sie besonders?

Bei den Business Schools haben wir keine Präferenzen. Wichtig ist uns, dass die klassischen Inhalte eines MBAs wie Führungsqualitäten und Strategisches Management vermittelt werden. Zwar gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen MBA-Programmen, aber die sind für uns nicht relevant. Bei einer Bewerbung achten wir vor allem auf das Gesamtpaket und die Persönlichkeit eines Kandidaten.

Sie setzen mindestens zwei Jahre Berufserfahrung voraus. Müssen die Kandidaten Erfahrung von Finanzdienstleistern mitbringen oder haben auch Kandidaten aus anderen Branchen Chancen?

Wenn jemand bereits in einer Bank gearbeitet hat, ist das natürlich von Vorteil. Dann können wir sicher sein, dass das Nachwuchstalent bereits eine Vorstellung vom Arbeitsumfeld mitbringt. Aber selbstverständlich sind wir auch für andere Berufserfahrungen offen. Für uns ist entscheidend, ob ein Kandidat schon einmal bei einem größeren renommierten Unternehmen gearbeitet hat und die Abläufe in einem Konzern kennt. Wenn man in einem Bereich gearbeitet hat, der sehr quantitativ oder sehr analytisch ausgerichtet war, dann stellen dies Bonuspunkte dar. Auch Berufserfahrungen im Consulting-Bereich sind gut, aber ebenfalls keine notwendige Voraussetzung.

Banking und Strategieberatung sind ja klassische Karrierewege von MBA-Absolventen. Zentrales Thema derzeit ist jedoch – auch bei der Deutschen Bank – die Digitalisierung. Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund IT-Berufserfahrungen?

In IT-Unternehmen gibt es sehr viele unterschiedliche Funktionen, dazu gehören auch Führungsaufgaben und Projektmanagement. Aber auch Entwickler können spannende Kandidaten für das OBL-Programm sein. Unser Technologie-Bereich ist sehr breit aufgestellt, der technologische Wandel betrifft alle Bereiche der Bank und zieht sich durch alle Prozesse und Abläufe. Klar ist: Führungskräfte von morgen müssen in jedem Fall ein Verständnis für die digitale Neuausrichtung der Bankenwelt und die damit verknüpften Herausforderungen mitbringen.

Welche Karriereperspektiven bietet das „One Bank Leadership“-Programm?

Die OBL-Teilnehmer werden bankintern mit großem Interesse verfolgt, und bereits während der Rotationen gewinnen die Bereiche einen Eindruck, ob ein Talent gut ins Team passt. Ich kann Ihnen da zwei Beispiele nennen: Amy hat früher bei einer Unternehmensberatung und anderen Großunternehmen gearbeitet und anschließend einen MBA erworben. 2015 ist sie als OBL-Teilnehmerin bei uns eingestiegen und hat ihr Programm Ende 2016 beendet. Im Frühjahr dieses Jahres wurde sie als Assistant Vice President im Corporate Cash Management platziert.

Ein zweites Beispiel ist Christoph: Er hat bei uns als Trainee in Corporate Finance begonnen und war dort einige Jahre als Analyst tätig. 2013 hat er dann am OBL-Programm teilgenommen. Mittlerweile hat er eine Position als Director. Diese Beispiele verdeutlichen, wie das OBL-Programm den Aufstieg zu Führungsaufgaben ebnet und beschleunigt.

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