Die besten Karrierechancen in der heimlichen Hauptstadt der deutschen Private Equity-Branche

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München

Nirgendswo in Deutschland gibt es so viele Private Equity-Gesellschaften wie in München.

Die Münchner verstehen sich gerne als heimliche Hauptstadt der Republik. Was die Private Equity-Branche angeht, scheint dies tatsächlich zuzutreffen. Von den 172 inländischen Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Beteiligungskapitalgesellschaften stammen allein 45 aus dem blauweißen Bundesland.

„In München gibt es eine sehr lebendige Private Equity-Szene die weitere wächst“, bestätigt Headhunterin Kerstin Diebenbusch von TALENTspy in München, die auf Private Equity spezialisiert ist. Dazu gehören beispielsweise Branchengrößen wie Aurelius und Orlando Management. Da sich immer wieder Partner und Angestellte etablierter Private Equity-Gesellschaften selbständig machen, wachse die Szene. „In München ist darüber hinaus ein sehr gutes Kapital am Arbeitsmarkt verfügbar“, ergänzt Diebenbusch.

„Die Standortwahl hängt maßgeblich davon ab, wo die Gründungspartner gerade leben“, erzählt unterdessen Headhunter Andreas Weik von Pedersen & Partners, der ebenfalls für die Private Equity-Branche sucht. Da dies oft München und Umgebung seien, fänden sich hier auch viele Gesellschaften. „Darüber hinaus gibt es in München auch viele Restrukturierungsfonds und Family Offices, die da alle mitmischen“, kommentiert Weik.

Laut Cecilia Hummel, Recruitment Managerin bei Aurelius zeichne München „ein gutes Private Equity Netzwerk, kleine Community und mehrere renommierte Private Equity-Unternehmen aus. Doch welche Profile werden gesucht?

Junge Investmentbanker und Consultants gesucht

„Die Private Equity-Gesellschaften suchen vor allem Juniors mit bis zu vier oder fünf Jahren Berufserfahrung“, beobachtet Weik. Einige Gesellschaften würden sich zwar Absolventen über Praktika heranziehen, die besten Chancen hätten indes Juniors mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung. „Senior haben hingegen schlechte Chancen. Die Private Equity-Gesellschaften befördern lieber ihre eigenen Leute. Für die Portfoliogesellschaften werden gelegentlich Beiräte gesucht und dann möglichst Frauen.“

Dabei gebe es klassischerweise zwei Quellen: Entweder stammen diese Nachwuchskräfte von den großen Investmentbanken oder aber den renommierten Strategieberatungen wie McKinsey, Boston Consulting oder Bain. Mit dieser Einstellungspolitik profitieren die Private Equity-Gesellschaften von der guten Ausbildung bei Investmentbanken und Beratungen.

Die Anforderungen würden jedoch nach Größe und Aufstellung der jeweiligen Private Equity-Gesellschaften variieren. Bei einigen großen würden nur Leute von erstrangigen Investmentbanken unterkommen, bei anderen hätten sogar Mitarbeiter von PwC, EY, Deloitte und KPMG Chancen. „Das ist auch eine Preisfrage“, meint Weik. Denn Juniors von Goldman Sachs hätten andere Gehaltsansprüche als die von den Big 4. Wer von den Big 4 komme, sollte einige Jahre im Transaktionsbereich gearbeitet haben und dabei erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Private Equity-Gesellschaften gesammelt haben.

Gehaltssprünge dürfen junge Investmentbanker und Strategieberater jedoch nicht erwarten. „Normalerweise geht man bei einem Wechsel von einer Gehaltserhöhung von 10 bis 15 Prozent aus. Das wird aber von den Private Equity-Gesellschaften nicht gezahlt“, warnt Weik.

„Für den Investmentbereich suchen wir regelmäßig motivierte Praktikanten sowie ab und zu Associates und Manager“, bestätigt Hummel. Die Bewerber sollten ein wirtschaftswissenschaftliches Studium von einer renommierten Universität sowie erste Berufserfahrung durch Praktika bzw. Festanstellungen in den Bereichen M&A, Beratung, Wirtschaftsprüfung oder Investment Banking mitbringen. Besonderes Augenmerk legt Aurelius auf analytische Fähigkeiten.

Operations Manager werden immer wichtiger

Die Zeiten, in den Private Equity Fonds Unternehmen für kleines Geld einkauften, ein wenig die Bilanzen aufhübschten und anschließend mit fetten Gewinnen verkauften, sind vorbei. Vielmehr sind Private Equity-Gesellschaften zunehmend gezwungen, die Unternehmen auch operationell voranzubringen, sie zu restrukturieren und die Profitabilität zu steigern. „Daher suchen viele Private Equity Gesellschaften Operational Manager oder Operational Directors, die das Management der Unternehmen dabei unterstützen, den Value Creation Prozess voranzutreiben“, erläutert Diebenbusch.

Optimalerweise hätten die Kandidaten ihr Handwerk und die Methodik nach dem Studium bei einer Strategieberatung erlernt und dann einige Jahre Branchenerfahrung in einem Unternehmen gesammelt. Die Mindestberufserfahrung für diese Profile liege bei fünf bis acht Jahren. „Die weiteren Karrierechancen fallen gut aus. Denn oft wechseln Operational Directors, die mindestens zehn Jahre Berufserfahrung mitbringen müssen, als Finanzchef oder CEO zu den Unternehmen, die sie betreut haben“, betont Diebenbusch.

Jobs für den Finanzbereich

„Im Financebereich haben wir regelmäßig offene Positionen im Bereich Corporate Finance, Controlling oder Bilanzbuchhaltung“, ergänzt Hummel. „Für diese Rollen sollten die Bewerber ebenfalls ein erfolgreiches wirtschaftswissenschaftliches Studium an einer renommierten Universität absolviert haben, in der Regel drei bis vier Jahre einschlägige Berufserfahrung im Bereich M&A,  Beratung, Wirtschaftsprüfung oder Rechnungswesen eines Konzerns oder Investmentbanking gesammelt haben sowie analytisch stark sein.“

München lockt – Kandidaten sollten aber nicht zu viel erwarten

Laut Weik locke die Bayernmetropole Finanzprofis an – allerdings weniger magisch als man erwarten sollte. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig örtlich flexibel Juniors heute sind“, schüttelt der Headhunter den Kopf. Selbst junge Menschen seien häufig nicht mehr bereit, ihren Freundeskreis zu verlassen und für einige Zeit eine Fernbeziehung zu führen. Auch aus diesem Grund würden viele Private Equity-Gesellschaften vor Ort rekrutieren. „Wenn Sie natürlich junge Investmentbanker haben wollen, dann müssen Sie die in Frankfurt suchen. Davon gibt es in München einfach nicht genug.“ Potenzielle Neubayern sollten sich allerdings darauf einstellen, dass München noch teurer als Frankfurt sei.

Die Standortfrage spiele bei Operational Managern indes eine untergeordnete Rolle. „Die Portfoliounternehmen sind ja weit verstreut und sie müssen bei dem Unternehmen sein und nicht im Münchner Office“, gibt Diebenbusch zu bedenken. „Die Reisetätigkeit fällt daher ähnlich hoch wie bei einer Beratungstätigkeit aus. Selbst wenn die Private Equity-Gesellschaft in München sitzt, ist der Wohnort des Kandidaten meist zweitrangig.“

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