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Ein Blick auf die Beute: Was mit der Europäischen Bankenaufsicht zu holen ist

Winkt bei der EBA fette Beute?

Winkt bei der EBA fette Beute?

Die Schlacht ist eröffnet: Heute werden die EU-Mitgliedsländer in einem komplizierten Verfahren bestimmen, ob Frankfurt die ersehnte Europäische Bankenaufsicht (EBA) tatsächlich erhält, die bislang in London angesiedelt ist. Die Konkurrenten sind Paris, Wien, Dublin, Brüssel, Luxemburg, Prag und Warschau. Laut dem britischen Buchmachern ist Frankfurt der klare Favorit. Prag und Warschau liegen in Nicht-Euro-Staaten und haben damit ein Handicap. Brüssel und Luxemburg besitzen bereits jetzt unzählige EU-Behörden, was ebenfalls gegen sie spricht. Als Hauptgegner bleiben Wien, Dublin und Paris.

Dabei geht es weniger um Geld und Stellen, die mit einem Umzug verbunden sind. Wer die EBA erhält, hat einen weiteren Trumpf im Kampf um die Brexitjobs in der Tasche. Doch abgesehen davon, um welche Beute geht es konkret?

169 Jobs und 36,5 Mio. Euro

Finanziell gesehen handelt es sich bei der EBA eher um eine magere Beute. Nach ihrem Jahresbericht betrug das Budget 2016 gerade einmal 36,5 Mio. Euro, wovon 169 Mitarbeiter bezahlt wurden. Selbst wenn die EBA die gesamte Summe für ihre Mitarbeiter springen ließe, würde jeder keine 216.000 Euro bekommen. Da aber auch noch Mieten, IT, Dienstreisen und Konferenzen bezahlt werden müssen, dürfte die Bezahlung deutlich bescheidener ausfallen.

Allerdings sind bei der EBA lediglich 126 Mitarbeiter direkt angestellt und das auch nur mit befristeten Verträgen. Davon sind sieben Trainees. Hinzu kommen noch 32 Contractors und elf von den nationalen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden entsandte Mitarbeiter.

Reichlich Jobchancen

Die geplante Umsiedlung der EBA in die Rest-EU hat anscheinend schon vorab für eine kräftige Fluktuation gesorgt. 2016 wurden immerhin 47 Jobs ausgeschrieben, was bei einer Behörde mit 169 Mitarbeitern eine stolze Zahl ist. Vor dem tatsächlichen Umzug dürften sich noch einige weitere umzugsunwillige Mitarbeiter aus dem Staub machen – je nachdem wie attraktiv der neue Standort sein wird. Um ihre berufliche Zukunft brauchen sich die Mitarbeiter keine Sorge zu machen. Denn Jobs in Regulierung und Compliance boomen seit der Finanzkrise und Mitarbeiter mit Erfahrung bei Aufsichtsbehörden sind auch bei privaten Arbeitgebern gern gesehen.

Die Chancen, einen Job bei der Behörde zu bekommen, fallen ebenfalls nicht schlecht aus. Denn auf die 47 Vakanzen haben sich 2016 genau 948 Leute beworben – ein Verhältnis von 1 zu 20 – und nur 113 wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Ein italienischer Erbhof

EBA-Chef Andrea Enria kommt von der italienischen Zentralbank. Die Nationalität des Chefs hat offenbar positive Auswirkungen auf die Beschäftigung. Immerhin 23 Mitarbeiter stammen aus Italien. Damit liegt das südeuropäische Land vor Deutschland mit 19 und Frankreich mit 15 Mitarbeitern. Zum Glück gibt es keinen italienischen Bewerber für den neuen EBA-Sitz. Spannend wird auch, was mit den zwölf britischen Mitarbeitern beim Umzug passiert.

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