Bank kürzt Gehälter und streicht Boni wegen COVID-19

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Bank kürzt Gehälter und streicht Boni wegen COVID-19

Ring frei: Banken machen sich ungeachtet des Coronavirus daran, Kosten zu kürzen – und könnten sich dabei ein Beispiel nehmen an Branchenvertretern, die besonders spitzfindig darin sind, Personalkosten während der Pandemie zu drücken. Vorreiter scheint hier die deutsche Vertretung von Lincoln International zu sein, eine weltweit agierende Middle-Market-Investmentbank. Im Frankfurter Büro ist man dabei, auf recht interessante Art und Weise die Vergütungen zu kürzen – zum Unmut der Mitarbeiter.

Mitarbeiter des Frankfurter Büros der Bank berichten davon, dass Gehälter gekürzt und Boni aufgeschoben wurden, und dass dies allem Anschein nach auch so bleiben wird.

Die Regel gilt dem Vernehmen nach für Mitarbeiter über dem Associate-Level, deren Gehälter um 30-40 Prozent gekürzt wurden mit der Zusage, die Differenz werde zu einem nicht näher benannten Zeitpunkt nachgezahlt. Zudem sind die im April bekanntgegebenen Boni für das Jahr 2019 noch nicht geflossen und sollen offenbar einbehalten werden.

Ein Mitarbeiter der Bank, der anonym bleiben will, erklärte im Gespräch mit uns, dass er sich mit der Gehaltskürzung einverstanden gezeigt hätte, dann allerdings erst erfahren habe, dass auch sein Bonus dahin sei. „Uns wurde gesagt, dass die Boni unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt würden – wann diese Bedingungen erfüllt sind, können wir allerdings kaum nachprüfen“, berichtet er. Dass sich die Ausschüttung der Boni verzögere, ist besonders deprimierend, weil 2019 für die Bank ein gutes Jahr war und die Bonuszahlungen entsprechend generös ausgefallen sind. „Wir haben ein Brief erhalten in dem steht, dass wir über 100 Prozent unseres Grundgehalts bekommen – allerdings geknüpft an einen Wust von Bedingungen“, berichtet der Bank-Mitarbeiter. Wann die verzögerten Boni ausgeschüttet werden, wurde nicht bekannt gegeben.

Das Vorgehen betrifft möglicherweise nur die deutsche Niederlassung. Auf Nachfrage hin wollte Lincoln sich nicht äußern.

Während mittel- und hochrangigen Mitarbeitern des Unternehmens die Gehälter gekürzt werden, wurde für junge Kollegen Kurzarbeit angemeldet – sie arbeiten nur maximal drei Stunden täglich. Entsprechend können sie nur noch in sehr beschränktem Umfang Zuarbeit leisten – und der Druck auf mittel- und hochrangige Mitarbeiter wächst.

Wie bereits berichtet, gehen die Kostenkürzungen bei Lincoln einher mit einer Welle an Neueinstellungen, darunter Christian Schwarzmueller und Alexander Doll in Frankfurt. Es ist allerdings zu vermuten, dass diese Neuzugänge bereits vor Corona beschlossen worden waren. Und auch wenn die deutschen Lincoln-Mitarbeiter sich über die gekappten Gehälter ärgern mögen – das Unternehmen verlassen werden sie nicht. „Wir sitzen hier fest“, erklärte einer. „Sie behalten unser Gehalt und unseren Bonus ein und wir haben keine Ahnung, wann wir beides bekommen.“

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