Die drei Profile, die im deutschen Private Equity noch gesucht werden

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Die drei Profile, die im deutschen Private Equity noch gesucht werden

Hier geht's aufwärts. Photo by Daniel von Appen on Unsplash

Kürzlich haben wir den Artikel „Die fetten Jahre sind vorbei“ über den Abschwung im deutschen M&A- und Private Equity-Geschäft veröffentlicht. Quintessenz: Es wird nicht mehr viel angeheuert und Juniors sollten sich lieber nach Alternativen umschauen. Dem widerspricht Headhunterin Rebecca Liebel von der auf die Private Equity-Branche spezialisierten Personalberatung PER in München und Frankfurt. „Die Zahl unserer Platzierungen hat in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent zugelegt.“

Zwar sei es richtig, dass es der Private Equity-Branche immer schwerer falle, bezahlbare Zielunternehmen zu finden, dennoch sei das langfristige Wachstum der Anlageklasse Private Equity ungebrochen. „Die Zinsen sind niedrig, Immobilien überteuert und die Aktienmärkte zu volatil. Dagegen besitzt Private Equity ein vielfach bewährtes Geschäftsmodell“, meint Liebel.

Darüber hinaus seien in den zurückliegenden Jahren in Deutschland rund 80 neue Private Equity-Firmen hinzugekommen, wobei es sich ebenso um Neugründungen wie um ausländische Player handle, die sich in Deutschland angesiedelt haben. „Das Geschäftsmodell ist wesentlich reifer und wettbewerbsintensiver als noch vor Jahren“, sagt Liebel. „Daher brauchen die Fonds heute mehr Personal als früher.“

Dabei macht PER vor allem Bedarf an drei Profilen aus:

Juniors ab 18 Monaten Berufserfahrung

„Die von den Private Equity-Firmen gesuchten Mitarbeiter werden immer jünger. Derzeit werden schon Investmentbanker mit 18 Monaten bis drei, vier Jahren Berufserfahrung gesucht“, erzählt Liebel. „Diese Kandidaten bringen eine gute technische Ausbildung mit, können beispielsweise Modelle erstellen und kennen sich in der Due Diligence aus.“

Darüber hinaus müssten sie allerdings das rechte „Mindset“ aufweisen. „Jenseits der Zahlen müssen sie über ein gutes Gespür verfügen, welche Investitionen sich lohnen“, meint Liebel. Sie benötigten eine bestimmte „emotionale Intelligenz“ und müssten in der Lage sein, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. „Wenn im Investment Banking ein Deal abgeschlossen ist, dann war’s das. Dagegen ist das Private Equity-Geschäft langfristiger angelegt“, meint Liebel. Nicht jeder junge Investmentbanker – auch von den Tier 1-Banken – bringe dies mit. „Hier kommt das kommerzielle Wissen der Kandidaten aus der Strategieberatung auch zur Geltung, die inzwischen einen signifikanten Anteil der neuen Private Equity-Associates ausmachen.“

Private Equity-Experten mit drei bis vier Jahren Berufserfahrung

Gesucht würden weiter Associates bzw. Investmentmanager mit zwei bis vier Jahren Berufserfahrung bei einem Private Equity-Fonds. „Diese können eigenständig Dealprozesse teils leiten und sind zudem für die Analysten zuständig.“

Anders als die Juniors ließen sich diese Mitarbeiter nicht einfach von den Investmentbanken oder den Beratungen abwerben, sondern kämen von anderen Private Equity-Gesellschaften. „Es fällt aber gar nicht so leicht, solche Leute vom Wechsel von einer Private Equity-Gesellschaft zur anderen zu bewegen“, meint Liebel. Das liege in der langfristigen Ausrichtung des Geschäftsmodells. „Ein wichtiger Teil der Vergütung besteht im ‚Carried Interest‘, der oft erst nach vielen Jahren ausgezahlt wird“, erläutert Liebel. Wer zur Konkurrenz wechsle, drohe diesen Geldsegen zu verlieren.

Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung

Weiter würden Direktoren mit langjähriger Berufserfahrung in Private Equity gesucht, die eine Stufe unterhalb der Partner rangierten. An diesen Senior-Profilen hätten vor allem ausländische Gesellschaften, die nach Deutschland kommen, Bedarf. Einheimische Player würden ihre Führungskräfte lieber intern entwickeln, müssten ggf. aber entstandene Lücken in der Teamstruktur mit erfahrenen Kandidaten nachbesetzen.

„Es ist einfach viel schwieriger geworden, gute ‚Targets‘ zu finden und diese wertschöpfend weiterzuentwickeln als das noch vor einigen Jahren der Fall gewesen ist. Dazu brauchen die Private Equity-Firmen das richtige Personal“, sagt Liebel. „Ebenfalls beobachten wir auf dem Markt eine verstärkte Nachfrage nach hochqualifizierten CFOs und Finanzdirektoren sowohl für die Beteiligungen als auch für fondsinterne Finanzpositionen.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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