Nicht nur Perella Weinberg schafft hochbezahlte Jobs in München

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Marcus-Schenck

Marcus Schenck

Nachdem der frühere Investmentbanking-Vorstand der Deutschen Bank Marcus Schenck im Kampf um den Chefsessel des Konzerns Christian Sewing unterlegen war, hat er im Februar bei der Investment Banking-Boutique Perella Weinberg in London angefangen, wovon bisher das Deutschlandgeschäft betreut wurde. Doch lange hat es Schenck nicht in der britischen Hauptstadt ausgehalten.

Denn zum 1. Dezember will Perella Weinberg ein Büro in Deutschland eröffnen. Während Konkurrenten wie Rothschild und Lazard Frankfurt als ihren Deutschland-Sitz gewählt haben, zieht es Perella Weinberg nach München, wo die Boutique „ein kleines Büro“ in Schwabing eröffnet. Ein Teil der 10 bis 15 Beschäftigten zieht aus London um, weitere – wohl vornehmlich Juniors – werden vor Ort eingestellt.

„München hat mehr Potenzial an Klienten, die meisten Dax-Konzerne sitzen hier, aber auch sehr viele Start-Ups, in der Szene reicht München bald an Berlin heran“, erzählte Schenck der FAZ. Auch bei den Talenten hätte die Bayernmetropole die Nase vor Frankfurt. „München ist attraktiver, um junge Talente abzuwerben“, sagte Schenck. „Wir kommen mit einer kleinen Mannschaft aus London nach München, dazu stellen wir hier neue Leute ein.“

Und die dürften hochbezahlt sein, zumindest wenn sich die Vergütung an den beiden bekannten Konkurrenten Rothschild und Lazard in Deutschland orientiert. So haben die 93 Beschäftigten aus Rothschilds Advisory-Geschäft für die Zeit von 1. April bis 31. Dezember 2017 durchschnittlich etwa 301.000 Euro eingestrichen – für neun Monate wohlgemerkt. Bei Lazard kassierten die 41 Mitarbeiter aus dem Advisory-Geschäft in Deutschland Bruttovergütungen von knapp 380.000 Euro. Aktuellere Zahlen liegen leider noch nicht vor.

Doch Perella Weinberg ist nicht das einzige Unternehmen, welches trotz Rezessionswarnung in München einstellt. „In Private Equity wird weiterhin eingestellt“, versichert Headhunter Andreas Christl von Talentspy in München. „Die Private Equity-Firmen haben viel Bedarf in Operations.“

So würden Geschäftsführer und andere Managementkräfte für die Portfolio-Unternehmen benötigt, die die betreffenden Firmen voranbringen und so ihren Wert steigern. „Gesucht werden Leute, die die Sprache der Private Equity-Branche und des Mittelstands sprechen“, betont Christl. Es gebe durchaus auch Investmentbanker, die diese beiden Kriterien erfüllten.

Derzeit suchen beispielsweise Bavaria Industriekapital einen Private Equity-Partner, die Aurelius Group in München einen Investment Associate und Ansa Interim Management einen Private Equity Director.

Unterdessen schloss Schenck aus, dass die Gründung einer Deutschland-Niederlassung im Zusammenhang mit dem Brexit stehe, denn Perella Weinberg sei keine „regulierte Bank“. Tatsächlich ist für das Advisory-Geschäft anders als für Sales and Trading keine Banklizenz erforderlich.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

 

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