Die satten Vergütungen in den Kontrollfunktionen der Banken

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Die satten Vergütungen in den Kontrollfunktionen der Banken

Mit der Kontrolle kann man es auch übertreiben. Photo by Matthew Henry on Unsplash

Satte Gehälter, satte Boni, aber endlose Arbeitszeiten. Keine Frage, die Front Office-Investmentbanker stellen immer noch die Spitze der Nahrungskette in der Branche dar. Doch immer mehr holt das Middle Office gegenüber den Investmentbankern auf, wie eine Untersuchung der Vergütungsberichte ergibt.

So strichen die fast 5700 Mitarbeiter der „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ der Deutschen Bank 2018 eine Gesamtvergütung von durchschnittlich knapp 131.000 Euro ein, wozu der Konzern Risikomanagement, Audit, Compliance und Kriminalitätsbekämpfung zählt.

Zwar sind die Middle Office-Beschäftigten immer noch knapp 100.000 Euro von den 16.400 Investmentbankern mit 228.000 Euro entfernt, allerdings fallen die Arbeitszeiten und die Qualifikationsanforderungen auch deutlich geringer aus.

Weiter profitieren die „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ von einem ganz eigenen Effekt: Während die Boni bei den Investmentbankern 2018 rund 40 Prozent der Grundgehälter ausmachten, waren es bei den „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ lediglich 13 Prozent. Letztere müssen sich also weniger Sorgen um einen Bonuskahlschlag machen oder dass ihre verschobenen Boni mit dem Absturz des Aktienkurses der Deutschen Bank verfallen.

Die bestzahlende Bank bei den „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ in Deutschland ist jedoch nicht etwa die Deutsche, sondern die Aareal Bank. Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer ließ 2018 für seine Middle Office-Beschäftigten rein rechnerisch gut 156.000 Euro pro Kopf springen. Am unteren Ende des Rankings befindet sich die Helaba mit 89.000 Euro.

Darüber hinaus fallen die Gehaltsteigerungen in den „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ weit überdurchschnittlich aus. Noch immer herrscht hier ein beträchtlicher Nachfrageüberhang, der durch den Brexit und der damit gestiegenen Nachfrage seitens der Auslandsbanken sogar noch gestiegen ist.

Die Gehaltssteigerungen, die sich aus der unten stehenden Tabelle ergeben, sind indes mit Vorsicht zu genießen. So ergibt sich bei der Deutschen Bank rein rechnerisch ein Aufschlag von einem Drittel auf knapp 131.000 Euro. Allerdings verzerren hier statistische Effekte die Realitäten. Während die Deutsche Bank für 2018 rund 5800 Mitarbeiter in den „Unabhängigen Kontrollfunktionen“ ausgewiesen hat, waren es 2017 noch 13.500 gewesen. Anders bei der HypoVereinsbank: Hier scheint die Gesamtvergütung tatsächlich zweistellig zugelegt zu haben.

Unterdessen scheint diese Entwicklung nicht folgenlos an den Middle Office-Beschäftigten vorrüberzugehen. „Ich konnte für einen Risikomanager mit nur zwei, drei Jahren Berufserfahrung bei einem Arbeitgeberwechsel einen Gehaltssprung von 70.000 auf 90.000 Euro herausholen. Ihm war das aber zu wenig; er hat das Angebot abgelehnt“, erzählt ein Frankfurter Headhunter kopfschüttelnd.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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