Die große Auswertung: Was der Investment Banking Analysten-Jahrgang 2019 mitbringt

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Die große Auswertung: Was der Investment Banking Analysten-Jahrgang 2019 mitbringt

Foto: Getty Images

Traditionell fangen die neuen Analysten im Investment Banking im Sommer an. So haben wir bislang 37 neue Analysten aus Deutschland gezählt, die soeben ihre Karriere in Frankfurt oder London begonnen haben. Die Liste ist natürlich unvollständig, doch zeigt eine Auswertung recht schön, was Investmentbanken und Boutiquen von Einsteigern verlangen.

So viel schon einmal vorweg: Von den ermittelten Analysten haben es immerhin fast 30 Prozent nach London geschafft, die Chancen auf eine Karriere in Europas Finanzzentrum Nummer 1 stehen also gar nicht so schlecht.

Vier Praktika sind Pflicht, mehr erwünscht

Beim Investment Banking handelt es sich um eine besonders anspruchsvolle Karriere. Von daher verwundert es kaum, dass sämtliche neuen Analysten mehrere einschlägige Praktika mitbringen. Von den übrigens 78 Prozent vorher schon ein Praktikum bei ihrem späteren Arbeitgeber absolviert. Lediglich bei weniger renommierten Banken und Häusern scheinen gelegentlich Kandidaten ohne ein vorheriges Praktikum in dem Haus zum Zuge zu kommen.

Bei der Analyse der Zahl der absolvierten Praktika ergibt sich eine Gaußsche Verteilung wie aus dem Lehrbuch: 35 Prozent der Analysten bringen vier Praktika und 43 Prozent sogar fünf oder mehr Praktika mit. Wer irgendwo mit nur zwei Praktika unterkommen möchte, braucht schon sehr gute Argumente. Eine nähere Analyse verbietet aber das Allgemeine Gleichstellungsgesetz.

Bachelor in In-, und Master im Ausland

Wer die Geschichten von Investment Banking-Analysten mit einem Studium in Literaturwissenschaft oder Kunstgeschichte gelesen hat, sollte schleunigst das Märchenbuch zuklappen – das gilt übrigens auch für England.

Zwar gibt es einen Analysten mit einem Master in Wirtschaftsgeschichte der London School of Economics (LSE), aber auch er besitzt einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften. Ein weiterer bringt Abschlüsse in Medizintechnik und Bioinformatik mit und einer ist Mathematiker. Ansonsten regiert das Einerlei der Wirtschaftswissenschaften, mit wenigen Wirtschaftsingenieuren und Wirtschaftsinformatikern als Garnitur.

Abgesehen davon bevorzugen Investmentbanken und Boutiquen offenbar, wenn ihre neuen Analysten einen Master mitbringen. Lediglich acht Analysten, also rund ein Viertel, besitzen nur einen Bachelor.

Bei den Bachelor-Abschlüssen liegen die besuchten Unis im Rhein-Main-Gebiet ganz vorne. 17 Prozent der Stichprobe besuchten die Frankfurt School, 11% die Goethe-Uni, 8 Prozent die WHU in Vallendar bei Koblenz und 5,4 Prozent die Uni Mannheim.

Unter den ausländischen Hochschulen finden sich lediglich die Uni Maastricht mit einem Anteil von 8 Prozent und die Uni St. Gallen mit 5 Prozent. Beide haben übrigens den Vorzug, dass sie von der deutschen Grenze leicht per Fahrrad zu erreichen sind. Sämtliche Hochschulen mit nur einer Nennung, 30 Prozent – haben wir nicht erwähnt. Im Grunde handelt es sich um ein erwartetes Bild.

Umso erstaunlicher ist, dass die gleichen Analysten für ihren Master ein ganz anderes Auswahlmuster zeigen. Hier spielen die Frankfurt School und die Goethe-Uni zwar ebenfalls eine wichtige Rolle, doch die meisten Analysten zog es ins Ausland.

Mit einem Anteil von 16 Prozent der Master-Abschlüsse liegt die Uni St. Gallen ganz vorne. An der HEC Paris haben immerhin 8 Prozent, in Stockholm, Rotterdam und der ESADE in Barcelona jeweils 5 Prozent der Analysten studiert. Auch die Unis, die nur von einzelnen Analysten besucht wurden (41 Prozent), bestätigen den Befund. Dort finden sich so klingende Namen wie Oxford, Cambridge, das Imperial College in London, die LSE in London und das MIT in Boston. Wer also ein Karriere im Investment Banking anstrebt, sollte spätestens nach dem Bachelor seine Koffer packen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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