Blick ins Portemonnaie: Was JP Morgan in Frankfurt zahlt

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Blick ins Portemonnaie: Was JP Morgan in Frankfurt zahlt

Foto: Getty Images

Nach dem neuen Offenlegungsbericht für 2018 fällt die Bezahlung bei der JP Morgan AG in Frankfurt vergleichsweise bescheiden aus. Durchschnittlich kassierten die etwa 340 Mitarbeiter eine Gesamtvergütung von knapp 142.000 Euro, wovon fast 110.000 auf die Gehälter und etwa 32.000 Euro auf die Boni entfielen.

Bei genauerer Betrachtung fällt die beträchtliche Gehaltsspanne auf. An der Spitze der Nahrungskette stehen die zwölf Geschäftsführer, von denen jeder rein rechnerisch 771.000 Euro kassierte, gut 287.000 Euro als Gehälter und fast 484.000 Euro als Boni. Die elf Risikoträger, die nicht zur Geschäftsführung zählen, strichen immerhin gut 387.000 Euro pro Kopf ein.

Interessanterweise scheint das Middle Office bei der JP Morgan AG besser zu verdienen als das Front Office (ohne die Risikoträger). Während die 22 Beschäftigten der unabhängigen Kontrollfunktionen immerhin gut 172.000 Euro einstrichen, kassierten die 94 Beschäftigen in den Marktfunktionen nur knapp 140.000 Euro. Am schwächsten schnitt das Back Office mit keinen 100.000 Euro pro Kopf ab.

Mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von nur etwa 142.000 Euro fällt die JP Morgan AG deutlich hinter die Goldman Sachs AG und die Morgan Stanley AG in Frankfurt zurück, die für 2017 Gesamtvergütungen von 395.000 und knapp 354.000 Euro auswiesen.

Die Realitäten dürften indes etwas differenzierter aussehen. Denn in der Goldman Sachs AG war 2017 eigentlich nur das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A), Aktien- und Anleiheemissionen (ECM, DCM) angesiedelt, während die übrigen - oft weniger lukrativen Bereiche - in anderen Konzerngesellschaften angesiedelt waren.

Dies dürfte sich allerdings bald ändern. Im Zuge des Brexits passen sämtliche US-Banken ihre Strukturen an. So will JP Morgan ihre AG in Frankfurt in die zentrale Trading-Plattform für die Eurozone fortentwickeln. Als Folge dessen sollen diverse andere Sales & Trading-Aktivitäten rechtlich in der deutschen AG gebündelt werden, weshalb JP Morgan mit einer Verdreifachung der Mitarbeiter auf bis zu 1000 rechnet. Freilich dürften dabei nur wenige neu geschaffen werden.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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