Interview KPMG: Die spannenden Chancen in der Versicherungsberatung

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Interview KPMG: Die spannenden Chancen in der Versicherungsberatung

Anselm Mantei (von links) und Sören Hagedorn von KPMG

Sören Hagedorn und Anselm Mantei arbeiten in der Prüfung und Beratung von Versicherungsunternehmen bei KPMG. In einem Doppelinterview verraten sie, wieso ihr Beruf so spannend ist, wie der Einstieg gelingt und wie ihre Work-Life-Balance aussieht.

Viele halten die Beratung von Versicherungen für ein graues Thema. Was machen Sie genau?

Hagedorn: In unserem Bereich „Insurance Risk and Actuarial“ sind die Funktionen gebündelt, die in Versicherungsunternehmen bei CFO (Finance) und CRO (Risikomanagement) angesiedelt sind: Das reicht von aktuariellen Kernthemen wie Pricing, Modellierung und Produktentwicklung über qualitatives und quantitatives Risikomanagement, wo es auch um das Lösen komplexer mathematischer Probleme geht, über Accounting-nahe Themen, wozu die Unterstützung in der Jahresabschlussprüfung und regulatorische Aspekte zählen, bis hin zu Data Analytics und Machine Learning. Da in Versicherungen große Datenmengen vorhanden sind, wird Letzteres immer wichtiger.

Bis zur Einführung der EU-Audit Reform und der damit verbundenen Pflichtrotation hat sich KPMG in Deutschland im Bereich der Prüfung von Versicherungen als Marktführer mit einem Marktanteil von etwa 70 Prozent entwickelt. Wir beschäftigen in unserem Bereich rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wachsen vor allem im Beratungsumfeld immer weiter. 

Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?

Mantei: Ich möchte in meinem Beruf eine gewisse Entwicklung sehen und mich in Themen einbringen. Inhaltlich ist KPMG am Puls der Zeit, was für mich sehr spannend ist und viel Abwechslung in meine Tätigkeit bringt. So arbeite ich in verschiedenen Beratungs- und Prüfungsprojekten bei kleinen, mittleren und großen Mandanten an sehr vielschichtigen Themen. Momentan beschäftige ich mich mit der Implementierung des neuen internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 17. Inhaltlich erstrecken sich meine Tätigkeiten über Facharbeit, Termine mit Mandanten und diverse Workshops.

Darüber hinaus ist mir der Zusammenhalt im Team sehr wichtig. Obgleich die Leute aus unterschiedlichen Bereichen kommen, arbeiten sie gemeinsam an einem Projekt und haben das gleiche Ziel. An der Implementierung von IFRS 17 arbeiten Kolleginnen und Kollegen aus dem Aktuariat, dem Accounting und der IT gemeinsam. Dadurch kann man sich gegenseitig ergänzen und sehr viel lernen. Die Kombination von all dem finde ich super.

Sie sind kürzlich von einer anderen Big 4-Gesellschaft zu KPMG gewechselt. Ist es nicht gleich, für welche Gesellschaft man arbeitet? Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Mantei: Von außen betrachtet, mögen alle Big 4 gleich aussehen. Doch wenn man sich die Details anschaut, entdeckt man schon Unterschiede. So ist KPMG in den vergangenen Jahren in der Prüfung von Versicherungsunternehmen klar die Nummer 1 gewesen. Da die Versicherungen heute aufgrund einer EU-Verordnung alle paar Jahre ihre Prüfungsgesellschaft wechseln müssen, ergeben sich wiederum zahlreiche Möglichkeiten für KPMG, neue Bereiche, vor allem in der Beratung, anzugehen. Insbesondere die gute Vernetzung und die umfangreichen Kenntnissein der Wirtschaftsprüfung, gepaart mit viel Branchenexpertise, macht KPMG aus meiner Sicht einzigartig innerhalb der Big 4. Damit ergeben sich jetzt viele spannende Entwicklungsmöglichkeiten.

Work-Life-Balance ist vielen Berufseinsteigern wichtig. Wie vereinbaren Sie Erfolg im Beruf und Privatleben?

Mantei: Ich möchte sowohl meinem Berufs- als auch meinem Privatleben gerecht werden. Obgleich die Arbeitszeiten in der Beratung nicht in Stein gemeißelt sind, haben wir grundsätzlich eine 40-Stunden-Woche. Natürlich gibt es Zeiten, in denen mehr los ist, aber auch solche, in denen weniger Arbeit anfällt. Daher haben wir ein Arbeitszeitkonto, auf dem jede Stunde verbucht wird, die ich mehrleiste. Damit kann ich dann flexibel umgehen. So habe ich das Arbeitszeitkonto genutzt, um in diesem Winter durch Südamerika zu reisen. Ich konnte Skifahren und werde demnächst nach Georgien fliegen. Auch unter der Woche ist Flexibilität gut möglich. Beispielsweise kann ich freitags etwas früher gehen oder auch einmal später kommen. In der freien Zeit gehe ich gerne Klettern, Fahrrad fahren oder Badminton spielen. 

Was müssen Absolventen für einen Karriereeinstieg in der Beratung von Versicherungen bei KPMG mitbringen?

Hagedorn: Grundsätzlich sind wir ein aktuarieller Bereich. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe von Themen, die darüber hinausgehen. Bei uns gibt es viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Hintergrund in den MINT-Fächern und den Wirtschaftswissenschaften. Kenntnisse in Statistik werden aufgrund der Datenanalyse bei uns immer häufiger nachgefragt. Diese Bereiche wollen wir ausbauen, wozu wir junge motivierte Kolleginnen und Kollegen benötigen.
Was die Abschlüsse angeht, bevorzugen wir einen Master, weil die analytischen Fähigkeiten dabei gegenüber einem Bachelor noch einmal vertieft werden. Die Noten sind wichtig, aber nicht alles entscheidend. Auch müssen Talente nicht bereits mehrere Praktika bei Versicherungen und Big 4-Gesellschaften gemacht haben, um bei uns eine Chance zu bekommen. Vielmehr muss das Gesamtbild stimmen. Daher gibt es auch nicht den typischen Lebenslauf. So hatte ich selbst im Studium keinerlei Nähe zu Versicherungen. Dennoch sind gute Noten und einschlägige Praktika bei Versicherungen und Beratungen natürlich hilfreich.

Diejenigen, die noch mehr über uns erfahren möchten, können sich hier detaillierter über unsere Aufgaben und Projekte informieren.

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