Die Vor- und Nachteile einer Fusion von Deutscher und Commerzbank

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Die Vor- und Nachteile einer Fusion von Deutscher und Commerzbank

Dass die Fusion von Deutscher und Commerzbank kommt, ist keineswegs sicher. Doch seitdem beide Banken gestern offiziell Verhandlungen aufgenommen haben, ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen.

Die Financial Times hat einen kleinen Zeitplan zusammengestellt, was jetzt als nächstes ansteht. Die Due Diligence wird noch in der laufenden Woche beginnen und beide Vorstände müssen „Spezialfragen“ diskutieren. Verhandlungen und Due Diligence werden einige Zeit beanspruchen. Die Fusion wird derweil neben der Bundesregierung auch von Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, Commerzbank-Chef Martin Zielke und dem Investor Cerberus unterstützt. Unterdessen haben die Gewerkschaften Widerstand angekündigt.

Eine der Kernfragen lautet dabei, wie die Zukunft des Corporate and Investment Banking (CIB) der Deutschen Bank aussieht. Laut Bloomberg haben Deutsche und Commerzbank das Thema bereits früher sondiert. Das letzte Mal als eine Fusion beider deutscher Banken 2016 eruiert wurde, wurde vorgeschlagen, die Commerzbank lediglich mit einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank zu verschmelzen, in die die Deutsche Bank nur ihr Filial- und Firmenkundengeschäft einbringt. Abseits stehen bliebe das umfangreiche Trading-Geschäft der Deutschen Bank, welches am Ende sogar verkauft werden könnte.

Wird dieses Mal ein ähnliches Szenario Gestalt annehmen? Commerzbankchef Zielke scheint auf die CIB der Deutschen Bank in ihrer aktuellen Form nicht sonderlich erpicht zu sein. Die Financial Times zitiert einen Commerzbank-Insider, wonach jetzt alles auf den Prüfstand gestellt werden müsse – inklusive des Investmentbankings. Die Commerzbank selbst hat sich seit der Finanzkrise vom Gros ihres Tradings-Geschäfts getrennt.

Gleich ob das CIB der Deutschen Bank ausgelagert, verkleinert oder beibehalten wird, dürfte eines doch als sicher gelten: Trader, Vertriebsmitarbeiter und Investmentbanker dürften in der neuen Einheit weniger verdienen. Bloomberg zitiert einen Analysten der Bank of America, wonach es einer fusionierten Bank schwerfallen dürfte, die Vergütungsstruktur einer globalen Investmentbank aufrechtzuerhalten.

Auch der Bundesregierung wird nachgesagt, einen Teil des fusionierten Konzerns halten zu wollen und eine staatliche Beteiligung stellt für üppige Bankergehälter keine guten Aussichten dar. Auch wenn die Bezahlung bei der neuen deutschen Groß-Großbank unter Druck geraten dürfte, gibt es auch gute Seiten einer solchen Fusion. Schon heute zahlt die Commerzbank in ihrem Investmentbanking vergleichsweise schlecht. Doch durch die relativ kurzen Arbeitszeiten wird dieser Nachteil zumindest teilweise ausgeglichen. Vielleicht wird etwas ähnliches auch bei der Deutschen Bank passieren. So mancher müder Trader der Deutschen Bank dürfte sich über bessere Arbeitszeiten freuen und bei der Bank bleiben.

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