Einstellungswelle im Corporate Banking: „Die Auslandsbanken würden sich über Fusion von Deutscher und Commerzbank freuen“

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Einstellungswelle im Corporate Banking: „Die Auslandsbanken würden sich über Fusion von Deutscher und Commerzbank freuen“

Deutsche Unternehmen sind als Kunden heiß begehrt. Foto: Getty Images

Nach den Fusionsgerüchten herrschen innerhalb der Commerzbank nachdenkliche Gesichter vor. „Generell denke ich, dass wir bei einer solchen Kombination relativ viel Overlap im Firmenkundengeschäft und weniger Overlap im Privatkundengeschäft haben“, erzählt eine Führungskraft aus dem Investmentbanking, die lieber anonym bleiben möchte. „Das regt natürlich zum Nachdenken an.“

Kein Wunder, hat die Commerzbank doch bei der Übernahme der Dresdner Bank vor fast zehn Jahren ganz ähnliches durchgemacht. Nur wäre sie heute in der Juniorrolle. Während Commerzbank und Dresdner Bank Ende 2008 noch gut 64.500 Mitarbeiter zählten, sind es heute nur noch 49.000 – ein Minus von 15.500 Jobs. Von daher überrascht es nicht, dass Gewerkschaften und Aufseher sich am Dienstag mit Negativprognosen überboten und vor einem Abbau 10.000 bis 30.000 Jobs warnten.

Auch Headhunter Tim Zühlke von Fred Executive Search in Frankfurt geht davon aus, dass eine fusionierte Deutsche Commerzbank im Firmenkundengeschäft in ihrem Heimatmarkt deutlich geringere Erträge erzielen würde als beide heute allein generieren. „Die Auslandsbanken würden sich über eine Fusion von Deutscher und Commerzbank freuen“, sagt Zühlke, der sich noch gut an die Finanzkrise und die Dresdner Bank-Übernahme erinnern kann. „Damit würden die Auslandsbanken in Deutschland weitere Marktanteile gewinnen.“

Schon heute bauten einige Auslandsbanken ihre Niederlassungen in Deutschland aus und neue würden eröffnet. Als Beispiel nennt Zühlke den Aufbau des Mittelstandsgeschäfts bei JP Morgan in Deutschland. Tatsächlich hatte die US-Investmentbank im Januar Bernhard Brinker als Head of Corporate Client Banking & Specialized Industries in Frankfurt von der HypoVereinsbank in München abgeworben.

Damit blasen die Amerikaner nicht nur hierzulande, sondern auch im restlichen Europa und im asiatisch-pazifischen Raum zu einer Firmenkundenoffensive. „Wir sehen große Wachstumschancen für lokale Unternehmen in diesen Märkten und sie können von der Zusammenarbeit mit einem globalen Bankenpartner profitieren“, sagte Rob Holmes, Head of Corporate Banking & Specialised Industries bei JP Morgan.

Laut Personalberater Andreas Krischke von Indigo Headhunters bauen in Deutschland u.a. Unicredit, ING, BNP Paribas und die Landesbank Baden-Württemberg ihr Firmenkundengeschäft aus. „Alle hoffen natürlich nach einer Fusion von Deutscher und Commerzbank etwas von dem Kuchen abzubekommen“, sagt Krischke. Nach einer Fusion müsste die neue Großbank schon wegen des Klumpenrisikos Kredite reduzieren, die sie an bestimmte Großkunden vergeben hat.

„Ich weiß nicht, ob bei dem Ausbau des Firmenkundengeschäfts der Auslandsbanken in Deutschland die potenzielle Fusion die tragende Idee ist. Eine Rolle spielt das aber schon“, meint Zühlke. Derzeit würden im deutschen Firmenkundengeschäft Mitarbeiter gesucht, eine Vorliebe für bestimmte Profile sei indes nicht zu beobachten. „Wir sehen schon einige Nachfrage. Sie ist aber nicht auf dem Niveau wie vor drei, vier Jahren.“ Seinerzeit hatten Auslandsbanken wie die HSBC zur Offensive geblasen.

„Gesucht werden die Leute, die das Wachstum unterstützen können, die in der Lage sind Neugeschäft zu generieren und Neukunden hinzuzugewinnen“, erzählt Krischke. „Die sollen aber auch profitables Geschäft hereinbringen, also nicht nur Kredite vergeben, sondern Provisionen generieren.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

 

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