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GASTKOMMENTAR: Ich finde keinen neuen Job, weil meine Vorgesetzte mir schlechte Referenzen gibt

Ich leide an der Unsitte, schlechte Referenzen zu verteilen. Das hat mich in den zurückliegenden Monaten einige Jobchancen gekostet.

Davor hatte ich bei einer Großbank gearbeitet. Nach einem Wechsel im Management arbeitete auch ich für eine neue Vorgesetzte, die ich als XXX bezeichnen möchte. Sie hat mein Leben dramatisch verändert – und das nicht zum Positiven.

XXX verbrachte viel Zeit mit Computerspielen und langen privaten Telefonaten während des Tages. Folglich wurde nichts Wesentliches in der regulären Arbeitszeit fertig und sie arbeitete jeden Tag bis spät in die Nacht.

Ich will gar nicht alles wissen

Zwischen uns beiden stimmte die Chemie nicht und ich kam mit ihrem Arbeitsstil nicht zurecht. Ich habe kein Verständnis für ihr fehlendes Gewissen und ihr unethisches Verhalten. Doch was mich richtig ärgerte, war, dass Sie die Zunge herausstreckte, nachdem sie einen Witz über ihr Sexualleben gerissen hatte. Es gibt Dinge, von denen ich gar nichts wissen will und das Sexualleben meiner Vorgesetzten, die in etwa so alt wie mein Mutter ist, zählt sicherlich dazu.

Nach diesem Vorfall hörte ich auf, mich ihr gegenüber freundlich zu verhalten und begrenzte die Beziehung auf die berufliche Zusammenarbeit. Ich half ihr dabei, sich in der Arbeit zurechtzufinden, wie sie mein vorheriger Chef zurückgelassen hatte. Ich machte sie mit unseren Firmenkunden bekannt und ich unterstützte sie stark und kontinuierlich. Dennoch kam ich nie mit ihr zurecht.

Anfang des Jahres wurde mir plötzlich ohne weitere Erklärung oder Entschädigung gekündigt. Ich war zwar enttäuscht, aber auch glücklich, mich neu orientieren zu können. Bislang erwies sich meine Jobsuche als schwierig und der Arbeitsmarkt wird wieder enger.

Ruinöse Referenzen

Obgleich ich bei einigen Vorstellungsgesprächen ganz gut abschnitt, haben mir die Banken eine Absage erteilt. Einige haben durchblicken lassen, dass die Referenzen meines vorherigen Arbeitgebers nicht zufriedenstellend ausgefallen sind. Das überrascht mich überhaupt nicht. Denn eine weitere ungewöhnliche Angewohnheit von XXX besteht darin, stolz darauf zu sein, Leuten, die sie nicht mag, schlechte Referenzen zu geben. So hat sie nahen Mitarbeitern – ohne ein Anflug von Reue – gelegentlich erzählt, dass sie Kollegen das Leben schwer mache, sobald diese das Unternehmen verlassen hätten.

Jetzt zähle ich auch zu denjenigen Leuten, die von ihrem ehemaligen Vorgesetzten heimgesucht werden. Dabei möchte ich weder öffentlich schlechte Kommentare über meine ehemalige Vorgesetzte abgeben noch meinen früheren Arbeitgeber kritisieren. Das wäre kontraproduktiv.

Obgleich ich einige positive Referenzen von ehemaligen Kollegen gesammelt habe, kann ich keinen potenziellen Arbeitgeber davon abhalten, bei meiner früheren Vorgesetzten nachzuhaken und ich kann die Dame auch nicht davon abhalten, ihr Gift zu verspritzen.

Ich denke, dass Sie meine Karriere ruiniert. Ich habe darüber nachgedacht, sie und die Bank zu verklagen. Allerdings ist es in Hongkong, wo ich arbeite, nicht illegal, unverdient schlechte Referenzen zu erteilen. Ich habe den Regionalleiter meines ehemaligen Arbeitgebers kontaktiert und mit der HR-Abteilung des Unternehmens gesprochen. Doch dabei ist bislang wenig herausgekommen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Durch Zufall bin ich auf Dein Kommentar gestossen.
    Auch ich erlebe ähnliche Situation. Der frühere Vorgesetzter und HR erteilen sehr schlechte Referenzen, daher bekomme ich keine neue Einstellung. Bist Du noch in Asien oder in der EU inzwischen?

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