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Die Gewinner und Verlierer unter den Investment Banking-Segmenten 2017

Man on top of skyscraper

Investmentbanken heuern wieder an im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren. So ganz einfach liegt die Sache allerdings nicht. Denn strategische Neuausrichtungen, Rückzüge aus bestimmten Geschäftsbereichen oder sogar deren vollständige Aufgabe führen zu weiter sinkenden Beschäftigungszahlen.

„Wenn 2010 irgendeine der zwölf großen Investmentbanken begann, in einem Fixed Income-Segment einzustellen, dann sind die übrigen gefolgt“, erzählt George Kuznetsov, Leiter des Researchs beim Analysehaus Coalition. „Heute sind es nur die größten zwei, drei Unternehmen, die in keinem Segment den Anschluss verlieren wollen. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen (FICC) haben wir viele Restrukturierungen gesehen. Daher sind nur wenige Banken zu Neueinstellungen bereit.“

Doch es gibt eine Ausnahme: das Credit-Trading. Die meisten Banken haben Credit-Trader im vergangenen Jahr abgebaut und versuchen sie jetzt wieder zurückzulocken, sagt Kuznetsov.

„Die Banken betrachten es jetzt als notwendig, Trader zu ersetzen, die zu anderen Banken gegangen sind oder sie bauen ihre verwaisten Teams wieder auf“, erzählt er. „Credit gehört zu den Bereichen, in denen die Banken einstellen.“

Unterdessen hat Coalition eine Studie zum Abschneiden der Investmentbanken im ersten Halbjahr veröffentlicht. Demnach scheint die Beschäftigung in der Branche weiter zu sinken, obgleich sich der Abbau deutlich verlangsamt hat. So sind in den zurückliegenden zwölf Monaten rund 700 Front Office-Stellen weggefallen – 400 davon allein im Aktiengeschäft.

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Kuznetsov befürchtet sogar, dass es im Aktiengeschäft noch schlechter kommen könne. Dabei sind die Auswirkungen der EU-Richtlinie MiFID II auf die Research-Teams der Banken noch gar nicht sichtbar geworden. Die meisten Banken würden vorerst bei der „Optimierung ihrer Beschäftigtenzahl“ abwarten, bis die Auswirkungen klar sind. Mit anderen Worten: Weitere Einschnitte sind absehbar.

Dagegen erweist sich die Beschäftigung im Beratungsgeschäft (Advisory) als robust. Das Anziehen der Erträge im Geschäft mit Aktienemissionen (Equity Capital Markets, ECM) habe jedoch noch nicht zu vermehrten Neueinstellungen geführt.

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Der gemütlichste Arbeitsplatz innerhalb des FICC-Bereiches stellte im ersten Halbjahr zweifellos das Credit-Geschäft dar. Dort stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent, wobei die Verbriefungen sogar um 53 Prozent zulegten. Vor allem das Geschäft mit verbrieften Wohn- und Geschäftsimmobilienhypotheken lief Kuznetsov zufolge im ersten Halbjahr gut. Dagegen herrschte im Rohstoffhandel immer noch Flaute. Viele Investmentbanken haben sich sogar ganz oder teilweise aus diesem Geschäft zurückgezogen. Die branchenweiten Erträge purzelten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar.

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Auch im Aktienhandel haben die meisten Banken zu kämpfen; lediglich das Geschäft mit Aktienderivaten läuft rund. Besonders in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika sowie in Asien seien strukturierte Produkte gefragt.

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