☰ Menu eFinancialCareers

Helaba: Frankfurt erhält 5000 Brexit-Jobs bis Ende 2019 und kann sie verkraften

Frankfurt am Main skyline at dusk, Hessen, Germany

Endlich tut sich auch etwas bei der UBS. Die Nachrichtenagentur Bloomberg will von zwei Insidern erfahren haben, dass die Schweizer Großbank plant, 250 oder mehr Investment Banking-Jobs von London nach Frankfurt zu verlagern. Die UBS befinde sich bereits in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Ende 2016 beschäftigten die Schweizer unter Leitung von Stefan Winter in Frankfurt rund 50 Investmentbanker.

Damit erreicht die Liste der Banken, die sich für Frankfurt entschieden haben, eine stattliche Länge. Die Helaba rechnet in ihrer neuen Studie „Finanzplatz Frankfurt in der Pole-Position für Brexit-Banker“ mit einem Zulauf von mindestens 8000 Stellen, wovon 5000 bis Ende 2019 entstehen sollen. Durch die Brexit-Jobs werde die Beschäftigung am Finanzplatz Frankfurt um 4 Prozent auf 65.000 Stellen klettern.

Helaba-Beschäftigung

Immobilienengpass kleiner als befürchtet

Am Büroraum wird der Brexit jedenfalls nicht scheitern. Lautet dem Helaba-Immobilien-Analysten Stefan Mitropoulos könne der Büromarkt den Zuzug von 5000 Bankern gut verkraften. Vom Flächenbestand von 12,5 Mio. Quadratmetern stünden derzeit etwa 1,2 Mio. leer. Bei einem Arbeitsplatzbedarf von 20 Quadratmetern pro Kopf summiere sich der Gesamtbedarf für die Brexit-Migranten auf gerade einmal 100.000 Quadratmeter.

Ein Großteil des Leerstandes befindet sich allerdings jenseits der von Banken präferierten Innenstadtlagen. Bis 2019 rechnet Mitropoulos jedoch mit der Fertigstellung von Winx Tower, Marienforum, Omniturm und Marienturm mit zusammen über 130.000 Quadratmetern, was für den Zusatzbedarf ausreichen sollte.

Helaba-Tuerme

Obgleich die Frankfurter Büromieten in Deutschland an der Spitze liegen, fielen sie im Vergleich zu London, Dublin oder Paris günstig aus, was einen veritablen Kostenvorteil für den Finanzplatz darstelle.

Brexit

Kritischer sehe es hingegen beim Wohnraum aus, bei dem es keinen nennenswerten Leerstand gebe. Schon in den zurückliegenden Jahren habe die Stadt einen jährlichen Zuwachs von 13.000 Einwohnern verkraften müssen. Dieser Trend werde durch den Brexit weiter verstärkt. Da der Neubau bislang nicht mit der erhöhten Nachfrage mithalten konnte, würde die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auseinanderlaufen. Einige Brexit-Migranten müssten voraussichtlich zunächst einmal ins Umland ausweichen.

Auch bei den Kapazitäten der internationalen Schulen gibt die Helaba Entwarnung. „Einige der international ausgerichtete Schulen haben bereits eine Expansion signalisiert, die sie in innerhalb von 12 bis 18 Monaten realisieren könnten“, heißt es von der Helaba. So seien die Erweiterungspläne der Europäischen Schule, die vor allem die Kinder der EZB-Mitarbeiter besuchen, bereits weit gediehen.

14 Sterne-Restaurants erwarten Investmentbanker

Auch bei der Lebensqualität sieht die Helaba Frankfurt für den Brexit-Ansturm gut gerüstet. So gebe es im Großraum allein 14 Sterne-Restaurants.

Helaba-Restaurant

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier