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Das Märchen vom großen Personalabbau im Schweizer Banking

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Seit Jahren produzieren die Schweizer Banken bei der Beschäftigung Negativschlagzeilen. Doch die tatsächlichen Daten zur Beschäftigung in der Branche spiegeln dies nicht wider. So beschäftigten im vergangenen Jahr die Banken hierzulande immerhin 101.382 Mitarbeiter und damit gerade einmal 1660 oder 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit 2017 verminderte sich die Beschäftigung um rund 4700 Stellen, wie aus dem am heutigen Donnerstag (31. August) vorgelegten Bankenbarometer der Schweizerischen Bankiervereinigung hervorgeht. Von einem Kahlschlag kann also keine Rede sein.

Den größten und medienwirksamsten Abbau verzeichneten die beiden Schweizer Großbanken mit einem Minus von 3,6 Prozent oder 1253 Stellen. Bei den Auslandsbanken und den Privatbankiers sank die Beschäftigung um jeweils 4,2 Prozent, was einem Abbau von 647 bzw. 93 Stellen entspricht. Darin spiegelt sich der sukzessive Rückzug der Auslandsbanken aus der Schweiz und die Konsolidierung des Private Bankings wider.

Dagegen erwies sich die Beschäftigung bei den Kantonalbanken als stabil. In der Kategorie der Börsenbanken stieg die Beschäftigung sogar um 3,3 Prozent oder 413 Stellen. Auch die Raiffeisenbanken verzeichneten ein Plus von 0,7 Prozent oder 61 Stellen.

Mehr Stellen für Mitarbeiter unter 40

Besonders interessant ist eine Verschiebung der Beschäftigung zwischen den Altersklassen. So erhöhte sich die Beschäftigung entgegen dem Trend in den Altersklassen der 15- bis 24jährigen und 25- bis 39jährigen um 9,6 Prozent auf 14.300 Stellen bzw. um 1,4 Prozent auf 42.300. Der branchenweite Stellenabbau geht also allein zulasten der älteren Beschäftigten. Die Branche verjüngt sich. Entsprechend ging die Beschäftigung in der Altersklasse der 40- bis 54jährigen und der 55- bis 64jährigen um 4,1 Prozent auf 52.400 bzw. um 10,6 Prozent auf 14.400 Stellen zurück.

Die Karrierechancen fallen für die unter 40jährigen in der Schweiz also keineswegs schlecht aus. Von daher verwundert es auch nicht, dass 24,7 Prozent der Banken bei einer Umfrage angaben, im zweiten Halbjahr Stellen aufbauen zu wollen, während nur 11,4 Prozent Mitarbeiter abzubauen planen.

Geschäftserfolg rückläufig

Unterdessen sind die Erträge der Schweizer Banken weiter unter Druck. So purzelte der aggregierte Geschäftserfolg der Branche um 3,2 Prozent auf 62,5 Mrd. Franken. Der Gewinn halbierte sich sogar von 15,8 auf 7,9 Mrd. Franken. Die Bankiersvereinigung führt dies jedoch auf einen positiven Sondereffekt einer Großbank im Jahr 2015 zurück. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen kletterten um 1,6 Prozent auf 6,7 Billionen Franken.

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