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Das ultimative Ranking: Welche Schweizer Bank im ersten Halbjahr am besten zahlte und wo die Mitarbeiter ihr Geld wert sind

Hypo Vereinsbank

(Foto: Getty Images)

Endlich haben auch die mittelgroßen Banken der Schweiz ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Damit können wir unser ultimatives Ranking vervollständigen: Wer zahlt am besten und wo sind die Mitarbeiter ihr Geld auch wert? Dabei fällt auf, dass es bei den einzelnen Banken und Geschäftsbereichen recht unterschiedlich läuft. Konkret:

Investment Banking: UBS ganz vorn

Am besten unter allen Banken und Sparten verdienen die Investmentbanker der UBS. Durchschnittlich ließ sie sich jeden ihrer gut 4700 Investmentbanker rund 335.000 Franken kosten – für gerade einmal sechs Monate wohlgemerkt. Obgleich es sich dabei um den Personalaufwand handelt, der nicht nur die Bruttovergütungen, sondern auch Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben enthält, stellt dies sicher keine Kleinigkeit dar.

Auf dem zweiten Platz landet das Geschäft mit M&A-Beratungen sowie Aktien- und Anleiheemissionen der Credit Suisse mit rund 208.000 Franken. Dagegen kassierten die gut 11.600 Beschäftigten in Global Markets der Credit Suisse vergleichsweise geringe 112.000 Franken. Die Mitarbeiterzahlen stellen allerdings auch einen Schlüssel zum Verständnis der gewaltigen Unterschiede dar. Während die UBS ihrem Investmentbanking nur das Front Office-Personal zurechnet und die unterstützenden Funktionen in ihrem Corporate Center ausweist, umfassen die Zahlen der Credit Suisse auch das Middle und Back Office. Damit fallen die Vorsteuergewinne pro Kopf entsprechend unterschiedlich aus.

Einen klareren Blick erlauben die Aufwands-Ertragsquoten: Für jeden Franken Ertrag gab die UBS gut 77 Rappen und die Credit Suisse sogar über 82 Rappen aus, was eindeutig zu viel ist. Dass es auch anders geht, beweist Vontobel. Dort liegt die Kostenquote mit 69,1 Prozent im grünen Bereich. Die beiden Großbanken müssen also noch einiges bei ihren Kosten unternehmen – keine guten Aussichten für Beschäftigung und Bezahlung.



Wealth Management: Die Amerikaner kassieren bei der UBS, ihre Kollegen verdienen das Geld

In der Königssparte des Schweizer Bankings, dem Wealth Management, liegen die Vergütungen anscheinend recht eng beieinander. Der Personalaufwand pro Kopf rangiert zwischen 112.000 Franken bei der Credit Suisse bis zu 147.000 bei Lombard Odiert. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Lombard Odier, Pictet, LGT und Mirabaud keine separaten Zahlen für Wealth und Asset Management ausweisen. Aus dem Gesamtbild stechen allerdings wie schon in den vergangenen Jahren die rund 13.500 Beschäftigten des UBS-Wealth Managements in Amerika hervor. Diese ließ sich die UBS durchschnittlich immerhin fast 190.000 Franken kosten.

Doch beim Vorsteuergewinn pro Kopf ergibt sich ein völlig anderes Bild. Dieser fiel bei dem UBS-Wealth Management Americas mit gut 44.000 Franken eher niedrig und beim übrigen Wealth Management derselben Bank mit 128.000 Euro am höchsten aus. Nichts belegt deutlicher, dass die vermeintliche Korrelation hoher Gehälter zu hohen Gewinnen einen Wunschtraum darstellt.

Entsprechend fällt die Kostenquoten mit 84,3 Prozent im US-Geschäft der UBS viel zu hoch aus. Im grünen Bereich – also unter der 70 Prozent-Marke – befinden sich das Wealth Management der restlichen UBS, der Credit Suisse und von Julius Bär. Auch die beiden Genfer Banken Lombard Odier und Mirabaud haben ihre Kosten mit einer Aufwandsquote von über 80 Prozent offenbar nicht im Griff.



Asset Management: Vontobel in allen Disziplinen vorn

Im Asset Management zeigt sich Vontobel mit einem Personalaufwand pro Kopf von fast 207.000 Franken traditionell besonders großzügig. Seit dem Weggang des Extremverdieners Rajiv Jain im vergangenen Jahr haben sich die Verdienste jedoch auch in der Zürcher Gotthardstraße normalisiert. Allerdings haben die Vontobler beim Vorsteuergewinn ebenfalls die Nase ganz weit vorne. Daher erreicht die Bank als einzige eine gute Kostenquote von unter 70 Prozent. LGT und Pictet befinden sich mit rund 73 Prozent noch im grüngen Bereich.

Die Angaben der Credit Suisse, der Genfer Banken und LGT sind indes mit Vorsicht zu genießen, da diese ihr Wealth und Asset Management nicht separat aufführen.



Filialgeschäft: Kleine Gehälter, große Gewinne

Wenig verwunderlich: Die Bezahlung im Schweizer Filialgeschäft der beiden Großbanken fällt deutlich geringer als in den anderen Sparten aus. Die UBS ließ für ihre Filialmitarbeiter 86.000 und die Credit Suisse knapp 73.000 Franken springen. Da macht es kaum einen Unterschied, dass die UBS ihr Middle- und Back-Office separat führt und die Credit Suisse ihr Schweizer Wealth Management und ihr Firmenkundengeschäft der Swiss Universal Bank zugeordnet hat. Bei dem Gewinnpotenzial können die Filialmitarbeiter jedoch mit den Kollegen aus den anderen Geschäftsbereichen mithalten. Jeder Filialmitarbeiter der UBS generierte im ersten Halbjahr rein rechnerisch einen Vorsteuergewinn von fast 153.000 Franken. Die Kostenquote fällt mit 56,3 Prozent sehr gut aus. Im Schweizer Filialgeschäft lässt sich offenbar gutes Geld verdienen.

Nicht erst seit der Übernahme von Swisscanto entwickelt sich die Züricher Kantonalbank (ZKB) zu einer Art lokaler Großbank. Da das Institut neben ihrem Filialgeschäft auch Wealth und Asset Management und sogar Investment Banking anbietet, fällt der Personalaufwand hier natürlich weitaus höher als beispielsweise bei Raiffeisen aus. Erstaunlich ist hingegen, dass diese Minigroßbank eine sehr gute Kostenquote von unter 60 Prozent aufweist.



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