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Die traurigen Wahrheiten hinter den besseren Credit Suisse-Ergebnissen

Tidjane Thiam 6

Diesen Chart liebt Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam besonders: Er zeigt, wie die Bank ihre Kosten im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 9,6 auf 9 Mrd. Franken verringern konnte. Dagegen legten die Erträge im gleichen Zeitraum von 9,8 auf 10,7 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich erhöhte sich der Vorsteuergewinn von 0,1 auf 1,6 Mrd. Franken, wie Thiam heute beim Analystencall zu den Quartalsergebnissen erläuterte. Doch ein genauer Blick in die Zahlen lässt Zweifel aufkommen:

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Gewinne stammen hauptsächlich aus der Schweiz

Die Credit Suisse gibt sich gerne als internationaler Player. Doch das Geld wird immer noch hauptsächlich in der kleinen  Schweiz verdient. Denn von dem Vorsteuergewinn von 1,6 Mrd. stammen allein 987 Mio. Franken von der Schweizer Universalbank, die auch noch besonders günstig arbeitet. Denn hier belief sich die Aufwands-Ertragsquote im zweiten Quartal auf schmale 62 Prozent; vor einem Jahr waren es noch 65 Prozent gewesen. Für jeden Franken Ertrag musste der Konzern also gerade einmal 62 Rappen auf den Tisch legen.

Die zweite Cashcow des Konzerns stellt das internationale Private Banking dar. Hier generierte die Credit Suisse in den ersten sechs Monaten einen Vorsteuergewinn von 569 Mio. Franken. Die Aufwands-Ertragsquote verbesserte sich binnen Jahresfrist von 74 auf 66 Prozent im zweiten Quartal. Dagegen konnte das Asset Management weniger überzeugen. Dort belief sich der Vorsteuergewinn in den ersten sechs Monaten auf schmale 136 Mio. Franken. Die Kostenquote ist mit 79 Prozent deutlich zu hoch.

Investment Banker generieren hohe Kosten und niedrige Gewinne

Die traurigen Zahlen setzen sich in den beiden Investment Banking-Einheiten fort. Der Bereich Investment Banking & Capital Markets generierte einen Vorsteuergewinn von schmalen 243 Mio. Franken – gerade einmal ein Viertel des Schweizer Geschäfts. Die Kostenquote liegt hier mit 80 Prozent ebenfalls zu hoch. Bedenklich ist auch, dass die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 6 Prozent nachgaben. Während das Geschäft in Equity Underwriting und Leveraged Finance sich verbesserte, fiel es in M&A und Debt Capital Markets schwächer aus. Thiam entschuldigte sich damit, dass einiges „in der Pipeline” sei.

Etwas besser sieht es in Global Markets mit einem Vorsteuergewinn von 638 Mio. Franken aus; auch hier lief das Aktiengeschäft besonders gut. Allerdings arbeitet die Bank mit einer Kostenquote von 80 Prozent. Während die Erträge in Investment Banking & Capital Markets um 6 Prozent nachgaben, legten sie in Global Markets um 5 Prozent zu. Insgesamt kann die Credit Suisse im Investment Banking und Asset Management nicht wirklich überzeugen.

Einsparungen hauptsächlich bei Contractors und Consultants erzielt

Auch bei der Kostenentwicklung sieht es keinesfalls rosig aus. Denn die Verringerung der Kostenbasis um 6 Prozent auf 9,1 Mrd. Franken im ersten Halbjahr ist allein den Sachkosten zu verdanken. Während diese um 13 Prozent auf 3,8 Mrd. Franken gesenkt wurden, blieben die Personalkosten mit 5,3 Mrd. Franken auf Vorjahresniveau. Laut den Ausführungen in der Analystenkonferenz hat die Bank vor allem die Kosten für Contractors und Consultants kräftig gesenkt ähnlich wie übrigens die Deutsche Bank. Hier lassen sich Einsparungen viel leichter erzielen als beim Personal. Diese Mittel dürften mittlerweile weitgehend ausgereizt sein. Die nächste Einsparwelle dürfte somit das Personal treffen.

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