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Deutsche Bank baut 4656 Stellen ab: Erträge brechen auf breiter Front ein

Deutsche Bank bonuses 2016 2017

Deutsche Bank-CEO John Cryan

4656 Stellen hat die Deutsche Bank in den zurückliegenden zwölf Monaten abgebaut. Davon entfielen allein 2453 auf das Filialgeschäft und 1476 auf die Infrastruktur. Dagegen fiel das Minus im Corporate and Investmet Banking mit 519 Stellen überschaubar aus. Im Asset Management wurden sogar nur 76 Jobs gestrichen, wie aus den am heutigen Donnerstag (27. Juli) vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Unterdessen wurden in der Compliance im zweiten Quartal abermals 100 Stellen neu geschaffen.

Quelle: Deutsche Bank

Quelle: Deutsche Bank

Entsprechend verringerten sich die Gesamtkosten um 5 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro, wobei der Personalaufwand trotz des beherzten Personalabbaus mit 2,9 Mrd. Euro nur knapp unter dem Vorjahreszeitraum lag. Dies kann nur eines bedeuten: Die Bank will für 2017 wieder Boni zahlen. Dagegen wurde bei den Ausgaben für Beratungsdienstleistungen der Rotstift angesetzt. Sie sanken um 22 Prozent auf 431 Mio. Euro, was keine gute Nachricht für die Consulting- und Personalvermittlungsbranche ist.

Bei der Vergütung der Mitarbeiter fällt das Bild unterschiedlich aus. Am besten zahlte der Konzern im Corporate and Investment Banking. Dort belief sich der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf im ersten Halbjahr auf etwa 127.000 Euro, was marginal über dem Vorjahreswert liegt. Dagegen legte der durchschnittliche Personalaufwand im Asset Management um 7 Prozent auf gut 101.000 Euro zu. In der Infrastruktur ließ der Konzern mit knapp 51.000 Euro sogar 8 Prozent mehr als im Vorjahr springen. Dies dürfte darauf zurückgehen, dass sich die Beschäftigung hier von günstigen Back Office-Kräften zu teureren Middle Office- und IT-Beschäftigten verschiebt.

Unterdessen fiel der Reingewinn im zweiten Quartal mit 466 Mio. Euro höher aus als Analysten erwarteten. Im Vorjahr waren es nur schmale 20 Mio. Euro gewesen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Euphorie, denn in nahezu allen Geschäftsbereichen gingen die Erträge zurück. Die steigenden Gewinne resultieren also hauptsächlich aus den Sparmaßnahmen.

So purzelten die Erträge im Corporate and Investment Banking um 16 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Hierin ist jedoch ein negativer Einmaleffekt von gut 100 Mio. Euro enthalten. Das erfolgsverwöhnte Transaction Banking, eine Cash Cow des Konzerns, musste einen Ertragsrückgang um 12 Prozent auf 975 Mio. Euro verkraften. Im Beratungs- und Emissionsgeschäft (M&A, ECM, DCM) ging es um 7 Prozent auf 563 Mio. bergab, im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) um 12 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro und im Aktienhandel sogar um 28 Prozent auf 537 Mio. Euro. Dies spricht dafür, dass die Boni auch für 2017 eher bescheiden ausfallen werden, was der stagnierende Personalaufwand pro Kopf belegt.

Im Filialgeschäft sieht es ähnlich bescheiden aus. Hier gingen die Erträge um 7 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro zurück. Im Asset Management sanken die Erträge um 4 Prozent auf 676 Mio. Euro.

Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Bankchef John Cryan: „Trotz der deutlichen Verbesserung bleibt dieser Gewinn hinter unserem langfristigen Anspruch zurück. Bei den Erträgen sind wir noch nicht überall dort, wo wir sein wollen.”

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