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Die heißesten Profile in der Schweizer Fintech-Szene

Fintech

Fintech boomt auch in der Schweiz – namentlich im Großraum Zürich. John Hucker von der Swiss Finance + Technology Association schätzt, dass es in der Schweiz etwa 150 Fintechs mit über 1000 Beschäftigten gebe. Da es jedoch keine klare Abgrenzung gibt, was zu Fintech gehört und was nicht, gibt es auch deutlich höhere Einschätzungen: Falls man ältere Technologieanbieter wie etwa der Börsenbetreiber Six Group mit gut 3000 Mitarbeitern oder die umfangreichen Digital Banking-Aktivitäten hinzuzähle, komme man rasch auf eine niedrige fünfstellige Zahl. „Das ist schon beachtlich“, kommentiert Thomas Ankenbrand, der an der Hochschule Luzern lehrt und die IFZ Fintech-Studie 2017 mitherausgegeben hat.

Laut Ankenbrand liege in der Schweiz ein gewisser Schwerpunkt auf B2B-Lösungen. Die Nachfrage nach Fintech-Dienstleistungen sei durch die großen Finanzdienstleister in Zürich und anderswo getrieben, meint Hucker. Dagegen spielten Angebote für Privatkunden eine eher untergeordnete Rolle. „Bei der Schweiz handelt es sich um einen Nachfrage- und nicht um einen Angebotsmarkt.“

Die Verfügbarkeit von Talenten entscheidet zunehmend über die erfolgreiche Entwicklung von Fintech-Zentren. So heißt es in der IFZ Fintech-Studie 2017: „Noch konkreter: Falls nicht genügend Talente oder Kapital verfügbar sind, dann werden die Unternehmen weiterziehen und ihre Dienstleistungen außerhalb der Schweiz produzieren.“

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Quelle: IFZ FinTech Study 2017

Derzeit werden von der Schweizer Fintech-Szene hauptsächlich gesucht…

Schnittstellen-Funktionen zwischen IT und Finance

„Ein großer Bedarf herrscht an Leuten, die an der Schnittstelle zwischen ‚Fin‘ und ‚Tech‘ arbeiten. Das Ideal ist ein Ingenieur mit einem MBA oder ein Betriebswirt mit guten IT-Kenntnissen. Leider gibt es davon so wenige“, sagt Ankenbrand. „Man könnte den Bankern zu rufen: ‚Lernt Programmieren‘ und den IT-Fachleuten: ‚Lernt Banking.“

Tatsächlich seien viele ehemalige Banker und Finanzprofis in der Fintech-Start-up-Szene unterwegs. „Wir sehen sehr viele ehemalige Banker, die sich selbständig machen und sich mit ein paar jungen Leuten zusammentun, um ihre eigene Idee umzusetzen“, sagt Ankenbrand.

Hucker empfiehlt Bankern und Finanzprofis, die in Fintech eine berufliche Zukunft suchen, sich mit Fortbildungen auf den Stand der Technik zu bringen. Dazu zähle etwa der Fintech-Kurs des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dabei handelt es sich um einen zwölfwöchigen Online-Kurs für 2600 US-Dollar (ca. 2500 Franken), in dem Fintech-Grundkenntnisse vermittelt werden. Auch die Teilnahme an Hackathons, bei denen gemeinsam Entwicklungsprojekte umgesetzt werden, oder an sonstigen Meetings und Branchenveranstaltungen seien für den Ein- und Umstieg in Fintech hilfreich. Einige würden auch von Swiss Fintech + Technology Association angeboten. „Nehmen Sie an etwas teil, bei dem Sie Ihre Hände schmutzig machen müssen“, empfiehlt Hucker augenzwinkernd.

Alle Formen von Programmierern

„Es werden eigentlich Programmierer in allen Bereichen gesucht – gleich ob Java, Python, C, C++“, versichert Ankenbrand weiter – insbesondere auch im Bereich Benutzerschnittstellen.

Experten für Blockchain-Technologien wie Etherium

„Rund um Zug und Zürich hat sich ein richtiges Crypto-Valley entwickelt“, erzählt Ankenbrand. Dort arbeiten gleich mehrere Fintech-Start-ups an der Umsetzung von Blockchain-Lösungen. Laut Ankenbrand werden Entwickler gesucht, die einschlägige Blockchain-Technologien beherrschen.

Projektmanager, die sich mit Agile-Entwicklungs auskennen

Es gibt einen klaren Trend zu agilen Entwicklungsmethoden. Demnach werden keine mehrjährigen Softwareprojekte geplant und umgesetzt, sondern große Projekte werden in viele kleine Schritte untergliedert, in kurzer Zeit umgesetzt und auf dem Markt geworfen. Auf diese Weise steige die Flexibilität, weshalb Kenntnisse in agilen-Entwicklungsmethoden besonders gefragt sind.

Experten für Big Data und Künstliche Intelligenz

Hucker zählt die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich für einen ebenso wichtigen Standortvorteil wie die z.T. riesigen Entwicklungszentren von Google, Disney, Thomson Reuters und IBM. Die Branche brauche z.B. Data Scientists, die sich mit der Auswertung großer Datenmengen auskennen sowie Experten für Künstliche Intelligenz. Solche Talente holten sich die Unternehmen oft direkt von den Hochschulen. „Die Schweizer Hochschulen bieten einen sehr großen Talentpool“, betont Ankenbrand.

Im Grunde alles

Doch damit nicht genug. Gesucht würden auch Experten für User Experience (UX), Webdesigner oder Business Analysten etc. „Im Grund wird alles gesucht“, schließt Ankenbrand. Das Beschäftigungspotenzial der Fintech-Branche fällt jedenfalls ausgezeichnet aus.


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