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Die langsame Überalterung deutscher Banken am Beispiel der LBBW

Überalterung

Sieht so der deutsche Banker der Zukunft aus?

Der grassierende Personalabbau in der deutschen Bankenbranche hat einen schönen Nebeneffekt. Durch Maßnahmen wie Frühverrentung, Altersteilzeit und Goldenen Handschlag lässt sich der auffallend hohe Altersdurchschnitt vieler deutscher Banken senken. So hat die Commerzbank gerade 3000 Mitarbeitern ein sündhaft gutes Angebot zu Altersteilzeit unterbreitet.

Umso dramatischer ist, wenn trotzdem der Altersdurchschnitt steigt. Ein Beispiel hierfür stellt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) dar, die soeben ihren Nachhaltigkeitsbericht für 2017 online gestellt hat. Demnach wurden zwischen 2012 und 2016 konzernweit gut 800 Stellen abgebaut, dennoch kletterten der Altersdurchschnitt im gleichen Zeitraum von 42,3 auf 44,3 Jahre und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 16,2 auf 17,8 Jahre.

Entsprechend verschiebt sich der Altersschwerpunkt sukzessive nach oben. Während 2012 noch 2791 Beschäftigte 31 bis 40 Jahre alt waren, waren es 2016 nur noch 2160. Umgekehrt stieg die Zahl der 51- bis 60jährigen von 2294 auf 2908 Mitarbeiter. Angesichts der neuen Herausforderungen wie Digitalisierung und mobile Banking, mit denen ältere Mitarbeiter überproportional zu kämpfen haben, stellt dies eine bedrohliche Entwicklung dar.

Trotz dieser problematischen Entwicklung hat die LBBW die Zahl ihrer Traineestellen von 167 in 2015 auf nur noch 91 in 2016 zusammengestrichen. Die Zahl der Auszubildenden, zu denen auch die Teilnehmer von dualen Studiengängen zählen, verminderte sich von 471 auf 394.

„Die Reduzierung der Auszubildenden- und Traineestellen ist im Zusammenhang mit den allgemeinen Veränderungen der Bankenlandschaft zu sehen. Wie bereits vor Monaten kommuniziert richtet die LBBW vor dem Hintergrund des geänderten Kundenverhaltens und der stetig zunehmenden Digitalisierung beispielsweise ihr Privatkundengeschäft neu aus”, sagte ein LBBW-Sprecher. „Mit dem damit verbundenen Ausbau des Online-Angebots von Bankprodukten und -dienstleistungen sowie der Anpassung des Standortnetzes werden künftig weniger Filialmitarbeiter benötigt. Daher hat sich die Bank entschieden, weniger Ausbildungsstellen anzubieten, da sie in der Regel den ,Ausglernten’ auch eine berufliche Perspektive im Konzern bieten möchte.”

Doch es geht auch anders. Bei der Deutschen Bank hat sich die Zahl der Traineestellen zwischen 2012 und 2016 um ein Viertel auf 813 erhöht und erreichte damit einen langjährigen Höchststand, wie aus dem jüngsten Personalbericht hervorgeht. Die Zahl der Azubis in Deutschland blieb mit rund 1900 zumindest stabil.

Dabei hat die Deutsche Bank mit ganz ähnlichen demographischen Problem zu kämpfen wie die Baden-Württemberger. So stieg das Durchschnittsalter in Deutschland von 43,2 auf 44,9 und die Betriebszugehörigkeit von 17,6 auf 19,1 Jahre und erreichte damit noch höhere Werte als bei der LBBW.


Kommentare (1)

Comments
  1. Interessanter Artikel, der leider abrupt endet.
    Vollkommen offen bleibt warum sich die Deutsche Bank anders verhält, was dies bedeutet und welche Konsequenzen dieses Verhalten nach sich ziehen wird oder könnte? Was sind die angedachten Strategien der beiden unterschiedlichen Vorgehensweisen?
    Am Ende bleiben nach dem Artikel mehr Fragen offen als der Artikel beantwortete.

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