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Standard Chartered schafft wohl die ersten Brexit-Jobs in Frankfurt

Brexit-Jobs

Wegen den Brexits müssen britische Banken eine Banklinzenz in der Rest-EU beantragen. Das verspricht Jobs.

Der Brexit hat zwar für lautes Rauschen im Blätterwald gesorgt, bislang sind aber kaum Brexit-Jobs in Frankfurt angekommen. Einschlägige Headhunter am Main haben nach Informationen von eFinancialCareers.de bisher noch keine Brexit-Aufträge erhalten. Doch das könnte sich rasch ändern. Angeblich sucht Standard Chartered derzeit nach Personalberatern in Frankfurt, die den Aufbau unterstützen. „Das sind maximal 40 bis 50 Jobs. Viele davon hängen mit der Banklizenz zusammen, die Standard Chartered in Deutschland beantragen will“, sagt ein Insider. „Das ist aber noch in der ganz frühen Phase. Irgendwelche Stellen sind noch nicht freigegeben.“ Die Bank selbst wollte hierzu keine Stellungnahme abgeben. „Es gibt nichts Neues zu berichten“, sagte ein Sprecher.

Laut Professor Martin Hellmich von Frankfurt School of Finance & Management müsse Standard Chartered für eine Banklizenz den ICAAP-Prozess (Internal capital adequacy assessment process) innerhalb der verbleibenden EU gewährleisten. Dazu müsse die Bank Risikomanagement, Compliance, Interne Revision und Controlling wohl in Frankfurt aufbauen. „Dabei gilt das doppelte Proportionalitätsprinzip: Die Zahl der Mitarbeiter muss der Größe und Komplexität des Geschäftsmodells entsprechen“, erläutert Hellmich. Theoretisch ließe sich dies auch mit zehn Mitarbeitern sicherstellen. Im Falle von Standard Chartered hält Hellmich die genannte Zahl von bis zu 50 Mitarbeiter für durchaus realistisch.

Bereits Anfang Mai hatte Standard Chartered-Aufsichtsratschef Jose Vinals bei der Hauptversammlung angekündigt, dass die Bank sich für Frankfurt als neuen EU-Sitz entschieden habe und dort eine Banklizenz beantragen wolle. Die Entscheidung sei für Frankfurt gefallen, weil das Institut hier schon ihr Euroclearing betreibt und etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Branchenbeobachter erwarten, dass die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission nach einem Brexit darauf achten werden, dass das Euroclearing innerhalb der Eurozone und nicht mehr in London stattfindet, wie das heute noch oft der Fall ist. Standard Chartered ist zwar eine Londoner Bank, betreibt den Hauptteil ihres Geschäfts jedoch in Asien und Afrika.


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