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Karriere mit Betongold: Jobtrends bei Immobilienfonds

Immobilien sind derzeit DIE Anlageklasse.

Immobilien sind derzeit DIE Anlageklasse.

Immobilien zählen derzeit zu den angesagtesten Anlageklassen – dank der rekordniedrigen Zinsen. Entsprechend hat auch das Volumen offener Immobilienfonds in Deutschland zugelegt. In den letzten drei Jahren ist das Anlagevermögen per 31. März allein um 26 Prozent auf 155,272 Mrd. Euro gestiegen. Längst ist der Boom beim Betongold auf dem Arbeitsmarkt angekommen. „Wir haben einen Immobilienfonds als Kunden, der vor vier oder fünf Jahren noch etwa 25 Mitarbeiter beschäftigte. Heute sind es rund 50“, berichtet Headhunter Anthony Baumruk von Cobalt Recruitment in Frankfurt, der aufs Immobiliengeschäft spezialisiert ist. Der Experte schätzt, dass die meisten Immobilienfonds ihre Beschäftigung in den zurückliegenden Jahren um 20 bis 50 Prozent gesteigert haben. „In der Branche herrscht Vollbeschäftigung“, sagt Baumrunk.

Laut Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt sei die Branche zwar relativ klein, aber „sehr zerklüftet“. Anders als bei Aktien- und Rentenfonds seien die Immobilienfonds von Hamburg bis München über die Republik verstreut. „Es gibt keinen Hub wie mit dem Finanzplatz Frankfurt“, sagt Riske. Darüber hinaus seien in der jüngsten Vergangenheit viele kleine Fondsgesellschaften und Nischenanbieter entstanden, die alle Fachkräfte benötigten.

Kleine und vielfältige Branche

Auch die Karrierewege in der Branche fallen vielfältig aus. Laut Baumruk ließen sich bei Immobilienfonds sechs Bereiche unterscheiden: Fonds-Management, Investment-Management, Asset-Management, Property-Management, Akquisition und Research. Das Fonds- und Investment-Management konzentriere sich auf die Einwerbung von Investmentgeldern, die Refinanzierung und die Optimierung der Performance. Dem Asset-Management obliege die Vermietung und ggf. die Repositionierung der Immobilien, die Akquisition kaufe Immobilien und das Research untersuche die Märkte.

Die Vielfalt der Branche schlägt auf die Anforderungsprofile durch. „Die konkreten Jobprofile fallen bei den einzelnen Fondgesellschaften recht unterschiedlich aus. Was ein Fondsmanager bei dem einen Unternehmen macht, muss nicht mit dem bei einem anderen Unternehmen identisch sein“, warnt Baumruk. Von daher müsse ein Headhunter auch die konkreten Verhältnisse seiner Kunden kennen. „Generell herrscht eher ein ‚Hands on‘-Mentalität“, sagt Baumruk. Die Profile unterschieden sich ebenfalls deutlich von Aktien- oder Rentenfonds. Von daher komme ein Wechsel von diesen Anlageklassen zu den Immobilienfonds kaum in Frage.

Wer hingegen bei den Big 4 einige Jahre Berufserfahrung möglichst mit Immobilien gesammelt habe, besitze auch bei Immobilienfonds gute Chancen. „Die bringen Erfahrungen in Risikomanagement, Accounting oder Transaction Advisory mit und sind nicht auf einen Bereich festgelegt“, sagt Riske.

Alle suchen Asset- und Fondsmanager

„Unserer Kunden suchen händeringend Asset- und Fondsmanager“, beobachtet Baumruk. Denn Assetmanager könnten durch bessere Vermietung und Fondsmanager durch eine Optimierung der Finanzierung die Fondsperformance steigern.

Grundsätzlich stünden auch die Immobilienfonds vor den gleichen Herausforderungen wie die Mehrheit der Investmentindustrie. Die Kassen seien voll, aber es gebe kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten, da die Immobilienpreise bereits ein z.T. astronomisches Niveau erreicht hätten.

Gehälter bei Immobilienfonds steigen

Besonders gefragt seien die mittleren Karrierelevel. „Die Kandidaten sollen möglichst zugleich erfahren und jung sein“, sagt Baumruk. „Die Kombination ist nicht immer leicht zu finden.“ Der leergefegte Arbeitsmarkt erschwere die Personalsuche zusätzlich, was die Vergütungen steigen lasse. Laut Baumruk können Asset Manager mit einigen Jahren Berufserfahrung ein Jahresgehalt von 80.000 bis 90.000 Euro und Fondsmanager von mindestens 100.000 Euro erzielen. Hinzu komme noch ein Bonus von bis zu 20 Prozent. Teamleiterpositionen ließen sich unter 120.000 bis 135.000 Euro kaum besetzen. Gehälter und Boni unterschieden sich indes je nach Segment deutlich. Die Karrierechancen fallen derzeit also glänzend aus, schließt Baumruk: „Im Fonds- und Asset-Management können sich die Kandidaten die Jobs aussuchen.“

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