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Brexit: Standard Chartered will EU-Hauptquartier in Frankfurt aufbauen

Working as a banker in Frankfurt

Der Finanzplatz Frankfurt scheint das Rennen um den EU-Sitz der Großbank Standard Chartered gewonnen zu haben. Laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jose Vinals sagte am heutigen Mittwoch (3. Mai) bei der Hauptversammlung in London, dass sich die Bank in Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde BaFin für die erforderliche EU-Lizenz befinde. Von dem Schritt seien indes nur wenige Arbeitsplätze in London betroffen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Folglich müssten neue Jobs in Frankfurt neu besetzt werden.

Standard Chartered hat zwar ihren Hauptsitz an der Themse, das Gros des Geschäfts wird jedoch in Asien und Afrika erwirtschaftet, wo das Institut als Großbank auftritt. In Frankfurt ist die Bank indes nur mit einem eher kleinen Büro in der Franklinstraße mit rund 100 Mitarbeitern vertreten. Noch im Dezember hatte die Bank noch eher zu Dublin als ihrem neuen EU-Hauptquartier zu tendiert. Da das Euro-Clearing der Bank jedoch bereits in Frankfurt angesiedelt sei, mache Deutschland als Sitz mehr Sinn.

JP Morgan entscheidet sich für Dublin, Frankfurt und Luxemburg

Nicht die einzige gute Nachricht für den Finanzplatz. Vielmehr kündigte auch JP Morgan an, hunderte von Jobs London nach Dublin, Frankfurt und Luxemburg zu verlagern. „Wir nutzen drei Banken, die wir bereits in Kontinentaleuropa besitzen als Anker für unsere Tätigkeiten“, sagte Investment Banking-Chef Daniel Pinto während eines Interviews in der saudischen Hauptstadt Riad. Tatsächlich besitzt die US-Großbank bereits Tochtergesellschaften in Kontinentaleuropa mit eigenen Banklizenzen wie etwa die JP Morgan AG in Frankfurt. „Wir müssen kurzfristig hunderte von Jobs verlagern, um vom ersten Tag an einsatzbereit zu sein, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sein werden und dann schauen wir uns die langfristige Personalentwicklung an.“

Unterdessen bestätigte sich, dass Goldman Sachs bereits im Frankfurter Messeturm über ungenutzte Büroräume verfügt, die für Brexit Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Bei einem eFinancialCareers-Interview hatte Goldman Sachs Deutschland Co-Chef Jörg Kukies gesagt, dass sich die Bank für den Brexit „Optionen“ gesichert habe. Vor Standard Chartered hatte sich bereits die UBS entschieden, den Hauptsitz ihrer EU-Aktivitäten in Frankfurt anzusiedeln.

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