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OECD-Studie: Nur in einem Land der Welt müssen Banker höhere Abgaben zahlen als in Deutschland

Bundesfinanzminister
 Wolfgang Schäuble muss sich nur seinem belgischen Amtskollegen Johan Van Overtheldt geschlagen geben. Nur dort fallen die Abgaben höher aus als in Deutschland.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss sich nur seinem belgischen Amtskollegen Johan Van Overtheldt geschlagen geben. Nur dort fallen die Abgaben höher aus als in Deutschland.

Deutschland ist spitze. Dies beweist eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Demnach werden Durchschnittsverdiener nur noch in Belgien stärker als in Deutschland zur Kasse gebeten. 49,4 Prozent muss ein Normalverdiener hierzulande an Fiskus und Sozialkassen abdrücken. In Belgien sind es sogar stolze 54 Prozent. Selbst bei den bekannten Hochsteuerländern Frankreich und Österreich sind es einige Prozentpunkte weniger. Bei den skandinavischen Ländern rangiert die Belastung zwischen 36,2 (Norwegen) und 43,8 Prozent Finnland.

Im Schnitt der OECD-Mitgliedsländer sind es jedoch gerade einmal 36 Prozent. Den Schnitt nach unten drücken ganz gewaltig Länder wie Großbritannien mit mageren 30,8 und die Schweiz mit winzigen 21,8 Prozent. Britische Durchschnittsverdiener haben also 18,6 Prozent eines Jahresgehalts oder ein fünfstellige Summe mehr im Portemonnaie als ihre deutschen Kollegen. Wer also im Zuge des Brexits nach Deutschland umziehen möchte, muss sich auf kräftige Einschnitte gefasst machen.

Der Grund für den großen Abstand liegt vor allem an zwei Punkten: In Großbritannien ist beispielsweise das Gesundheitswesen steuerfinanziert. Krankenkassenbeiträge entfallen also. Ähnlich sieht es in den skandinavischen Ländern aus. Die Sozialabgaben liegen in den meisten Ländern deutlich niedriger als in Deutschland. Da es für diese Abgaben anders als bei der Einkommenssteuer keinen Freibetrag gibt, belasten sie jeden Cent des Gehaltes.

Der zweite Unterschied liegt in der Bemessungsgrundlage. Der Spitzensteuersatz in Großbritannien liegt mit 45 Prozent ähnlich hoch wie in Deutschland. Allerdings greift dieser jenseits des Kanals erst ab 150.000 Pfund (176.000 Euro), in Deutschland hingegen ab einem zu versteuernden Einkommen von gut 54.000 Euro. Laut einer Steuerexpertin vom Bund der Steuerzahler könne das Bruttoeinkommen jedoch bei 60.000 und mehr Euro liegen, weil sich einige Ausgaben wie Krankenkassenbeiträge von der Steuer absetzen ließen. Da Banker immer noch zu den überdurchschnittlich vergüteten Berufsgruppen zählen, werden sie von der deutschen Hochsteuerpolitik besonders belastet.


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