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Die etwas andere Bilanz: Für welche Landesbank Sie arbeiten sollten

Noch immer belastet die Schifffahrtkrise einige Landesbanken.

Noch immer belastet die Schifffahrtkrise einige Landesbanken.

Endlich hat auch die NordLB ihre Geschäftszahlen für 2016 vorgelegt. Mit 1,8 Mrd. Euro fällt der Vorsteuerverlust noch schlechter aus als erwartet. Damit liegen nun sämtliche Ergebnisse der verbliebenen fünf Landesbanken vor. Wir haben sie analysiert und zeigen Ihnen, wo Sie arbeiten sollten.

Bei der Bezahlung siegt der hohe Norden

Kaum eine Bank sorgt für so viele schlechte Schlagzeilen wie die HSH Nordbank. Nachdem ein Riesenpaket von mürben Schiffsfinanzierungen an die Steuerzahler ausgelagert wurde, steht das Institut jetzt zum Verkauf. Dennoch liegen die Hamburger bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter ganz vorn. Jeder Angestellte kassierte 2016 eine Bruttovergütung (Jahresgehalt plus Bonus) von fast 97.000 Euro – wahrlich keine Peanuts.

Damit liegen die Nordlichter um rund 13.000 Euro vor der zweitplatzierten Helaba und über 31.000 Euro vor der NordLB, die anders als die HSH Nordbank allerdings eine Sparkasse (Braunschweig) mit entsprechend niedrigen Gehältern betreibt. Unterdessen hat die BayernLB zwar ihre Geschäftszahlen, nicht jedoch ihren Jahresabschluss veröffentlicht, weshalb sie hier fehlt.

Bei der Arbeitsplatzsicherheit siegt der Süden

Bei der Arbeitsplatzsicherheit ergibt sich ein deutlich anderes Bild: Falls sich für die HSH Nordbank kein Käufer finden sollte, steht immer noch eine Auflösung der HSH Nordbank im Raum. Damit könnte der Bank das gleiche Schicksal  wie die ehemals stolze WestLB ereilen. Die Zukunftsaussichten sind also unsicher.

Trotz der Riesenabschreibungen von 2,8 Mrd. Euro für notleidende Schiffsfinanzierungen scheint die Existenz der NordLB nicht bedroht. Dennoch will der neue Chef Thomas Bürkle bis 2020 die Kosten um 150 bis 200 Mio. Euro drücken. Rein rechnerisch läuft dies auf den Abbau von rund 900 bis 1100 Stellen hinaus.

Bei den Gewinnen auch

Für Arbeitsplatzsicherheit und das langfristige Verdienstpotenzial spielt die Profitabilität der Bank eine große Rolle. In dieser Disziplin liegen die Bayern ganz vorn. Jeder Beschäftigte generierte durchschnittlich einen Vorsteuergewinn von über 99.000 Euro – damit verweisen die Münchner auch die meisten privaten Geschäftsbanken auf die hinteren Plätze. Die Helaba beeindruckt ebenfalls mit einem Vorsteuerergebnis pro Kopf von rund 90.000 Euro.

Einsames Schlusslicht stellen die Hannoveraner dar. Bei der NordLB war jeder Mitarbeiter 2016 rein rechnerisch für einen Vorsteuerverlust von 290.000 Euro verantwortlich. In den Staatskanzleien von Niedersachsen und Bremen dürften dieses Jahr keine Sektkorken knallen.

Hohe Kostendisziplin in Hannover

Die Kosten scheinen die Landesbanken im Griff zu haben. Während die Deutsche Bank in ihrem operativen Geschäft eine Aufwands-Ertrags-Quote von schlechten 98,1 Prozent aufweist, sind es bei der schlechtesten Landesbank – der LBBW – nur 74,3 Prozent. Für jeden Euro Ertrag müssen die Baden-Württemberger also gut 74 Cent aufwenden. Die strammste Kostendisziplin scheinen unterdessen die Niedersachsen zu üben. Dort belief sich die Kostenquote auf sehr gute 50,7 Prozent.

Sämtlichen Landesbanken sind vom Zinsüberschuss abhängig

Bei den Erträgen sind sämtliche Landesbanken von Kredit- und Finanzierungsgeschäft abhängig – im Zeitalter der Nullzinsen stellt dies ein ernsthaftes Problem dar. Die Abhängigkeit fällt jedoch bei der einzelnen Instituten recht unterschiedlich aus, was sich exemplarisch am Verhältnis von Zinsüberschuss zum Provisionsergebnis zeigt. So beläuft sich das Verhältnis von Zinsüberschuss zu Provisionen bei NordLB und HSH Nordbank gerade einmal auf 12,6 Prozent und 14,3 Prozent Prozent. Dagegen erreicht bei der NordLB das Geschäft mit Dienstleistungen fast ein Drittel des Zinsgeschäfts – im gegenwärtigen Umfeld stellt dies einen großen Vorteil dar.

 


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