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Expansionsziel Mitteleuropa: Wieso deutsche Mitarbeiter bei chinesischen Banken dennoch keine Chance haben

Erst kauften die Chinesen Produktionstechnik und Infrastrukturausrüstung in Deutschland, dann Luxuskarossen und nach den jüngsten Informationen des Wall Street Journal sind die Banken aus dem Reich der Mitte jetzt auf dem hiesigen Finanzplatz auf “Beutezug”.

Demnach interessiert sich die Chinese Development Bank (CDB) für die Übernahme der WestLB. Daneben prüfen auch die Finanzinvestoren Apollo, J.C. Flowers und Blackstone die Bücher der angeschlagenen Landesbank.

Dabei ist die CDB bereits in Deutschland bei der ebenfalls strauchelnden HSH Nordbank engagiert. Dem Hamburger Institut gewährte die CDB im abgelaufenen Jahr einen Kredit über 500 Mio. US-Dollar. Überdies unterzeichneten erst vor wenigen Wochen die CDB und die HSH Nordbank am Rande Staatsbesuches des chinesischen Vize-Premierministers Li Keqiang in Berlin ein Kooperationsabkommen.

Für Branchenbeobachter spielen vor allem zwei Gründe beim Interesse an deutschen Banken eine Rolle. Zum einen forciert die chinesische Regierung Auslandsinvestments rund um den Globus, denn schließlich sitzt das Reich der Mitte auf Devisenreserven von 2,8 Bio. US-Dollar. An den deutschen Landesbanken dürften speziell die Kontakte in die deutschen Industrieunternehmen von besonderem Reiz sein.

Goethe Business School schulte CDB-Manager zum deutschen Bankenmarkt

Der Vorstoß der CDB nach Deutschland scheint indes von längerer Hand vorbereitet worden zu sein. So veranstaltet die Goethe Business School (GBS) an der Uni Frankfurt bereits seit 2007 ein “Leading to Excellence Program” ausgerechnet für Führungskräfte der CDB.

“Mit der GBS haben wird jetzt einen Partner, dessen konzeptuelle Ausrichtung sich vom klassischen angelsächsischen Modell unterscheidet, und der im Zentrum des deutschen und europäischen Finanzplatzes angesiedelt ist”, lobte damals die HR-Chefin der CDB Wang Yuan. Die damalige Veranstaltung wurde auf Englisch gehalten und auf Chinesisch übersetzt, wobei die 24 betroffenen Manager anscheinend gut aufgepasst haben.

Laut der GBS würden Führungskräfte der Bank auch heute noch regelmäßig an der Executive Education teilnehmen. Dabei gehe es jedoch eher um Themen wie Teambuilding als um konkrete Tipps zur Bankenübernahme.

Big 4′ bereits in Frankfurt, doch keine Chancen für deutsche Headhunter

Auch abseits der Landesbanken sind die chinesischen Banken in Mitteleuropa auf dem Vormarsch. So sind bereits die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), die Bank of China (BoC) und die China Construction Bank (CCB) sowie die Agricultural Bank of China (ABC) mit eigenen Niederlassungen in Frankfurt vertreten, die auch als “Big 4” bezeichnet werden.

Anlässlich der Eröffnung der ABC-Filiale vor rund einem Jahr sagte der Frankfurter Stadtrat Markus Frank: “Das ist ein deutliches Bekenntnis zu unserer Stadt. Die überaus dynamische chinesische Businesscommunity, die derzeit 266 Unternehmen zählt, übernimmt heute bereits eine tragende Rolle in Frankfurt, und wir werden dieses enge Netzwerk auch weiterhin mit großem Engagement ausbauen.”

Der Vorstoß wird auch von Frankfurter Headhuntern aufmerksam beobachtet. Doch nach einer Umfrage von eFinancialCareers.de sind Suchaufträge von chinesischen Häusern schlicht unbekannt. Ein Headhunter erhielt sogar von einem chinesischen Institut die Rückmeldung, dass Chinesen bei der Personalbesetzung unter sich blieben. Dort hieß es: “Keine Chance für deutsche Headhunter.”

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