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Das ultimative Ranking für 2010: Welche deutsche Banken am besten gezahlt haben

Die Bilanzsaison für 2010 ist eigentlich vorüber. Obgleich es HSH Nordbank, Landesbank Baden-Württemberg und NordLB bis zum heutigen Donnerstagmittag (31. März) nicht geschafft haben, ihre Geschäftsberichte für das abgelaufene Jahr vorzulegen, ist die Zeit für unser ultimatives Ranking gekommen: Wer von den deutschen Banken hat in 2010 am besten gezahlt und welche Mitarbeiter sind ihrer Gehälter überhaupt wert?

Denn die besten Vergütungen werden nicht etwa von den Unternehmen mit dem besten Prokopfgewinnn bezahlt. Konkret:

Beim Gewinn macht der Deutschen Bank keiner etwas vor

Die Deutsche Bank blickt auf kein gutes Geschäftsjahr zurück: Der Vorsteuergewinn stürzte in 2010 um ein Viertel auf knapp 4 Mrd. Euro ab, womit der deutsche Branchenprimus dennoch den ersten Platz unangefochten behauptet. Auf Platz zwei kommt nicht etwa der Frankfurter Nachbar mit dem imposanten Hochhaus, sondern die Hypo Vereinsbank (HVB).

Das Münchner Institut konnte seinen Vorsteuergewinn um die Hälfte auf knapp 1,9 Mrd. Euro steigern, wobei sich die italienischen Eigentümer bei den Investmentbankern bedanken dürfen, die allein für 1,5 Mrd. Euro des Vorsteuergewinns verantwortlich zeichneten.

Die Commerzbank konnte indes mit einem Vorsteuergewinn von gut 1,3 Mrd. Euro in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Dieser Erfolg gelang indes nur nach den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS. Nach den deutschen HGB-Standards konnte das Institut lediglich eine schwarze Null schreiben. Mit roten Zahlen schloss lediglich die WestLB das Geschäftsjahr 2010 ab.

Mit der Postbankübernahme mutiert die Deutsche Bank zum Riesenarbeitgeber

Mit der Übernahme der Postbank zu Jahresende durchbrach der deutsche Branchenprimus bei der Mitarbeiterzahl die 100.000er Marke. Allerdings ist ein Personalabbau bei der Integration des Retailspezialisten in den Konzern absehbar.

Von relevanter Größe sind indes nur noch die Commerzbank und die HVB, die sich freilich im personalintensiven Retail- und Private Banking-Geschäft auf den Süden der Republik konzentriert. Dagegen beschäftigen die meisten Landesbanken und auch Spezialanbieter wie Dekabank und Aarealbank lediglich einige Tausend Mitarbeiter.

Die größten Arbeitgeber haben die höchsten Personalkosten

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die größten Arbeitgeber die höchsten Personalkosten aufweisen. Daher belegen auch beim Personalaufwand Deutsche Bank, Commerzbank und HVB die ersten drei Plätze, während die “Kleinen” – Dekabank und Aarealbank – auf den hintersten Pläzten landen.

Beim Prokopfgewinn schneidet der Branchenprimus schlecht ab

Dagegen wird es beim folgenden Ranking richtig interessant. Denn während die Deutsche Bank bei allen vorherigen Kategorien sich den Spitzenplatz sicherte, landet der Branchenprimus beim Gewinn pro Kopf abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Unter dem Strich konnte die Deutsche Bank mit jedem Mitarbeiter nur einen Gewinn von nicht einmal 40.000 Euro generieren. Nur noch die Commerzbank mit knapp 24.000 und die WestLB mit einem Prokopfverlust von fast 30.000 Euro schnitten schlechter ab.

Dass der öffentliche Bankensektor nicht nur für Langeweile (Sparkassen) und für Verluste (Landesbanken) gut ist, beweist die Dekabank. Mit einem Gewinn pro Kopf von über 276.000 Euro erweist sich der Asset Management-Spezialist als wahrer Goldesel des deutschen Bankensektors, zumal die Dekabank ihre Gewinne anders als die Deutsche Bank vornehmlich in der Heimat erwirtschaftet. Auch die Mitarbeiter der HVB mit einem durchschnittlichen Prokopfgewinn von knapp 100.000 Euro scheinen ihr Geld wert zu sein.

Wer Verluste macht, kann durchaus gut bezahlt werden

Das Ranking über den Personalaufwand pro Kopf zeigt wieder einmal, dass zwischen Gewinnen und Personalaufwand (jeweils pro Kopf) kaum ein Zusammenhang zu erkennen ist. So zahlt die Deutsche Bank für jeden ihrer Beschäftigten über 124.000 Euro, obgleich der Prokopfgewinn mager ausfällt.

Die WestLB schafft es sogar mit einem Personalaufwand pro Kopf von fast 109.000 Euro abermals in die Spitzengruppe und das obwohl das Institut als einziges im Ranking in 2010 wieder einmal Geld verpulverte. Die Dekabank zeigt mit einem Prokopfaufwand von fast 120.000 Euro, dass für gute Leistung auch gut bezahlt wird.

Kommentare (2)

Comments
  1. Die letzte Tabelle “Personalaufwand pro Kopf” ist falsch überschrieben:
    es darf nicht heißen …pro Kopf in Mio. Euro sondern …pro Kopf in Euro!
    Ansonsten sprechen die Zahlen für sich und der Bundespräsident hat ja heute “in der Höhle der Löwen” kein Blatt vor den Mund genommen.
    Recht hat er, denn die Bankenkrise gab es anscheinend überhaupt nicht und die Banken wurschteln weiter wie eh und je. Und das ganze noch bei sinkender Beratungsqualität. Fragt man sich nur noch, warum das Personal mit einer so schlechten Qualifikation auch noch horrende Gehälter beziehen muß.

  2. … und pro Kopf/Mitarbeiter alles auszuweisen ist auch falsch, nur ein Ausweis pro Vollzeitkraft wäre aussgekräftig.

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