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GASTBEITRAG: Wie Banker Weihnachten ruinieren

Karriere-Lektüre gehört unter keinen Weihnachtsbaum.

Karriere-Lektüre gehört unter keinen Weihnachtsbaum.

Falls Sie Analyst oder Associate in einer Investmentbank sind, dann haben Sie nichts nötiger als die Weihnachtspause. Denn Weihnachten zählt nicht nur zu den wenigen Zeiten des Jahres, in denen sich wirklich jeder Investmentbanker frei nimmt, sondern auch alle Kunden. Die Ruhe benötigen Sie schon allein deshalb, weil es im Januar üblicherweise wieder so richtig rund geht.

Denn im Januar planen die Firmenkunden ihr Geschäftsjahr: Es handelt sich um die Zeit, in der diese Beratung für die Deals nachfragen, die sie ausführen wollen. Falls Sie im Kapitalmarktgeschäft arbeiten, dann müssen Sie Verkaufsgespräche mit Hedgefonds, Staatsfonds und sonstige Asset Manager führen, die Ihre Kunden sind: Deren Perfomance beginnt wieder bei Null und sie versuchen einen guten Start hinzulegen. Dies bedeutet, dass auch Investmentbanker mit neuen Strategien und Trading-Ideen glänzen müssen.

Auch wenn diese Ideen bereits vor Weihnachten bereitliegen, so müssen sie dennoch im Januar kommuniziert werden. Zu Jahresbeginn verlangen die Kunden nach maßgeschneiderten Lösungen und Beratungszeit.

Um mit diesem Stress zurechtzukommen, müssen Sie sich während der Feiertage erholen. Denn nachdem Sie im Januar wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, werden Sie bis mindestens Mitte März ausgelastet sein.

Doch was können Sie unternehmen, damit Ihre Weihnachtspause möglichst wenig entspannend ausfällt? Ganz einfach: Lesen Sie die Bücher, die Sie bereits im Urlaub lesen sollten. Damit meine ich die Buchlisten von Bloomberg, JP Morgan, Financial Times, dem Economist und der New York Times. Die Internetseiten dieser Listen sollten Sie nicht einmal eines Besuches würdigen. Denn wenn Sie etwas machen SOLLEN, dann widerspricht dies dem Zweck von Freizeit. Vielmehr sollten Sie lesen, woran Sie Spaß haben: Romane oder Sachbücher, Schund oder Anspruchsvolles. Auf keinen Fall sollten Sie lesen, was Ihnen überhebliche Pseudointellektuelle im New Yorker oder dem Atlantic vorschreiben. Ebenso sollten Sie einen großen Bogen um die Bücher auf diesen Listen machen, die von den Abgöttern der Pollitical Correctnes und Diversity handeln, aber nichts Substanzielles enthalten. Und falls Sie doch nach einem solchen Buch greifen, sollten Sie zumindest sicherstellen, dass es Ihnen auch wirklich Spaß macht.

Ähnliches gilt für Filme oder Reisen. Niemand muss nach Island reisen, weil das heute alle machen.

Vielleicht befürchten Sie, dass Sie dann später im Büro nicht mitreden können. Was passiert, wenn Sie nicht „Hillbilly Elegy“, „The Euro. Battle of Ideas” lesen? Falls Sie dennoch mitreden wollen, dann schauen Sie sich doch einfach die Zusammenfassungen, hier und hier an. Heute beginnt so manches Thema als Vortrag oder Aufsatz und wird erst später zu einem Buch, weil dies mehr Geld einbringt.

Während Sie also lesen und unternehmen, was immer Sie wollen, sollten Sie auch für genügend Schlaf sorgen. Versuchen Sie sich auch an den Feiertagen an den gleichen Schlafrhythmus zu halten und vermeiden Sie zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen Lichtquellen, die blaues Licht enthalten, denn dies hält den Körper von der Produktion des Schlafhormons Melatonin ab. Das hört sich langweilig an, aber es ist medizinisch erwiesen und es wird Ihrem Körper wohltun. Wenn die Arbeit wieder losgeht, sieht das ganz anders aus. Also nutzen Sie die Chance.

Jan Doel ist ein Pseudonym. Er ist bei einer großen US-Bank in London beschäftigt.

Photo credit: Day 224: Merry Christmas! by Joey Yee is licensed under CC BY 2.0.

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