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Neun frühe Karriere-Weichenstellungen, die nach ganz oben führen

Karriere

Auf die richtige Weichenstellung kommt es an.

Viele träumen von der ganz großen Karriere. Damit dies kein Traum bleibt, müssen schon während des Studiums und der ersten Berufsjahre die Weichen richtig gestellt werden. Wir haben mit Headhuntern gesprochen, die hohe Management-Positionen besetzen. Hier ihre besten Tipps:

1. Es gibt immer noch den Oberschichtenvorteil

„Es ist immer noch so, dass Kinder aus einem wohlhabenden Elternhaus einen Startvorteil haben“, sagt Headhunter Andreas Weik von Pedersen & Partners in München. Wer ein Internat wie Salem am Bodensee und später eine Privatuni wie die WHU in Vallendar oder die EBS in Oestrich-Winkel besucht habe, könne bereits früh entscheidende Kontakte knüpfen. „Da hilft man sich dann später gegenseitig weiter“, kommentiert Weik.

2. Sie haben Ihre Hausaufgaben während des Studiums erledigt

„Die Lebensläufe von Top- Managern weisen schon sehr frühzeitig einige Gemeinsamkeiten auf“, meint Senior Client Partner Andreas Jäger von Korn Ferry in Frankfurt. „Schon während des Studiums haben sie internationale Erfahrung gesammelt, breite Erfahrungen in unterschiedlichen Praktika erworben und zugleich einen roten Faden im Lebenslauf.“

Neben exzellenten Noten sind Praktika von kaum zu unterschätzender Bedeutung. „Man sollte unbedingt schon während des Studiums zumindest ein Praktikum im Ausland absolvieren“, betont Weik. Wegen der Globalisierung werde es immer wichtiger, Erfahrungen im Umgang mit fremden Kulturen zu sammeln. „Das fällt schwerer, wenn man älter ist“, ergänzt Weik.

Darüber hinaus rät der Headhunter Praktika in verschiedenen Branchen zu sammeln, was später den Umstieg erleichtere. „Wenn Sie beispielsweise ins Investment Banking wollen, dann macht es durchaus Sinn auch ein Praktikum in Corporate Development oder Corporate Finance eines anderen Unternehmens zu machen“, empfiehlt Weik. Denn viele Investmentbanker würden später gerne zu Corporates wechseln. Ein Praktikum jenseits der Finanzdienstleistungen erleichtere dies ungemein.

3. Die zentrale Bedeutung von Netzwerken

„Generell spielt Networking eine zentrale Rolle in einem Karriereaufbau“, betont Weik. „Daher rate ich so früh wie möglich ein Netzwerk aufzubauen. Man kann nie wissen, wohin es die Leute verschlägt und wer einen später empfehlen kann.“ Dabei seien Studenten von überschaubaren Privatunis klar im Vorteil gegenüber denjenigen der Massenunis.

„Einen großen Vorteil stellt auch der Berufseinstieg bei einem Unternehmen dar, das einen großen Wert auf sein Alumni-Netzwerk legt. McKinsey stellt hierfür das beste Beispiel dar“, sagt Weik. In Zeiten der sozialen Netzwerke falle es heute leicht, Kontakte langfristig und über alle Geographien hinweg zu pflegen.

4. Der frühe Kontakt zum Top-Management

„Versuchen Sie so früh wie möglich, direkt für und mit dem Senior Management zu arbeiten“, betont unterdessen Jäger. Berufseinsteiger sollten früh Verantwortung übernehmen und sich aktiv um Projekte und Initiativen bemühen, durch die sie dem Top-Management auffallen.

5. Die Frage nach dem Karrierewechsel

Ein allzu häufiger Jobwechsel wird nicht nur in Deutschland ungern gesehen. „Ich kenne Personalberater, die empfehlen, alle drei Jahre zu wechseln. Das halte ich nicht immer für richtig“, erzählt Jäger. Wer bei einem Großunternehmen anfange und regelmäßig mehr und neue Verantwortungen übernehme, habe keinen Grund zum Wechsel. Anders sei dies, wenn jemand in eine Sackgasse gerate. „In diesem Fall müssen Sie sogar wechseln“, rät Jäger.

Ein Wechsel müsse in jedem Fall Sinn machen und zum roten Faden im Lebenslauf passen. „Ich möchte immer die Gründe verstehen, wieso jemand gewechselt ist“, betont Jäger. Brachte der Wechsel mehr Verantwortung oder neue Aufgaben mit sich? Es gebe viele gute Gründe für einen Wechsel; mehr Geld allein, zähle nicht dazu. „In den Lebensläufen von angehenden Führungskräften findet sich immer ein roter Faden. Man sieht, da baut sich etwas auf“, sagt Jäger. „Echte Potenzialträger entwickeln die eigene Karriere strategisch.”

6. Warten Sie nicht auf Opportunitäten

Laut Jäger genüge es selten, nur auf die richtigen Opportunitäten zu warten, weil das Warten manchmal kein Ende nimmt. Darum sollten angehende Führungskräfte pro-aktiv vorgehen und ihrem Glück auf die Sprünge helfen.

7. Vermeiden Sie Seiteneinstiege

Laterale Wechsel sind zum Aufbau einer Karriere suboptimal. „Für einen Personalberater oder einen Hiring Manager stellt es ein großes Risiko dar, einen Seiteneinsteiger zum Zuge kommen zu lassen“, erläutert Jäger. Falls der Quereinsteiger die Erwartungen verfehle, falle dies auf den Personalberater oder den Hiring Manager zurück.

8. MBA oder Master-Studiengänge

Nach Jägers Erfahrungen bringen die meisten Führungskräfte einen Master oder ein Diplom mit. Dies könne jedoch auch daran liegen, dass die Manager von heute noch in der Vor-Bachelor-Ära studiert hätten. Dennoch rät Jäger, idealerweise gleich nach dem Bachelor einen Master zu erwerben. Wer nach dem Bachelor in den Beruf einsteige und einige Jahre später an die Uni zurückkehre, gehe ein Risiko ein. „Es besteht immer das Risiko, dass sich das Umfeld verschlechtert wie etwa während der Finanzkrise. Dann sind  wird es herausfordernd wieder ein adäquate Rolle zu finden.“

Allerdings könne es schon sinnvoll sein, nach einigen Jahren im Beruf einen MBA von einer führenden Business School zu erwerben. Bei einem MBA von einer namenlosen Uni oder einer Fachhochschule handle es sich hingegen zumeist um „Zeitverschwendung“.

9. Chancen stellen sich fast unweigerlich ein

Studium, gute Noten, Praktika, Auslandspraktik usf. – von jungen Menschen wird heute viel verlangt. Dennoch werden sich die Chancen schon allein aufgrund der demografischen Entwicklung einstellen, ist sich Weik sicher: „Gute Talente brauchen sich heute eigentlich keine Sorgen zu machen. Sie werden ihre Chancen schon allein aufgrund der Überalterung der Gesellschaft bekommen.“

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