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Vergütungen sinken um über 2000 Euro pro Kopf: Wie sich die Commerzbank gesund spart

Der neue Commerzbank-Chef Martin Zielke

Der neue Commerzbank-Chef Martin Zielke

Wenn es darum geht, die schwächelnden Erträge durch Einsparungen aufzufangen, macht der Commerzbank kaum einer etwas vor. Die Frage bleibt indes, wie lange das Institut seine Personalkosten noch herunterfahren kann oder ob hier nicht irgendwann eine Untergrenze erreicht wird. Konkret:

Das Vorsteuerergebnis lag mit 575 Mio. Euro 44 Prozent unter dem vergleichsweise guten Vorjahreswert. Angesichts der eher bescheidenen Ergebnisse der übrigen europäischen Banken fällt dies gar nicht so schlecht aus.

Dies gilt insbesondere angesichts der massiv rückgehenden Erträge, wie sich schon bei der Deutschen Bank gezeigt hat. So purzelten die Commerzbank-Erträge binnen Jahresfrist um erkleckliche 13 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Dies stellt ein Minus von 676 Mio. Euro dar.

Schwaches Investment Banking und Mittelstandsgeschäft

Besonders kräftig ging es im Investmentbanking bergab. Im Geschäftsbereich Corporates & Markets brachen die Erträge um 26 Prozent auf nur noch 837 Mio. Euro ein. Die hohe Unsicherheit an den Aktienmärkten führte dazu, dass sich die Erträge in Equity Markets & Commodities auf 218 Mio. Euro mehr als halbierten. Die Einnahmen in Fixed Income & Currencies gaben um 3 Prozent auf 253 Mio. Euro. Besonders gut liefen die Währungsprodukte, die die verhaltene Nachfrage nach Zins- und Kreditprodukten jedoch nicht auszugleichen vermochten. Das Beratungs- und Emissionsgeschäft erwies sich mit 246 Mio. Euro stabil. So wundert es kaum, dass sich das Betriebsergebnis auf 201 Mio. Euro mehr als halbierte.

Im Vergleich dazu fällt der Einbruch des Betriebsergebnisses in der Mittelstandsbank mit 39 Prozent auf 412 Mio. Euro geradezu moderat aus. Die Erträge sanken hier um 8 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Dabei erwiesen sich die Erträge aus dem eigentlichen Mittelstandsgeschäft mit rund 700 Mio. Euro robust. Abwärts ging es hingegen im Geschäft mit Großunternehmen und Finanzdienstleistern. Die Aufwands-Ertragsquote verschlechterte sich zwar um fast sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, sie liegt mit 59,6 Prozent aber immer noch auf einem passablen Niveau. Für jeden Euro Ertrag musste das Institut also keine 60 Cent auf den Tisch legen.

Privatkunden und Osteuropageschäft stabil

Dagegen lagen die Erträge im Privatkundengeschäft mit knapp 1,9 Mrd. Euro fast auf Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis kletterte hier sogar um 13 Prozent auf 371 Mio. Euro. Auch im Osteuropageschäft verbesserten sich Erträge und Betriebsergebnis um 7 Prozent auf 492 Mio. bzw. um 18 Prozent auf 186 Mio. Euro. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Commerzbank vom Firmen- zum Privatkundengeschäft.

Fast 800 Stellen sind weggefallen

Die schwächelnden Erträge versucht die Bank durch den beherzten Einsatz des Rotstifts beim Personal auszugleichen. So strich das Institut die Personalkosten binnen Jahresfrist um über 7 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zusammen. Dazu baute die Commerzbank binnen Jahresfrist fast 800 Stellen ab, wovon jeweils etwa 300 auf das Filialgeschäft und das Back Office entfielen. Auch in der Mittelstandsbank wurden 200 Stellen gestrichen. Lediglich in der Osteuropabank verzeichnete das Institut einen leichten Zusatz. Außerdem verkündete die Bank, dass die Boni einmal mehr abgesenkt würden.

Personalaufwand pro Kopf um über 2000 Euro gekürzt

Es stellt sich allerdings die Frage, wie lange die Commerzbank ihre Strategie noch durchhalten kann, die fallenden Erträge durch Kostensenkungen beim Personal auszugleichen. Denn konzernweit ließ das Unternehmen im ersten Halbjahr durchschnittlich nur noch rund 37.000  Euro pro Kopf springen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es noch fast 2500 Euro mehr gewesen


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