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Rotstift im Einsatz: Bei der UBS purzeln die Gehälter – mit einer Ausnahme…

Arbeitsalltag von UBS-Chef Sergio Ermotti.

Arbeitsalltag von UBS-Chef Sergio Ermotti.

Trotz des beherzten Einsatzes des Rotstifts können die Ergebnisse der UBS nicht wirklich überzeugen. So brach der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal um 15 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Franken ein. Dabei konnte die Bank ihre jährlichen Kosten zwischen April und Juni um weitere 200 Mio. Franken senken, womit sich die Einsparungen auf mittlerweile 1,4 Mrd. Franken summieren. Bis Ende kommenden Jahres will die UBS jährliche Kosteneinsparungen von insgesamt 2,1 Mrd. Franken erreichen.

Das schwache Geschäft führte UBS-Chef Sergio Ermotti auf das schwierige Marktumfeld und die stetig steigenden Regulierungskosten zurück. Die Bank werde quasi wöchentlich mit neuen Anforderungen konfrontiert.

Offensichtlich setzt Ermotti den Rotstift bevorzugt im Back Office ein. Während von den erreichten Kostensenkungen 900 Mio. auf das Corporate Center entfallen, sind es in den Geschäftseinheiten lediglich 500 Mio. Franken. Das Gros der Einsparungen wird jedoch nicht durch Stellenabbau, sondern durch geringere Vergütungen erreicht.

Laut dem Quartalsbericht wurden 454 Stellen abgebaut, wovon allein 204 auf das Investment Banking entfielen. Im Wealth Management wurden 77 Stellen von Kundenberatern und 120 in den “nicht-kundenbezogenen” Tätigkeiten gestrichen.

Auch bei den Personalkosten nimmt das Investmentbanking eine unrühmliche Spitzenstellung ein. Hier stürzte der Personalaufwand pro Kopf im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf gut 310.000 Franken ab. Bei den gut 5000 ausgewiesenen Investmentbankern handelt es sich vornehmlich um Front Office-Mitarbeiter, was die hohen Vergütungen erklärt.

Doch auch im Wealth Management ließ die UBS mit durchschnittlich 119.000 Franken 7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2015 springen. Selbst im Schweizer Filialgeschäft (Personal & Corporate Clients) sanken die Personalausgaben um 4 Prozent auf gut 84.000 Franken.

Eine Ausnahme von dem Trend zeigt sich lediglich im Asset Management. Hier legte der Personalaufwand pro Kopf sogar um 12 Prozent auf knapp 157.000 Franken zu. Der Vorsteuergewinn der Sparte kletterte allerdings im zweiten Quartal mit 148 Mio. Franken auch um gut 10 Prozent und die Aufwands-Ertragsquote verbesserte sich von 72 auf 69 Prozent. Das Asset Management musste für jeden Franken Ertrag also 69 Rappen springen lassen.

Trauriger fallen unterdessen die Geschäftszahlen im Investment Banking aus. Der Vorsteuergewinn brach um stolze 28 Prozent auf 447 Mio. Franken ein und die Erträge purzelten um 15 Prozent auf 2 Mrd. Franken. Der Abwärtstrend bei den Erträgen macht die Erfolge bei den Kostensenkungen zunichte. Dennoch lehnte Ermotti weitere Kostenmaßnahmen vorerst ab, die über die Einsparungen von 2,1 Mrd. bis 2017 hinausgehen.

Doch nicht alles in traurig. So legten die Erträge im Geschäft mit Devisen, Zinsen und Krediten um 15 Prozent zu. Laut Ermotti handelt es  sich hierbei allerdings nur um einen kurzfristigen Effekt, der durch die höheren Volatilität und die höhere Kundenaktivität im Zuge des Brexits hervorgerufen worden sei. Die wachsenden Erträge im Fixed Income wurden allerdings durch den Einbruch um 22 Prozent bei Equities sowie durch höhere Hedgingkosten mehr als ausgeglichen.

Die Risikoaversität der Kunden macht auch dem Wealth Management zu schaffen. In der Sparte brach der Vorsteuergewinn um 21 Prozent auf 606 Mio. Franken ein. Dennoch ist das Geschäft nach wie vor hoch profitabel, was sich an der Aufwands-Ertragsquote von 67 Prozent ablesen lässt. Zuflüsse von Kundenvermögen erzielte die Bank in Asien und der Schweiz.

Einen Lichtblick stellt abermals das Schweizer Filialgeschäft dar. Der Bereich Personal & Corporate Banking verzeichnete mit einem Vorsteuergewinn von 463 Mio. Franken das beste Quartalsergebnis seit 2008, wie Ermotti hervorhob. Überdies arbeitet der Bereich mit einer Aufwands-Ertragsquote von gerade einmal 53 Prozent überaus kosteneffizient. Umso erstaunlicher ist, dass selbst hier der Personalaufwand pro Kopf um 4 Prozent auf gut 84.000 Franken sinkt.

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