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Wer zahlt besser? Deutsche Börse oder London Stock Exchange

Fusion Deutsche Börse

Neben dem Brexit bewegt kaum ein Geschehen mehr die Gemüter der Finance-Community am Main als die geplante Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) „unter Gleichen“, obgleich der Börsenwert eher für 60 zu 40 Prozent spricht.

Ob die geplante Ansiedlung des Hauptsitzes des Gemeinschaftsunternehmens an der Themse zustande kommt, ist im Zuge des britischen EU-Austritts mehr als fraglich. Immerhin geht es auch um die Börsenaufsicht und damit um hoheitliche Aufgaben – die Regulierungsbehörden dürften von einem Hauptsitz außerhalb der EU daher kaum entzückt sein. Da hilft es auch nicht, dass die Aktionäre der LSE mit einer überwältigenden Mehrheit für den Zusammenschluss gestimmt haben; die Aktionäre der Deutschen Börse sollen am kommenden Dienstag (12. Juli) folgen.

Unterdessen kämpft der Betriebsrat gegen einen Abbau von 1250 Stellen im neuen Gemeinschaftsunternehmen. Bleibt die Frage, was die Mitarbeiter der beiden Unternehmen tatsächlich kassieren.

Erstaunlicherweise schneiden die Londoner ausgerechnet in dieser Disziplin deutlich schlechter ab als die Frankfurter. Laut dem Geschäftsbericht 2015 ließ die LSE für jeden Mitarbeiter in 2015 durchschnittlich gerade einmal 73.050 Pfund springen. Da das Pfund seit dem Brexit-Referendum auf Tauchstation gegangen ist, handelt es sich gerade einmal um etwa 85.500 Euro.

Dagegen kassierten die knapp 5300 Beschäftigten der Deutschen Börse durchschnittlich gut 121.000 Euro. Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings um den Personalaufwand pro Kopf, in dem neben den Bruttogehältern auch noch Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben enthalten sind. An Löhnen und Gehältern waren es aber immer noch knapp 98.000 Euro.

Zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen der Deutschen Börse gibt es jedoch empfindliche Unterschiede. Während der Personalaufwand pro Kopf in der Eurex bei knapp 138.000 Euro lag, waren es bei Clearstream keine 104.000 Euro.

Einen Beitrag zur Gehaltsspreizung mag auch die Verlagerung der Arbeitsplätze an günstigere Standorte leisten. Während die Deutsche Börse 636 Mitarbeiter im günstigen Tschechien beschäftigt, sind es bei der LSE 926 im noch günstigeren Sri Lanka.

 

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