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„Dublin, Frankfurt oder Paris? Um ehrlich zu sein, ich werde versuchen einen Job in den USA zu bekommen.”

Brexit

Wenn Finanzprofis nicht in London arbeiten können, wo werden sie hingehen wollen? Paris, Dublin und Frankfurt haben sich allesamt als Alternativen vorgestellt. Auch Mailand, Madrid und Amsterdam werden als Wettbewerber betrachtet.

Die meisten Banken haben sich seit Monaten auf die Möglichkeit eines Brexits vorbereitet und könnten ihre Belegschaft binnen Wochen in ein anderes EU-Land verlegen. Selbst wenn man annimmt, dass sie eine völlig neue Banklizenz beantragen müssten, könnte der gesamte Prozess in neun Monaten erledigt sein – zwei bis drei Monate dauert es nach Aussagen von Regulierungsanwälten für den Lizenzantrag und sechs Monate zur Bewilligung einer Investmentbank oder eines Brokers.

Man geht davon aus, dass Finanzprofis einfach dahin gehen werden, wo die Jobs sind. Wenn tausende Stellen aus dem Handel, der Compliance, der Risikosteuerung und dem Innendienst zu einem dieser Finanzzentren verlegt werden, können die lokalen Arbeitsmärkte sie schlicht nicht mit vorhandenen Leuten besetzen.

Wo also wollen die Leute arbeiten? „Wenn es nötig wird, würde ich nach Paris gehen,“ sagt ein Mitarbeiter einer Investmentbank in London. „Wenn sie mich in Frankfurt haben wollen, werden sie mir deutlich mehr als das aktuelle Gehalt zahlen müssen.“

„Mein Plan ist es Europa zu verlassen und zur Zentrale meiner Bank in den USA zu wechseln,“ sagt ein anderer Junior-Banker. „Man könnte mir nicht genug bezahlen, damit ich in Frankfurt arbeite.“

Das ist ein übliches Motto und eines, was den Banken möglicherweise Kopfschmerzen bereitet. Es geht einfach nicht nur darum Jobs zu verlagern, es ist auch nicht einfach nur eine klassische Auslagerungslösung – Banken müssen ihre Leute bezahlen, um sie zum Umzug zu bewegen. Viele Banker sehen sich einer Entscheidung gegenüber, die sie nicht treffen wollen und suchen – realistisch oder nicht – nach Alternativen zu Europa im Ganzen.

„Ich bin hierher gekommen, weil es hier die besten und aufgewecktesten Leute gibt,“ sagt der Vice President einer Investmentbank. „Der ganze europäische Finanzsektor wird zersplittert, egal wohin die Jobs umziehen. Ich glaube man wird eine Menge Widerstand dagegen sehen und viele Leute werden Europa im Ganzen verlassen.“

„Ich persönlich bleibe angesichts dessen, was uns erwartet, relativ entspannt,” sagt ein Equity Capital Markets (ECM) Mitarbeiter. „Meine Bank hat schon angekündigt, dass mindestens innerhalb der nächsten sechs Monate keine Entscheidung fällt und ich glaube Beratungsfunktionen werden weiter in London bleiben.“

Junior-Banker sind natürlich mit Sorge erfüllt, der Sorge vor den möglichen Folgen des Brexits für die Möglichkeiten im Vereinigten Königreich arbeiten zu können. Jedoch sind wahrscheinlich viele mit den nötigen Sprachkenntnissen ausgestattet, um leicht an anderen Orten Arbeit zu finden.

„Ich habe die doppelte Staatsbürgerschaft (deutsch-italienisch) und spreche sowohl Deutsch als auch Französisch, es gäbe also gewissermaßen kein Problem, sagt ein Analyst im ersten Jahr. „Die Einkommenssteuersätze in Frankreich und Deutschland sind jedoch besorgniserregend.”

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