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Mit welchen Fragen Sie in einem Vorstellungsgespräch bei Banken punkten

Auch Bewerber dürfen in einem Vorstellungsgespräch Fragen stellen.

Auch Bewerber dürfen in einem Vorstellungsgespräch Fragen stellen.

Bei jedem Vorstellungsgespräch im Banking gelangen Sie an den Punkt, an dem Sie selbst Ihre Fragen vorbringen dürfen. Diese Gelegenheit darf sich kein Bewerber entgehen lassen. Denn mit den richtigen Fragen gewinnen Kandidaten nicht nur wertvolle Einblicke, sondern Sie können auch einen guten Eindruck hinterlassen. Wir haben Banker, Bankanalysten und Recruiter um ihren besten Tipps gebeten. Hier ihre Antworten:

1. Welche Trainings bieten Sie an? Welche Kompetenzen sollte ich erwerben oder entwickeln?

Die ehemalige Bankerin und heutige Karriereberaterin Victoria Macpherson empfiehlt durch unterschwellige Fragen vorzufühlen, welche Unterstützung das Unternehmen bei der Karriereentwicklung bietet. Da die Bedeutung der Bezahlung im Banking abnimmt, sollten Kandidaten verstärkt auf Unternehmenskultur und Arbeitszeiten achten. Was bedeutet es tatsächlich, für die Bank zu arbeiten? Fragen zum Training offenbaren rasch, ob es sich um einen Arbeitgeber handelt, der seine Beschäftigten unterstützt oder nicht.

2. Was bedeutet Erfolg in dieser Position – heute und in drei Jahren?

Obgleich diese Frage zunächst recht allgemein klingt, hilft sie doch herauszufinden, was tatsächlich von Ihnen verlangt wird. Wie hoch fällt der von Ihnen geforderte Gewinnbeitrag aus? Welche Kosteneinsparungen sollen Sie umsetzen? Und wie viel Neugeschäft müssen Sie generieren?

3. Welche Führungs- und persönlichen Fortbildungen bieten Sie an?

Wenn es um Trainings geht, empfiehlt Macpherson neben den harten Kompetenzen auch auf Soft-Skills zu achten. Falls Sie eine Management-Position anstreben, wird Ihnen dann das Unternehmen auf dem Weg dahin helfen? „Sie möchten sicher bei einem Unternehmen anfangen, welches über ein System zur Mitarbeiterentwicklung verfügt“, betont Macpherson.

4. Wie sieht mein Entwicklungspotenzial in dieser Stelle aus?

Dabei handelt es sich eigentlich nur um eine direktere Version der ersten Frage. Laut Personalvermittler Michael Karp von der Options Group gibt es eine Leitfrage, die Ihnen während eines Vorstellungsgesprächs beantwortet werden muss: Wohin führt Sie der Job?

5. Welche Leistungen bieten Sie neben der Vergütung an?

Sicherlich ist kaum eine Frage so interessant, wie die nach der Bezahlung. Allerdings sollten Sie diese Frage nicht von selbst in einem Jobinterview ansprechen. Vielmehr sollte dies entweder vom Arbeitgeber oder indirekt über den Personalvermittler geschehen. Indem Sie nach den nichtentgeltlichen Leistungen fragen, bringen Sie die Thematik auf weitaus eleganterem Wege auf den Tisch. Auf diese Weise können Sie beispielsweise auch etwas über flexible Arbeitszeiten erfahren.

6. Falls Sie sich für mich entscheiden: Wie kann ich mich am besten auf die Stelle vorbereiten?

Die Frage wird von einem Londoner Banker vorgeschlagen. Mit einer derartigen Frage bringen Sie die Interviewer dazu, über Ihre Anstellung nachzudenken. Überdies dokumentieren Sie damit Interesse an der Position.

7. Wie weit sind Sie bei der strategischen Neupositionierung des Geschäftsbereichs?

Die meisten Banken befinden ich inmitten einer Restrukturierung – besonders mit ihrem Kapitalmarktgeschäft. Von daher macht es laut dem Bankenanalysten Ian Gordon Sinn zu fragen, welche Veränderungen bereits durchgeführt wurden, welche noch anstehen und welche Auswirkungen dies auf den Job hat, für den Sie sich bewerben.

8. Welches waren in den zurückliegenden drei Jahren die größten regulatorischen Herausforderungen an Sie?

Auch diese Frage wurde von einem Bankenanalysten empfohlen. Laut dem Chef des europäischen Banken-Analystenteams einer US-Bank in London lohne sich die Frage, welche Auswirkungen die Regulierung bereits für das Geschäft hat. Damit können Sie ein Gespräch anstoßen, in dem Ihre Gesprächspartner ihren Unmut über die ständig steigende Regulierung loswerden können – so etwas befreit.

9. Wie wird die Regulierung dieses Geschäft in Zukunft verändern?

Dies stellt die – unvermeidliche – Folgefrage dar: Wie werden sich der Geschäftsbereich und der fragliche Job angesichts der Regulierung in den kommenden Jahren verändern?

10. Wie bewerten Sie die Leistungen von Mitarbeitern zu Jahresende?

Mit dieser Frage ließen sich weitere Informationen über die Unternehmenskultur herauslocken, meint Macpherson. Meistens seien Unternehmen mit einem ausführlichen Bewertungsverfahren wie etwa Goldman Sachs fairer als Firmen, wo es nur auf die persönlichen Präferenzen der Vorgesetzten ankommt.

11. Worin besteht der größte Fehler eines Investment Banking-Analysts in seinem ersten Berufsjahr?

Wie nicht anders zu erwarten, wurde diese Frage von einem Analysten in seinem ersten Berufsjahr gestellt. Mit dieser Frage denken Sie sich abermals in die betreffende Stelle hinein und dokumentieren Ihren Wunsch, aus den Fehlern Ihrer Vorgänger zu lernen.

12. Wie wird sich der zugewiesene Eigenkapitalanteil des Geschäftsbereichs in den kommenden zwölf Monaten verändern?

Hierbei handelt es sich nur um eine weitere Version der Frage nach einer absehbaren strategischen Neupositionierung des Geschäfts. Laut Gordon stelle es ein schlechtes Zeichen dar, wenn das zur Verfügung stehende Eigenkapital beschnitten wird.

13. Welche Folgen hat das veränderte Eigenkapital auf die Strategie?

Dies stellt lediglich eine Folgefrage dar. Da viele Banken ihre risikogewichteten Aktiva reduzieren, handelt es sich laut Gordon um eine legitime Frage.

14. Wie hoch fällt die Eigenkapitalrendite aus und wie hoch sind die Renditeziele des Konzerns?

Mit dieser Frage lässt sich herausfinden, inwieweit sich ein Konzern im Umbruch befindet. Falls die Eigenkapitalrendite der Abteilung spürbar unter den Zielen der Gruppe liegt, dann sind substanzielle Veränderungen unvermeidbar.

15. Wie wollen Sie die Eigenkapitalrendite verbessern, um die Gruppenziele zu erreichen?

Mit einer solchen Frage zwingen Sie Ihr Gegenüber dazu, die nächsten Schritte detailliert darzulegen.

16. Wie wird der technologische Fortschritt das Geschäft und die Aufgabe verändern?

Mit dieser Frage erschlagen Sie gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens dokumentieren Sie damit Ihr Bewusstsein, vor welchen strategischen Herausforderungen die Branche steht. Zweitens bekommen Sie heraus, ob die Stelle durch den technologischen Wandel bedroht ist. Außerdem schaffen Sie damit ein wenig Klarheit, mit welchen neuen Technologien Sie künftig konfrontiert sein werden.

17. Welche Auswirkungen haben Kostensenkungen auf den Geschäftsbereich? Wie wollen Sie die Arbeitseffizienz steigern?

Diese Frage schlägt der Investment Banking-Analyst in seinem ersten Jahr vor. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wie etwa Compliance sind sämtliche Abteilungen von Banken mit Kostensenkungen konfrontiert. Dabei lautet die eigentliche Frage, welche Auswirkungen das auf Sie persönlich hat.

18. Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am meisten?

Schließlich sollten Sie dem Interviewer eine Chance einräumen, ein wenig von sich selbst zu erzählen. Außerdem erfahren Sie auf diesem Wege mehr über die Unternehmenskultur. Wieder gilt: Zwei Fliegen mit einer Klatsche.

Foto: iStocks/Thinkstock

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