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6427 Stellen futsch: Sparkassen auf Schrumpfkurs

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkasssen- und Giroverbands.

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkasssen- und Giroverbands.

Große Entlassungswellen sind nicht die Sache der Sparkassen. In bundesweit noch 409 Instituten fallen dennoch die Stellen zu tausenden weg. in 2015 waren es allein 6427, was einen Abbau um 2,7 Prozent auf noch ca. 325.500 Beschäftigten entspricht. „Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird“, prophezeite Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon bei der Jahrespressekonferenz am heutigen Dienstag (15. März). „Angesichts einer jährlichen Fluktuaktionsrate von 3,5 Prozent ist der notwendige Personalabbau sozialverträglich möglich.“ Betriebsbedingte Kündigungen dürften bei den Sparkassen auch künftig weitgehend tabu sein.

Die Niedrigzinsphase macht den Sparkassen schwer zu schaffen. „Durch die volkswirtschaftlich falsche Zinspolitik der EZB stehen wir vor unternehmerisch sehr herausfordernden Jahren“, wetterte Fahrenschon. Der Sparkassenpräsident versäumte jedoch nicht zu erwähnen, dass der um 154 Mio. Euro gefallene Zinsüberschuss durch ein Plus beim Provisionsergebnis von 336 Mio. Euro mehr als ausgeglichen wurde.

Die steigenden Personalkosten wirken sich indes negativ auf das Ergebnis aus, wofür vor allem die Tariferhöhung vor einem Jahr verantwortlich sei. „Obwohl die Sparkassen ihre Mitarbeiterzahl um 2,7 Prozent vermindert haben, mussten sie 174 Mio. Euro mehr Personalkosten aufwenden“, kritisierte Fahrenschon.

Insgesamt ließen die Institute für ihre Mitarbeiter 12,3 Mrd. Euro springen. Mithin wurden für jeden Beschäftigten durchschnittlich 38.000 Euro ausgegeben. Hierin dürften jedoch auch Azubis und Teilzeitbeschäftigte enthalten sein, weshalb die Zahlen optisch zu gering ausfallen.

Die Sparkassen jammern allerdings auf sehr hohem Niveau. So generierten die 409 Sparkassen in 2015 immerhin einen Vorsteuergewinn von 4,6 Mrd. Euro, wovon Großbanken wie Deutsche und Commerzbank nur träumen können. Auch die Kostenquote fiel mit 64,3 Prozent im Branchenvergleich recht gut aus. In 2011 waren es jedoch noch 60,7 Prozent gewesen. Die Sparkassen mussten also für jeden Euro Ertrag gut 64 Cent auf den Tisch legen.


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