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700 Stellen fallen der Fusion von DZ und WGZ Bank zum Opfer

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Die Befürchtungen der Beschäftigten von DZ und WGZ Bank scheinen wahr zu werden. Mit der Fusion der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute zum 1. August sollen mittelfristig die Kosten um mindestens 100 Mio. Euro gedrückt werden. „Rund die Hälfte dieser Synergien erwarten wir bei den Personalkosten, was eine Reduktion von rund 700 Vollzeitstellen bis 2019 bedeutet“, sagte DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch bei der heutigen Bilanzpressekonferenz. Laut dem Handelsblatt soll eine Einigung mit den Betriebsräten kurz bevorstehen und Kündigungen weitgehend ausgeschlossen werden.

Dabei wirtschaftet zumindest die DZ Bank schon heute besser als viele Konkurrenten. So lag die Aufwands-Ertrags-Quote in 2015 bei schmalen 54,6 Prozent. Für jeden Euro Ertrag mussten die Genossen also keine 55 Cent auf den Tisch legen. Bei der Deutschen Bank lag die Quote bei 115,3, bei der HypoVereinsbank bei 76,6 und bei der Commerzbank bei 72,2 Prozent.

Von daher verwundert es kaum, dass die DZ Bank mit einem Vorsteuergewinn von fast 2,5 Mrd. Euro die drei Rivalen auf die Plätze verwies, was allerdings 14,4 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Die DZ Bank-Gruppe besteht indes aus einem Konvolut von recht unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Den größten Beitrag zum Vorsteuergewinn leistete die DZ Bank im engeren Sinne mit 869 Mio. Euro, was 4,1 Prozent weniger als in 2015 waren.

Auf Platz 2 der Profitbringer landete die R+V Versicherung. Hier purzelte der Vorsteuergewinn sogar um 20,7 Prozent auf 625 Mio. Euro. Bei Union Investment kletterte das Ergebnis indes um 14,4 Prozent auf 556 Mio. Euro, was das Unternehmen auf die gestiegenen Assets under Management zurückführte. Diese erreichten mit 261 Mrd. Euro ein neues Allzeithoch.

Die hohe Abhängigkeit vom Zinsüberschuss stellt unterdessen die Achillesferse der Genossen dar. So machte allein der Zinsüberschuss mit 3 Mrd. Euro mehr als die Hälfte der Gesamterträge aus – keine gute Aussichten bei rekordniedrigen Zinsen. Der Provisionsüberschuss belief sich auf gut 1,5 Mrd. und das Handelsergebnis auf 369 Mio. Euro.


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