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Die Traurige Wahrheit, wieso der Personalaufwand bei der Deutschen Börse um 70 Prozent gestiegen ist

In anderen Unternehmen würden die Mitarbeiter jetzt die Sektkorken knallen lassen: Denn um stolze 70 Prozent auf 178,7 Mio. Euro ist im zweiten Quartal der Personalaufwand bei der Deutschen Börse gewachsen. Damit zahlte der Börsenbetreiber für jeden der 3568 Beschäftigten durchschnittlich gut 50.000 Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch knapp 30.000 Euro gewesen.

Dennoch gibt es nichts zu feiern. So geht der rasante Anstieg der Vergütungen auf Abfindungszahlungen im Zuge des Personalabbaus bei der Deutschen Börse zurück, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte.

Der Börsenbetreiber hatte vor einigen Monaten ein Sparprogramm beschlossen, wonach an den Standorten in Frankfurt und Luxemburg insgesamt 450 Stellen gestrichen werden sollen. Im Gegenzug will das Unternehmen in Prag 270 neue Stellen schaffen.

Doch Personalabbau ist teuer. So beziffert das Unternehmen die Umstrukturierungskosten allein für das zweite Quartal mit 82 Mio. Euro. Davon entfallen 37 Mio. Euro auf Clearstream, 25,1 Mio. auf Eurex, 15 Mio. auf Xetra und 4,9 Mio. auf Market Data & Analytics.

Doch trotz dieser erklecklichen Zusatzkosten sprudelten von April bis Juni die Gewinne. So legte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,5 Prozent auf 257,4 Mio. Euro zu. Verantwortlich für den Geldsegen waren vor allem die erhöhten Handelsumsätze infolge der Marktturbulenzen während der Griechenlandkrise.

“Im zweiten Quartal 2010 hat sich das Geschäftsumfeld für die Gruppe Deutsche Börse weiter verbessert. Hinzu kam die gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten insbesondere im Monat Mai. Zudem wirkten sich die Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz bereits positiv auf das Ergebnis der Gruppe aus. Für das Gesamtjahr 2010 erwarten wir daher eine Unterschreitung unserer Kostenprognose”, sagte der Finanzvorstand der Deutschen Börse Gregor Pottmeyer.

Kommentare (1)

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  1. Nun, den Aktionären mag der Personalabbau gefallen, den Betroffenen wohl kaum.

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