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Die heißesten Trends in IT in Finance in Deutschland

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Das große Geld wird in den Banken nicht mehr nur in den vertriebsnahen Bereichen, dem sogenannten Front Office, verdient. Laut der Robert Walters Salary Survey 2016 nimmt vielmehr in Deutschland die Zahl der Jobs rund um die Themen Digitalisierung und IT mit Gehältern jenseits der 100.000 Euro zu.

In der Vergangenheit haben die Mitarbeiter im Front Office die Erträge generiert und die IT hatte nur reibungslos zu liefern und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Laut IT-Personalberater Hans Mantell von Indigo Headhunters in Frankfurt wachsen fachliche und technische Prozesse heute immer mehr zusammen. Entsprechend würden die komplexen Front- to Back-End Systeme stärker standardisiert und Schnittstellen (APIs) zu Drittanbietern oder FinTechs geschaffen. „Die IT wird nicht mehr nur als Zulieferer verstanden, was eine Aufwertung für IT-Mitarbeiter bedeutet“, sagt Mantell. „Dies wird auch zu einem nachhaltigen Kulturwandel in der Bank führen.“

Mit der Digitalisierung wollen Finanzdienstleister den Vertrieb stärken und die Prozesse optimieren und automatisieren, um so Kosten zu sparen. Dabei stehen viele Banken und Versicherungen vor der Herausforderung, mit moderner Standardsoftware teilweise über 1000 überholte Insellösungen abzulösen – pro Unternehmen wohlgemerkt.

„Viele Banken, Asset Manager und Versicherungen suchen sich einen Kernbereich aus, mit dem sie anfangen“, beobachtet Mantell. Für die Digitalisierung wird eine Vielzahl an Profilen gesucht:

Der Klassiker: Java-Entwickler

„Gute Java-Entwickler gehen eigentlich immer“, beobachtet Personalberater Roland Lochte von Kimberlite in Frankfurt. „Wir haben Kunden, die sagen uns einfach: ‚Wenn Sie einen guten Java-Entwickler haben, dann schicken sie ihn uns einfach vorbei‘. Wenn wir ihn dann zu drei Adressen schicken, wird er zu drei Vorstellungsgesprächen eingeladen.“

Neben der hohen Nachfrage komme hier noch ein spezielles Problem hinzu: Gerade die guten Java-Entwickler würden oft bevorzugt freiberuflich arbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Umgekehrt würden die Arbeitgeber gute Java-Spezialisten lieber fest anheuern, da dies günstiger als Freiberufler komme. „Manchmal finden sich aber gute Java-Entwickler, die z.B. wegen der höheren Jobsicherheit eine Festanstellung bevorzugen“, sagt Lochte.

Datensicherheit

Die Daten- und Ausfallsicherheit (Cyber Security) wird immer häufiger zur Chefsache. Laut Mantell würden Finanzdienstleiter zunehmend Chief Information Security Officer (CISO) ernennen. Diese seien nicht nur für die technische IT-Sicherheit im engeren Sinne verantwortlich, sondern auch für die entsprechenden Richtlinien für die Mitarbeiter, die damit arbeiten. „Der Mensch stellt immer noch die potenziell größte Schwachstelle dar, da er in der Regel durch Social Engineering und gezielte Angriffe leichter zu überlisten ist als die mittlerweile recht komplexe Infrastruktur von Firewalls und Authentifizierungssystemen“, sagt Mantell.

Gesucht würden regelmäßig auch Penetration Tester. „Dabei handelt es sich um Hacking-Profile, die die Systeme auf Schwachstellen überprüfen“, erläutert Mantell. Besonders die Schnittstellen zwischen der Vielzahl von modernen und alten Systemen stellten ein Sicherheitsrisiko dar.

Data Science und Big Data

Neben der Datensicherheit wird auch die Nutzung der Daten für Geschäftszwecke immer wichtiger. „Dabei geht es oft gar nicht um die Erfassung neuer Daten, sondern um die Strukturierung und Auswertung bereits vorhandener Daten. Die Banken sitzen auf wahren Datenschätzen“, erläutert Mantell. Dadurch könne beispielsweise Kunden die für sie passenden Produkte angeboten werden. „Data Scientists werden von allen Banken gesucht“, sagt Mantell. „Die Profile sind stark statistisch ausgeprägt, weshalb es sich oft um mathematisch versierte Personen wie etwa Physiker handelt.“

Front End-Entwickler

Das Filialgeschäft gerät langsam außer Mode oder ist schlicht zu teuer. Weite Teile der Branche arbeiten jedenfalls an der Stärkung ihrer digitalen Vertriebskanäle, weshalb Website-Entwickler begehrt sind. „Wir haben gerade drei Kunden, für die wir Front End-Entwickler suchen“, erzählt Lochte.

Dies sieht Mantell ganz ähnlich. „Immer mehr Finanzdienstleister bauen ihre Website zu einem richtigen Portal aus.“

Accountants mit IT-Kenntnissen gefragt

Die Digitalisierung macht auch vor den Finanzabteilungen der Unternehmen nicht Halt. Die scharfe Trennung zwischen Rechnungslegungs- und IT-Fachkräften wird sukzessive obsolet. „Besonders gefragt sind Accountants, die nicht nur mit der IT arbeiten können, sondern sie auch aufsetzen, optimieren und verändern können“, sagt Nick Dunnett, Geschäftsführer von Robert Walters Deutschland und Schweiz. Kenntnisse des Qualitätsmanagement-Systems Six Sigma seien hierbei von Vorteil.

Überdies würden die Rechnungslegungssysteme immer komplexer. Themen wie Controlling und Regulierung seien keinesfalls auf die Finanzdienstleistungen beschränkt, sondern spielten auch in der Realwirtschaft eine größere Rolle.

Besonders gefragt seien Accountants, die ihr Handwerk gelernt haben und sich anschließend die erforderlichen IT-Kenntnisse angeeignet hätten. Die Großunternehmen würden gerne Accounts mit IT-Kenntnissen anheuern, die bereits bei Kleinen und Mittleren Unternehmen den Umgang mit komplexen Systemen gelernt hätten.

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