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Rajiv Jain: Der Mann hinter den Millionengehältern im Vontobel-Asset Management

Regenmacher Rajiv Jain tritt bei Vontobel ab.

Regenmacher Rajiv Jain tritt bei Vontobel ab.

Ein kleines Erdbeben erschütterte heute den Finanzplatz Zürich und schickte zumindest die Vontobel-Aktie auf Talfahrt. Der Regenmacher der Bank Rajiv Jain verlässt nach 22 Jahren die New Yorker Niederlassung. Die von ihm gemanagten Fonds mit Schwerpunkt auf Aktien aus den Schwellenländern hatten maßgeblich zum Erfolg des Vontobel-Asset Managements beigetragen. Für seine Leistungen ließen er und sein Team sich allerdings auch fürstlich entlohnen. So lag die Bruttovergütung im Asset Management von Vontobel in 2015 bei durchschnittlich rund 730.000 Franken. Dieser in der Branche ungekannte Wert dürfte maßgeblich auf die Vergütung eines Mannes zurückgehen: Rajiv Jain.

Denn Ende vergangenen Jahres kam heraus, dass 80 Mio. Franken allein an das 25köpfige New Yorker Team gingen, wie Inside Paradeplatz erfahren haben will. Damit würde jeder Mitarbeiter an Gehälter und Boni durchschnittlich sogar 3,2 Mio. Franken einstreichen. Der Blog spekuliert weiter, dass davon allein 60 bis 70 Mio. an Jain gingen.

Bei Vontobel fürchten derzeit viele, dass der Star ein Großteil der von ihm verwalteten Vermögen mit sich zieht. Glücklicherweise hat sich die Bank für ein Jahr vertraglich abgesichert, dass Jain nicht gleich direkt bei der Konkurrenz anfängt. Laut Inside Paradeplatz soll er das Jahresgespräch im Dezember regelmäßig genutzt haben, um für sich und sein Team noch höhere Vergütungen herauszuhandeln und dabei gelegentlich mit seinem Abgang gedroht haben. Diesmal scheint Jain nach der Bonussaison tatsächlich abgesprungen zu sein. Doch um wen handelt es sich dabei überhaupt?

Lebensweg eines Ausnahme-Portfoliomanagers

Jain managt für Vontobel einen der weltgrößten Fonds, die in Schwellenländern investieren und kann dabei eine steile Performance vorweisen. Er wurde 1968 in Indien geboren und erzielte bereits 1987 einen Bachelor in Commerce an der Panjab University und 1989 einen Master in Finance von der Ajmer University ebenfalls in Indien. Anschließend ging er in die USA, wo er an der Miami University 1993 einen MBA erwarb. Seine Bankingkarriere begann er als Analyst bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, einer Vorläuferin der UBS. Immerhin seit November 1994 arbeitet Jain schon für Vontobel.

Im Sommer 2014 sah es für kurze Zeit so aus, als würde der heute 48jährige bei Vontobel abmustern. Laut Medienberichten soll er sogar seine Kündigung ausgesprochen haben. Dies wurde als Pokerpartie gedeutet, um seine Vergütung in die Höhe zu treiben. Falls die Berichte über Jains Bezahlung in 2014 zutreffen, dann scheint er diese Pokerpartie damals gewonnen zu haben.

„Wie schon  Mark Twain sagte: Die Gerüchte über meinen Tod sind massiv übertrieben“, erzählte Jain damals der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich denke, es hat ganz klar eine Veränderung bei Vontobel in New York gegeben. Daher halte ich es nur für eine logische Folge, dass die Leute spekulieren.“ Zwischenzeitlich scheint Jain seine Meinung geändert zu haben.

Die Bezahlung im Schweizer Asset Management


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