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Deutsche Bank streicht 9000 Jobs und trennt sich von 6000 Contractors

Ein Freund von Bankern.

Ein Freund von Bankern.

Jetzt ist es amtlich: Die Deutsche Bank will 9000 Stellen im verbleibenden Konzern streichen und sich von 6000 Fremdarbeitskräften trennen. 4000 der Jobs sollen allein in Deutschland wegfallen.

Weiter will der Konzern abermals das Vergütungssystem verändern. „Wir werden unsere Vergütungssysteme so verändern, dass Gewinne und nicht Erträge zählen,” sagte der neue Co-Chef John Cryan auf Deutsch. Schon früher wurde bekannt, dass ein erheblicher Teil der Mitarbeiter für das laufende Jahr keinen Bonus erhalten werden. Cryan wollte dies jedoch nicht genauer beziffern. „Aber es wird Konsequenzen bei der Vergütung geben”, ergänzte Cryan.

Deutsche's headcount

Durch den Kahlschlag beim Personal will Cryan die Aufwand-Ertrags-Quote auf 70 Prozent in 2018 und 65 Prozent in 2020 drücken. Im vergangenen Geschäftsjahr lag sie noch bei 86,7 Prozent. Der Konzern musste für jeden Euro Ertrag also annähernd 87 Cent herausrücken – eindeutig zu viel.

Mit dem alten Management ging der neue Co-Chef John Cryan hart ins Gericht. „Die Deutsche Bank hat kein Strategieproblem. Wir wissen sehr genau, wohin wir wollen. Jedoch hat die Deutsche Bank seit vielen Jahren ein gravierendes Problem, diese Strategie auch umzusetzen”, sagte Cryan auf Deutsch. „In den vergangenen 20 Jahren wurden zahlreiche Strategien und Ziele verkündet wurden, aber selten wurden sie realisiert.”

Erholung in Debt Sales & Trading

Unterdessen hat der Konzern verlauten lassen, dass die Dividende für die kommenden zwei Jahren ausfalle. Aufgrund der Sonderbelastungen in Höhe von 7,6 Mrd. Euro wie etwa Abschreibungen im Investmentbanking und Filialgeschäft musste die Deutsche Bank einen Rekordverlust im dritten Quartal von 6 Mrd. Euro verkraften.

Im operativen Geschäft gibt es indes einige Überraschungen. So legten die Erträge in Debt Sales & Trading binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro zu. während sie in Equities Sales & Trading um 19 Prozent auf 600 Mio. Euro einbrachen. Auch im Beratungs- und Investitionsgeschäft ging es um 8 Prozent auf 600 Mio. Euro bergab. Unter dem Strich kletterten die Erträge in Corporate Banking & Securities um 2 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro.

Sorgen dürfte Cryan auch das Privatkundengeschäft bereiten, wo die Erträge um 22 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro einbrachen. Dieser Rückgang gehe jedoch auf eine Abschreibung auf die Beteiligung auf die Hua Xia Bank zurück, von der sich die Bank trennen möchte. Im Asset und Wealth Management ging es um 5 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro bergab. Als Lichtblick erwies sich einmal mehr das Global Transaction Banking mit einem Ertragsplus von 13 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro.

Vor diesem Hintergrund dürften das Corporate & Investment Banking, das Privatkundengeschäft sowie die unterstützenden Funktionen die Hauptlast des Stellenabbaus tragen. Weiter hatte sich Cryan bereits über die hoffnungslos veralteten IT-Systeme beklagt.


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