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Sparprogramme voraus: Zehn Tipps, wie Sie sich unersetzlich machen

Das muss nicht sein.

Das muss nicht sein.

Es ist wie ein Déjà-vu-Erlebnis: Wieder schwingen die Banken den Rotstift. Auch bei der Deutschen Bank stehen tausende von Stellen auf dem Spiel. In Zeiten stagnierender Erträge konzentrieren sich die Institute auf Kosteneinsparungen. In einer Branche, in der auf das Personal 50 Prozent und mehr der Gesamtkosten entfallen, kann dies nur Stellenabbau bedeuten. Doch was können Banker vorbeugend unternehmen, um nicht auf eine der Streichlisten zu geraten? Hier unsere Tipps:

1. Distanzieren Sie sich von der alten Führung

Sobald ein neuer Konzernchef antritt – wie bei der Deutschen Bank und der Credit Suisse – müssen auch viele Gefährten des alten Vorstands weichen. So geht John Cryan bei der Deutschen Bank gegen „Anshus Army“ vor und Tidjane Thiam von der Credit Suisse befördert Leute, die einen ähnlichen Werdegang wie er mitbringen. Um ihre berufliche Zukunft zu sichern, sollten Sie sich also schnellstens nach dem neuen Führungspersonal richten.

2. Verhalten Sie sich nicht wie ein Ar***

Der altgediente Bankenanalyst und Leitartikler Christopher Wheeler hat einmal gesagt: Wenn ein Vorgesetzter eine Reihe seiner Mitarbeiter mit ähnlicher Qualifikation feuern muss, dann konzentriert er sich auf diejenigen, die ihm am meisten Ärger bereiten.

„Wenn jeder in seinem Job gleichgut ist, dann trennen sich die Führungskräfte von den Leuten, die sie am meisten stören“, meint Wheeler. „Wenn die Sache ernst wird, dann wird der Vorgesetzte die Leute behalten, die sich als gute Teamplayer erwiesen haben. Die Leute, die produktiv sind und ihren Kollegen helfen.“ Hier ist sicherlich etwas dran, auch wenn die Sozialauswahl in Deutschland dem angelsächsischen Heuern und Feuern Grenzen setzt.

3. Stellen Sie sich gut mit Ihren Vorgesetzten

Doch laut Karrierecoach Victoria Macpherson, die früher selbst in Fixed Income-Sales gearbeitet hat, sind es nicht immer die unerträglichen Kollegen, die gehen müssen. Denn so mancher erkennt, wenn Charme angebracht ist. „Es kommt alles darauf an, sich mit seinem Vorgesetzten gut zu stellen“, sagt Macpherson. „Sie müssen das Führungspersonal auf Ihre Seite bringen, besonders wenn Sie für ein Team arbeiten, das von einem anderen Standort aus geleitet wird. Für das weit entfernt sitzende Management kann es sehr schwierig werden herauszubekommen, wer entbehrlich ist und wer nicht. Da kommt es ganz auf die Wahrnehmung an.“

4. Spielen Sie darauf an, welche Geschäftsabschlüsse Sie in der Pipeline haben

Hilfreich ist ebenfalls, wenn Sie glaubhaft versichern können, dass Sie in der näheren Zukunft hohe Umsätze generieren können. „Die Leute, die bleiben, haben oft versprochen, dass Sie an einem großen Deal arbeiten“, sagt Macpherson. „Es gibt immer die Hoffnung, dass das tatsächlich passiert. Sie denken, dass sie nicht auf Sie verzichten können, ohne den Deal zu verlieren.“

5. Versuchen Sie einen Job in der Regulierung zu erhalten

Wie sicher sind Jobs in der Bankenregulierung? Bei der Credit Suisse gibt es Pläne, einen Teil davon an günstigere Standorte zu verlagern. „Die Banken benötigen Compliance- und Controlling-Kompetenzen“, betont Professor Roy Smith von der New York University Stern, der früher auch Partner bei Goldman Sachs gewesen ist.

6. Schmieren Sie Ihren Kunden Honig um den Mund

Falls ein Sparprogramm ansteht, dann sollten Ihre Kunden möglichst betonen, dass sie nur mit Ihnen und niemand anderes Geschäfte machen wollen. „Sie sind sicher, wenn Sie Ihre eigene Kundenbeziehung haben, andernfalls sind Sie in Gefahr“, betont Bankenanalyst Chirantan Barua von Bernstein Research. „Der Rest ist offen.“

7. Ketten Sie sich an eine Ertragsquelle

Falls Sie über keine eigenen Kunden verfügen, dann ist es höchste Zeit, sich welche zuzulegen. Andernfalls müssen Sie zumindest den Eindruck erwecken, dass das Sprudeln einer Ertragsquelle von Ihrer Weiterbeschäftigung abhängt. Denn es handelt sich um die mittleren Positionen ohne eigenes Portfolio, die dem Rotstift zum Opfer fallen.

8. Spielen Sie Ihre IT-Expertise aus

In seinem Buch „Average is Over“ argumentiert der amerikanische Ökonom Tyler Cowen, dass es in Zukunft zunehmend auf die IT-Expertise ankomme. Dies gilt besonders für Mitarbeiter, die nicht mit ihren Kundenkontakten auftrumpfen können. Schließlich wollen Sie nicht als gewöhnlicher Trader enden, dessen Job leicht automatisiert oder gleich an billigere Standorte verlagert wird. Vielmehr wollen Sie selbst die automatischen Trading-Plattformen konfigurieren und optimieren.

9. Arbeiten Sie in Ihrem Heimatland

Die europäischen Banken konzentrieren sich verstärkt auf ihre Heimats- sowie die Wachstumsmärkte, während sie sich aus Randmärkten zurückziehen. Es stellt also keinen guten Zeitpunkt dar, um für die Deutsche Bank z.B. in Russland oder Italien zu arbeiten.

10. Tragen Sie einen Glücksbringer

Doch letztlich hängt Ihr Überleben am Arbeitsplatz auch von ein Quäntchen Glück ab. Wheeler erzählt die Geschichte von einem ehemaligen talentierten Kollegen, der von Bank zu Bank wechselte und immer just zu der Zeit bei einem neuen Arbeitgeber anfing, als dieser einen umfangreichen Stellenabbau ankündigte. Seine Zickzackkarriere hatte nichts mit seinen eigenen Fähigkeiten zu tun, sondern es handelte sich einfach nur um falsches Timing – auch wenn bei der Arbeitgeberauswahl ein wenig mehr Due Diligence angebracht gewesen wäre.

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