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Acht erprobte Wege, seine Karriere zu ruinieren

Verlangen Sie nicht zu viel zu früh.

Verlangen Sie nicht zu viel zu früh.

Es gibt Banker, die sind fachlich brillant und dennoch gelingt ihnen keine Karriere. Denn der Aufstieg ins Management setzt ganz andere Fertigkeiten und Kompetenzen voraus. Darüber hinaus lauern links und rechts des Weges in die Chefetage Fallstricke.

1. Übertreiben Sie es nicht mit der Karriere

Jeder junge Investmentbanker wird in seiner frühen Karriere eine steile Lernkurve durchmachen. Die langen Arbeitszeiten und der rasante Anstieg der Fachkenntnisse verleiten so manchen dazu mehr zu verlangen als seinem Status entspricht. „Die Leute verstehen oft nicht, dass es sich bei allen Systemen um politische Systeme handelt und dass es entscheidend darauf ankommt, dieses Spiel zu beherrschen“, sagt der frühere Goldman Sachs Trader Graham Ward, der außerplanmäßiger Professor beim INSEAD ist. „Sich nicht kollegial zu verhalten und seine Karriere als Einzelkämpfer zu bestreiten, funktioniert nicht.“

2. Sie konzentrieren sich zu sehr auf positive Beurteilungen

Investmentbanken tendieren dazu ihre Angestellten aus allen vier Himmelsrichtungen zu bewerten. Sie sammeln also gute und schlechte Eigenschaften, um ihre aufstrebenden Führungskräfte zu beurteilen. Gute und schlechte Eigenschaften zu sammeln, stellt jedoch nicht das eigentliche Problem dar. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Studie der internationalen Personalberatung Korn Ferry. Vielmehr komme es darauf an, nicht zu viele Negativpunkte zu sammeln. Laut Korn Ferry zählen dazu, das Personal ineffizient einzusetzen, nicht strategisch zu denken und sich zu sehr auf eine einzelne Kompetenz zu verlassen.“

3. Sie setzen aufs falsche Pferd

Gute Beziehungen können in einer Investmentbank die Karriereleiter empor helfen oder auch schwer schaden, wenn man auf das falsche Pferd gesetzt hat. Einen solchen Fall stellt der bisherige Co-Head des Investment Bankings der Deutschen Bank Colin Fan dar. Nachdem sein Mentor Anshu Jain den Konzern verlassen musste, waren auch Fans Tage bei der Großbank gezählt. Ganz ähnliches geschah 2012 bei der britischen Barclays Bank, als der damalige Chef Bob Diamond abmusterte.

„Der Hauptfehler für ein Scheitern im Investment Banking besteht darin, nicht die richtigen Beziehungen in einem breiten Netzwerk von Kollegen zu besitzen“, sagt der ehemalige Personalchef des UBS-Investment Bankings Chris Roebuck, der auch als Gastprofessor an der Cass Business School lehrt.

4. Sie lernen das Falsche

Die Banken stehen im Ruf Führungseigenschaften oftmals unzureichend zu fördern. Regelmäßig werden diejenigen Mitarbeiter mit den besten Ergebnissen befördert und ihre Führungskompetenzen sind ebenso begrenzt wie ihre Begeisterungsfähigkeit. Sobald ein bestimmter Karrierelevel erreicht wird, treten diese Mängel offen zu Tage.

„Führungsfähigkeit bedarf einer Vision, die Fähigkeit eine Strategie zu entwickeln und sie zu implementieren und gewöhnliche Leute dazu zu bringen, außergewöhnliches zu leisten“, sagt Ward. „Dafür gibt es kein Geheimrezept. Investmentbanken investieren meist nicht sonderlich viel in ihre Mitarbeiter. Daher müssen die Führungskräfte es bei ihrer täglichen Arbeit lernen. So etwas kann fatal enden.“

5. Sie erwerben nicht den Respekt ihrer Untergebenen

Im vergangenen Jahr hat Barclays ein Programm aufgelegt, in dem die jüngeren Investmentbanker ihre Vorgesetzten beurteilen. Wie nicht anders zu erwarten fanden sämtliche negativen Beurteilungen ihren Weg in die Personalabteilung. Auf diese Weise kann sich die schon traditionell schlechte Behandlung der jüngeren Banker durch ihre Vorgesetzten rächen. Aufgrund des akuten Juniormangels in einigen Bereichen des Investmentbankings wurden sie von Knechten zu einer wertvollen Ressource aufgewertet und die will gepflegt sein. Daher müssen schon Associates und Vice Presidents in der Lage sein, ihre Untergebenen zu führen. Wer daran scheitert, wird es in seiner Karriere nicht weit bringen.

6. Sie nehmen nur, geben aber nicht

Wenn Sie wissen wollen, wie sich Investmentbanken ihre künftigen Führungskräfte vorstellen, dann sollten Sie einen Blick auf Goldman Sachs werfen. Die US-Investmentbank hat sich die Dienste von Adam Grant gesichert, dem Autor von „Geben und Nehmen“. Sein Kernargument: Wer sich um die Interessen anderer sorgt, wird langfristig sehr erfolgreich sein.

„Investmentbanken haben historisch eine Kultur betrieben, die Individualisten förderte. Wenn Sie sich gegenüber einer anderen Person durchsetzen, dann können Sie daraus ihren Vorteil ziehen, einen höheren Bonus erhalten und vorankommen“, sagt Roebuck. „Das Problem dabei: Sobald Sie es ein oder zweimal so gemacht haben, werden Sie als jemand angesehen, der immer nur nimmt. Sie müssen auch selbst geben oder Sie werden niemals vorankommen.“

7. Es mangelt Ihnen einfach nur an Persönlichkeit

Es handelt sich um eine simple Wahrheit: Viele Leute bringen einfach nicht die erforderlichen persönlichen Eigenschaften für eine Karriere mit. Kompetenzen können erlernt werden, Charaktereigenschaften kaum. „Eigenschaften wie Optimismus sehen auf der Oberseite positiv aus. Doch zu viel davon bringt Führungskräfte dazu, nichts zu unternehmen“, warnt Personalberater Steve Newhall von Korn Ferry.

8. Ihnen mangelt es an Offenheit

Wer Leute managen möchte, muss mit recht unterschiedlichen Kulturen zurechtkommen. Laut Ward erfordere dies einen klaren Kopf, Disziplin, Köpfchen, Intelligenz und die Fähigkeit ein Team bilden zu können. „Investmentbanking stellt ein globales Geschäft dar und die Fähigkeit mit Leuten aus verschiedenen Kulturen zusammenzuarbeiten, ist sehr wichtig“, sagt er. „Darüber hinaus besitzt die Generation Z beim Arbeitsumfeld andere Ziele und Werte. Auch dafür muss man Verständnis aufbringen.“

„Ich empfehle dazu die Mittagspausen zu nutzen“, sagt Roebuck. „Zu viele Banker leben in kleinen Feudalherrschaften. Aber mit den Leuten aus anderen Abteilungen zu sprechen, erlaubt ihnen neue Beziehungen aufzubauen und etwas über deren Probleme zu erfahren und wie Sie ihnen dabei helfen können.“

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