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Zwischen Karriere und Smalltalk: Die hohe Kunst der informellen Gespräche

Mit einem kleinen Cappuccino beginnt mancher große Karriereschritt.

Mit einem kleinen Cappuccino beginnt mancher große Karriereschritt.

So mancher berufserfahrene Banker wird von einem Manager einer konkurrierenden Bank zu einem „Gespräch“ eingeladen. Es handelt sich um kein Vorstellungsgespräch, die Personalabteilung ist nicht involviert und oft gibt es nicht einmal eine offene Position. Und dennoch kann es sich um ein entscheidendes Gespräch für Ihre Karriere handeln. Oft werden gerade Positionen, die langjährige Berufserfahrung verlangen, ohne förmliches Bewerbungsverfahren vergeben. Daher haben wir einen kleinen Knigge für solche informelle Gespräche zusammengestellt, in denen es um nichts  geht – als um ihre Karriere.

Sie müssen zumindest ein Senior Vice President sein

„Diese einführenden Gespräche richten sich zumeist an berufserfahrene Kandidaten, Senior Vice Presidents, Directors und darüber. Es handelt sich um weniger formelle Anlässe, üblicherweise im gleichen Geschäftsfeld. Es geht darum, sich zu treffen, sich gegenseitig einzuschätzen und Kontakte zu knüpfen“, sagt Headhunterin Angela Kuek von der Meyer Consulting Group.

Vielleicht sollen Sie jemanden ersetzen, der gefeuert wurde

„Ich organisiere mittlerweile recht häufig einführende Gespräche für meine Kunden“, erzählt Personalberater James Carss von HFG. Gelegentlich bitte ein Arbeitgeber ein solches Gespräch zu arrangieren. Dies sei beispielsweise in „heiklen“ Situationen der Fall, wenn der Arbeitgeber bereits einen Ersatz für jemanden sucht, von dem er sich trennen möchte.

Sie können einen Personalberater fragen, ein solches Treffen zu ermöglichen

Doch meistens sind es Headhunter, von denen die Initiative zu derartigen Gesprächen ausgeht. „Die meisten Bankmanager sind offen dafür, andere Führungskräfte zu treffen, um ihr Netzwerk im Markt für künftige Geschäfte auszubauen“, erzählt Kuek.

Oft gibt es zunächst kein Angebot

„Stattdessen schaut sich der Manager starke potenzielle Kandidaten an, um einen Talent-Pool für anstehende Besetzungen zu füllen“, sagt Carss.

Sie sitzen für anderthalb Stunden in einem Café

Einführende Gespräche finden regelmäßig außerhalb der Büros statt, meist in irgendwelchen Cafés, berichtet Personalberaterin Lim Chaileng von Randstad. Wer sich zu einem solchen Gespräch davonstehle, sollte wenigstens 90 Minuten reservieren.

Meistens geht es darum, ob es persönlich passt

„Manager nutzen einführende Gespräche, um den potenziellen Kandidaten kennenzulernen und herauszufinden, ob er zur Unternehmenskultur passt“, sagt Chaileng. „Sie erlauben den Führungskräften auch festzustellen, für welche Jobs und Aufgaben der potenzielle Kandidat am besten geeignet ist.“

Konzentrieren Sie sich auf Fragen zum Geschäft…

Falls es nicht um eine vakante Stelle geht, sollten Sie den Manager nicht mit Fragen zu seinen Einstellungsplänen bombardieren – dann klingen Sie lediglich verzweifelt. „Bei dem Gespräch kann es schon sehr nachforschend oder auch vertraulich zugehen. Um es voranzubringen, sollten Sie sich auf Fragen rund ums Geschäft konzentrieren, und nicht auf Ihre aktuelle Jobsituation“, rät Carss.

… und auf die Dynamik des Teams

Weiter sollten Sie Interesse an der Tätigkeit des Managers und seines Teams zeigen, meint Chaileng. „Ergreifen Sie die Chance mehr über das Portfolio des Managers und die Arbeitskultur im Team zu erfahren, um einen Überblick über die Leute zu gewinnen, mit denen Sie vielleicht einmal zusammenarbeiten.“

Lassen Sie sie den Ton bestimmen

„Das Treffen kann schon ein wenig knifflig werden, denn es handelt sich weder um ein formelles Vorstellungsgespräch noch um ein zwangloses Gespräch“, warnt Carss. „Achten Sie auf den Ton des Gesprächspartners und passen Sie sich – so weit möglich – an. Seien Sie darauf vorbereitet, über Ihre Karrierepläne und die Art des Unternehmens zu sprechen, für das Sie arbeiten wollen. In vielen Fällen ähnelt es einem Gespräch mit einem Personalberater.“

Bereiten Sie sich vor

Die Fragen fallen oft nicht besonders verfänglich aus, dennoch sollte auch solch ein Gespräch sorgfältig vorbereitet werden. „Hüten Sie sich vor Fehlern, Sie werden für eine aktuelle oder künftige Stelle bewertet und eingeschätzt. Daher ist es wichtig, beim Kaffee eine Beziehung aufzubauen und sich selbst zu vermarkten“, sagt Kuek.

Sprechen Sie nicht abfällig

Der größte und verbreitetste Fehler besteht darin, abfällig über seinen aktuellen Arbeitgeber zu sprechen. „Nur weil Sie in einem Café sitzen, sollten Sie sich nicht zu zwanglos und gesprächig zeigen. Beschweren Sie sich also nicht über Ihre Vorgesetzten oder wie verkorkst Ihre Bank ist“, warnt Kuek.

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