☰ Menu eFinancialCareers

Sieben Dinge, die Sie über den CFA wissen sollten, bevor Sie anfangen

Der Chartered Financial Analyst (CFA) zählt zu den beliebtesten Fortbildungen in den Finanzdienstleistungen. Allein im laufenden Jahr haben weltweit 139.900 Kandidaten an den Prüfungen im Juni teilgenommen.

Bei der außergewöhnlichen Bekanntheit mag so mancher glauben, er wisse bereits alles über das CFA Institut, seine Prüfungen und den CFA selbst. Dennoch gibt es einige weniger bekannte Facetten des CFA, die nicht übersehen werden sollten.

1. Auch wenn Sie alle drei Level des CFA bestehen, werden Sie nicht automatisch in den erlesenen Kreis der Charterholder aufgenommen

Um zu einem echten Charterholder zu avancieren und die drei Buchstaben CFA nach Ihren Namen auf der Visitenkarte abdrucken zu dürfen, müssen Sie einschlägige Berufserfahrung vorweisen können.

Demnach müssen Sie zumindest über vier Jahre relevante Arbeitserfahrung verfügen, bei der Sie “direkt in den Entscheidungsprozess und die Verantwortlichkeiten für Investments involviert waren und / oder eine Arbeitsleistung erbracht haben, die informiert oder Mehrwert für diesen Prozess leistet.”

Dazu zählen weder Praktika noch Investments auf eigene Rechnung.

“In Charlottsville liegen tausende von Urkunden, die niemals abgeholt wurden, weil ihre Eigentümer nicht die erforderliche Berufserfahrung beibringen konnten, um die Mitgliedschaft zu beantragen”, sagt Nicola Ralston, ein ehemaliger Governor des CFA-Instituts.

2. Auch wenn Sie alle drei Level bestanden und die entsprechende Berufserfahrung vorweisen können, dürfen Sie nicht automatisch den CFA nach Ihrem Namen führen.

Bevor Sie sich als CFA-Besitzer bezeichnen dürfen, müssen Sie für die Mitgliedschaft im CFA-Institut bezahlen. Dabei beträgt der Jahresbeitrag aktuell 425 US-Dollar (gut 300 Euro, knapp 420 Franken). Da diese üblicherweise von den Arbeitgebern bezahlt werden, handelt es sich um keine große Angelegenheit. Dennoch kann das Bezahlen der Gebühren während Arbeitslosigkeit zu einem Problem werden.

“Wenn Sie die Buchstaben hinter Ihrem Namen haben wollen, dann müssen Sie zahlen”, sagt ein Charterholder. “Ich habe Freunde in Indien, die sich das nicht leisten können.”

3. Sie müssen nicht notwendigerweise einen CFA ihr Eigen nennen, um ein Mitglied des CFA-Instituts zu werden

Falls der Hauptzweck Ihrer Teilnahme an dem CFA-Programm im Networking unter den CFA-Besitzern besteht, dann gibt es hier eine Abkürzung. Das CFA Institut bietet eine assoziierte Mitgliedschaft für jeden an, der eine Berufserfahrung von mehr als einem Jahr und zwei qualifizierte Fürsprecher vorweisen kann, die Ethikstandards unterschreibt und die Gebühren bezahlt.

4. Nicht allzu viele Führungskräfte in Großbritannien besitzen einen CFA

Die CFA Society in Großbritannien wurde erst im Jahr 2000 gegründet. Vorher haben Portfolio Manager Prüfungen abgelegt, die vom UK Institute of Investment Management and Research angeboten worden waren.

Als Folge der Fusion durften Leute, die ein UK IIMR-Examen bestanden hatten, Mitglieder des CFA-Instituts werden, aber nicht den CFA-Titel führen.

Aus diesem Grund gibt es nicht allzu viele Leute im Vereinigten Königreich, die länger als zehn Jahre in der Branche tätig sind und einen CFA besitzen. Der Abschluss ist besonders selten unter den Aktienanalysten. “Steht das nicht für Can’t Fail at All?”, scherzt einer.

5. In der Zukunft wird der CFA für das Vorankommen wichtiger werden

Obgleich nicht viele Führungskräfte in London einen CFA besitzen, büffeln doch viele Nachwuchskräfte in der Aktienanalyse und im Portfoliomanagement für einen solchen Abschluss. “Wir nutzen es als Ersatz für eine interne Fortbildung”, sagt ein Senior Analyst.

Dies führt zu einem Dominoeffekt: Leute mit CFA tendieren dazu, andere Leute mit CFA einzustellen und so fort.

6. Der Level II gilt als am schwierigsten und Level III als der leichteste

Nach allgemeiner Meinung ist der CFA-Level II der mit Abstand schwierigste und der Level III der weitaus leichteste. Dies wird von der jüngsten Erfolgsquote bestätigt. In 2010 betrug diese beim Level I 42 Prozent, für den Level zwei 39 Prozent und für den Level III 46 Prozent.

Dennoch bestreitet das CFA Institut, dass es sich um typische Werte handelt. Angeblich ist die Erfolgsquote für den Level II höher, weil die Kandidaten “besser vorbereitet und auf den Erfolg konzentriert sind.”

Laut folgendem PDF bestehen im Durchschnitt mehr Teilnehmer den Level II als den Level I. Dennoch bestehen noch mehr Teilnehmer den Level III.

7. Niemand hat die leiseste Idee von der Erfolgsquote

Die Erfolgsquote der CFA-Prüfungen wird durch einen geheimen Prozess errechnet, der lediglich einigen wenigen Insidern des CFA-Instituts bekannt ist.

“Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass die Erfolgsquoten auf einem Standard-Prozess basieren, wonach dasjenige eher berücksichtigt wird, was qualifizierte Kandidaten für die Berufspraxis wissen müssen, als dasjenige um Punkte zu machen”, sagt Tom Robinson, Managing Director für Ausbildung beim CFA Institut.

“Niemand weiß, was man machen muss, um zu bestehen”, sagt ein CFA-Besitzer. “Nach einer verbreiteten Ansicht muss man mindestens 70 Prozent richtig beantworten, doch die meisten Teilnehmer scheinen in einer Grenzsituation zu enden.”

Kommentare (1)

Comments
  1. a) Die Gebühren betragen USD 375 und werden oft vom Arbeitgeber erstattet.
    b) Der Vergleich der Erfolgsquoten je Level ist irreführend. Tendenziell werden die Leute je Level besser (für Level 1 kann sich schließlich jeder anmelden).
    Ich fand Level 3 am schwersten.

    Ein CFA Charterholder

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier