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Wo sich eine Kündigung besonders lohnt

Kein Grund zur Trauer. Eine Kündigung kann durchaus lukrativ ausfallen.

Kein Grund zur Trauer. Eine Kündigung kann durchaus lukrativ ausfallen.

Im Arbeitsrecht zeigt sich die besondere Vielfalt Europas. Während es in einigen Ländern eine Leichtigkeit darstellt, Mitarbeiter vor die Tür zu setzen, werden Arbeitnehmern in anderen Ländern geschützt wie eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Mithin schlägt eine Kündigung je nach Land mit recht unterschiedlichen Kosten zu Buche.

Das bedeutet jedoch auch, dass Arbeitnehmer in bestimmten Ländern eine besonders hohe Abfindung einstreichen können. Die Beratungsgesellschaft Deloitte hat jetzt in einer umfangreichen Studie das unterschiedliche Kündigungsrecht in 31 europäischen Ländern und seine Folgen analysiert. Das Ergebnis enthält einige Überraschungen.

So kostet eine Kündigung in Deutschland durchschnittlich etwa 39.400 Euro. Damit reicht es in dem Ranking gerade einmal für den 15. Platz. Das vermeintliche Arbeitnehmerparadies erweist sich als Mittelmaß. Ebenso erstaunlich ist, dass das von Thatcher neoliberal reformierte Großbritannien nur zwei Plätze hinter Deutschland rangiert.

Keine Überraschung indes stellt das Abschneiden der Schweiz dar. Mit Kosten von umgerechnet gut 19.000 Euro reicht es nur für den 27. von 31. Plätzen. Am Günstigsten kommen Arbeitgeber übrigens in Malta davon. Auf dem kleinen Mittelmeerarchipel schlägt eine Kündigung gerade einmal mit gut 9000 Euro zu Buche.

Einsam an der Spitze rangiert interessanterweise das krisengeplagte Italien. Dort müssen Arbeitgeber immerhin rund 111.300 Euro auf den Tisch blättern, um sich von einem Arbeitnehmer zu trennen. Damit liegt das Land fast 23.000 Euro vor dem zweitplatzierten Belgien. Eigentlich sollten Arbeitnehmer also schleunigst nach Bella Italia umziehen. Allerdings herrscht dort eine hartnäckige Flaute auf dem Arbeitsmarkt. Ob es einen Zusammenhang zwischen schwachen Arbeitsmärkten und hohen Kündigungskosten gibt, lässt Deloitte indes offen.

Quelle: Deloitte

Quelle: Deloitte

Der Teufel liegt allerdings im Detail. Denn die Kosten können je nach Ursache und Art der Kündigung erhebliche variieren. „Die größte Betragsspannbreite entsteht im Falle von unbegründeten und damit unrechtmäßigen Kündigungen. In Deutschland sind die in einem Fall zu zahlenden Abfindungen allerdings nur unwesentlich höher als bei begründeten, rechtmäßigen Kündigungen“, sagt Klaus Heeke, der bei Deloitte u.a. die Abteilung Arbeitsrecht leitet. „In anderen Ländern belasten derartige Abfindungen Unternehmenskassen erheblich stärker. In Irland liegen sie beispielsweise um das Zehnfache höher als bei rechtmäßigen Kündigungen.“


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