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Was Anshu Jain über den anstehenden Kostenschnitt und die neue Strategie zu sagen hat

Die Vorbereitungen für den Kostenschnitt laufen auf Hochtouren.

Die Vorbereitungen für den Kostenschnitt laufen auf Hochtouren.

Bei der Deutschen Bank stehen alle Zeichen auf Personalabbau. Bei der Präsentation der Strategie 2020+ kündigten die beiden Bankchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen bereits im April Kosteneinsparungen von 3,5 Mrd. Euro an – jährlich wohlgemerkt. Rein rechnerisch würde dies auf einen Abbau von 12.000 Stellen hinauslaufen. Allerdings blieb seinerzeit reichlich unklar, was der Rotstift-Einsatz für das Corporate & Investment Banking bedeutet. Unterdessen hat Co-Chef Jain heute in New York eine Präsentation gehalten, die zumindest ein wenig Licht ins Dunkel bringt.

„Wir haben versprochen, bald mehr Informationen über unsere Strategie bereitzustellen“, sagte Jain bei der Deutsche Bank’s Global Financial Services Conference in Manhattan. „Heute ist jedoch nicht dieser Tag.“ Dennoch gewährte der Spitzenbanker, dessen Absetzung einige Gewerkschaftler kürzlich gefordert hatten, einige Einblicke.

1. Der Abbau beginnt im August

Jain stellt kurz seinen Fahrplan vor, wie er in der unten stehenden Grafik dargestellt ist. Demnach mache der Konzern eine 90tägige Phase durch, in der die Strategie im Detail ausgearbeitet werde. Die Hälfte dieser Wegstrecke habe der Konzern bereits zurückgelegt. In anderthalb Monaten wird die Konzernspitze also endlich genau ausführen, was ansteht. Anschließend wird der Stellenabbau beginnen.

Deutsche Bank strategy

2.  Ganze Geschäftsbereiche werden aufgegeben

Laut Jain habe die Deutsche Bank in der jüngsten Vergangenheit einen Selbstfindungsprozess wie keine andere Bank durchgemacht. Dabei sei man zu der Erkenntnis gelangt, dass die Deutsche Bank auch weiterhin eine global operierende Universalbank bleiben wolle. Allerdings werde es sich um eine „fokussiertere “ globale Universalbank handeln. Man werde sich von einigen irrelevanten Geschäften trennen, wobei ganze Bereiche geschlossen würden. Dies würde auch einige Kundenbeziehungen betreffen.

3. Die Stellen in Compliance und Equities sind sicher, ECM wird sogar ausgebaut

Wer in der Compliance des Konzerns arbeitet, braucht sich um seinen Arbeitsplatz keine Sorgen zu machen. Ende des Jahres wird die Deutsche Bank ihre Ausgaben für Compliance und Controlling im Vergleich zu vor drei Jahren um 1,3 Mrd. Euro erhöht haben. Auch die Mitarbeiter aus dem Aktiengeschäft befinden sich auf der sicheren Seite. Denn der Sektor generiere regelmäßig eine hohe Eigenkapitalrendite, betont Jain. In den Handel und Verkauf von Aktien (Equities Sales & Trading) gedenke der Konzern indes nicht weiter zu investieren. Dagegen werde das Geschäft mit Aktienemissionen und Kapitalerhöhungen (Equity Capital Markets, ECM) weiter ausgebaut – ganz besonders in den Vereinigten Staaten.

4. Beim Rückzug aus dem Anleihehandel haben andere Banken nur geblufft

Laut Jain habe so manche Bank vollmundig einen Ausstieg auf dem Anleihehandel beschlossen, ohne sich tatsächlich aus dem Geschäft zu verabschieden. „Nicht alle, die behaupten, es verlassen zu haben, haben es auch verlassen“, sagte Jain. Dieser Seitenhieb dürfte der Schweizer Großbank UBS gelten. „Eine ganze Reihe unserer Wettbewerber hat davon gesprochen, dies aufzugeben. Aber wir beobachten immer noch, dass sie täglich auf den Märkten aktiv sind“, klagte Jain.

Jain verteidigte abermals sein Festhalten am Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC), während andere sich hiervon zurückzögen. „Die Erholung hat gezeigt, dass es eine Dummheit gewesen wäre, wenn wir dies gemacht hätten.“

5. Der Traum von der Gehaltserhöhung ist ausgeträumt

„Das Kostenproblem haben wir verstanden“, sagte Jain weiter. Das alte Kostensenkungsprogramm der Strategie 2015+ habe sich als unzureichend erwiesen. In Zukunft werde jedwede Kostensteigerung mit Argusaugen beobachtet.

Dazu werde die Bank ihre Prozesse optimieren. „Die Abläufe, die wir für unser Tagesgeschäft nutzen, liegen jetzt auf dem Tisch“, sagte Jain. Die konzernweiten Dienstleistungen, die sogenannten „Shared Services“ würden auf diesem Tisch in der Mitte liegen und auf das Tranchiermesser warten.


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